Bey und Ryan bilden Basketball-WG im Haus G
Shannon Ryan und Ay´Anna Bey gefällt es auf dem Land. Wir haben im Rahmen unserer Wohn(t)räume-Serie mit den beiden Basketballerinnen über ihre Wohnsituation gesprochen.
Scheeßel – Über Weihnachten und Silvester waren die Wohnungen im Haus G im ehemaligen Internat der Scheeßeler Eichenschule unbewohnt. Shannon Ryan und Ay‘Anna Bey verbrachten die spielfreie Zeit in ihrer Heimat bei ihren Familien. Jetzt, nachdem die beiden US-Amerikanerinnen am 1. Januar pünktlich zum Trainingsauftakt ihrer Avides Hurricanes eingeflogen sind, füllt sich auch die Unterkunft der beiden Zweitliga-Basketballerinnen wieder mit Leben.
Die Wohnungen bezieht der Verein seit rund acht Jahren. Seit jeher trägt es bei den Spielerinnen übrigens den Namen „(The) Dorm“. Dies leitet sich vom englischen Wort Dormitory ab, was übersetzt Wohnheim bedeutet. „Weil die Studentenwohnheime in den USA ähnlich aufgebaut sind wie hier, wurde es Dorm genannt“, klärt Trainer Christian Greve auf und verrät, dass auch von den deutschen Spielerinnen ab und zu ein Zimmer genutzt wird. „Zum Beispiel Melda Tölle, wenn sie vom Training nicht nach Buchholz fahren will, weil sie zum Studium am nächsten Morgen nach Vechta muss.“
Auch für die beiden US-Damen ist das Wohnheim ein „perfektes“ Zuhause, wie Ryan erklärt: „Es ist sehr geräumig und liegt in der Nähe des Fitnessstudios, was uns gefällt.“ Neben einem jeweils 25 Quadratmeter großen Schlafzimmer im Obergeschoss steht den beiden Spielerinnen im Erdgeschoss ein Gemeinschaftsraum und eine vor einigen Jahren neu eingebaute Küche zur Verfügung. Es gibt allerdings auch einige ungenutzte Räume. Denn: „Zu Erstliga- und WNBL-Zeiten hatten wir in den sechs bis sieben Zimmern, die wir anmieten, mehr Spielerinnen untergebracht. Die stehen jetzt leer“, berichtet Hurricanes-Vorstand Utz Bührmann. Der Verein könnte also jederzeit wieder mehr Personal dort beherbergen. Ein weiterer Vorteil dabei ist, „dass wir unabhängig davon, wie viele in dem Wohnheim aktuell wohnen, immer dieselbe monatliche Warmmiete zahlen“. Diese beträgt zurzeit 700 Euro und wird vom Verein an den Eigentümer, die Eichenschule, überwiesen. „Die heizen sowieso und sind froh, dass sie überhaupt einen Mieter haben“, meint Bührmann. Finanzielle Probleme aufgrund der Energiekrise und steigender Gaspreise gebe es für die Hurricanes nicht. Und: „Für 700 Euro im Monat kriegst du aktuell keine privaten Wohnungen in der Größe.“
Bevor der Verein sich 2012 dazu entschloss, die Zimmer an der Schule, in der früher die Internatsschüler wohnten, anzumieten, hatte er seine Spielerinnen noch in eben solchen privaten Mietwohnungen untergebracht. „Die wollten aber natürlich dauerhaft eine Miete haben. Da konnte man nicht sagen, wir wollen nur sieben bis acht Monate eine Wohnung haben. Das findest du so nicht“, weiß Bührmann. 2012 erfolgte denn also der Ortswechsel. Zunächst bezogen die Hurricanes den hinteren Block, in dem heute Flüchtlinge wohnen, 2015 gaben sie den auf und siedelten in das Haus G um.
In diesem verbringen Ryan und Bey nun ihre freie Zeit, kochen gemeinsam und malen auch das ein oder andere Bild, das sie auf der Fensterbank in der Küche aufstellen. „Ich fühle mich in Scheeßel sehr wohl und zu Hause. Die Landschaft ist wunderschön“, schwärmt Ryan, die in der Kleinstadt Plattsburgh im US-Bundesstaat New York aufwuchs. „Es ist der Größe von Scheeßel sehr ähnlich.“ Zum Vergleich: In Plattsburgh wohnten – Stand Ende 2021 – rund 20 000 Menschen. Die Gemeinde Scheeßel umfasste im selben Zeitraum rund 13 000 Einwohner. „Ich lebe gerne in einer Kleinstadt. Ich bin kein Großstadtmensch. Ich besuche gerne Städte, aber zum Leben finde ich es sehr friedlich und schön, in einer kleinen Stadt zu leben. Deshalb erinnert mich Scheeßel sofort an meine Heimatstadt und war für mich eine leichte Umstellung“, gibt die Centerin der Hurricanes zu. Für sie ist es nicht der erste Aufenthalt im Ausland: „Als ich in Irland gespielt habe, habe ich in einer Studentenunterkunft gewohnt. Ich habe mir mit drei anderen Leuten eine Wohnung geteilt.“
Für ihre Landsfrau Bey ist es wiederum das erste Mal auf einem anderen Kontinent. „Aber dieses Setup ähnelt dem Wohnstil an meiner alten Universität“, sagt die Absolventin des Benedict College in Columbia (South Carolina). „Abgesehen davon, dass es hier kalt ist, liebe ich meine Zeit in Scheeßel.“ In den USA sei sie in „einer Mischung aus Dorf und Stadt aufgewachsen“. Daher passe der aktuelle Wohnort gut zu ihr: „Mir persönlich gefällt das langsame Leben besser. Ich bin kein Stadtmädchen.“
Weitere Geschichten aus der Serie Wohn(t)räume
In Scheeßel haben Hein und Katja van Overbeek ein altes Gasthaus zu ihrem Wohnsitz umgebaut. Drei Wohnungen vermietet das Paar an Singles.
Dem Landkreis fehlt Wohnraum. Viele Wünsche, wie das Leben gelebt werden soll, bleiben auch in der ländlichen Struktur der Region unerfüllt. Regionalplaner Rainer Meyer und Gerd Hachmöller als Leiter der Stabsstelle Kreisentwicklung suchen nach Antworten.
Wie lässt sich ein Haus barrierefrei gestalten? Dieser Frage geht Gerhard Hübner immer wieder aufs Neue nach. Der Zevener gehört zu den ehrenamtlichen Wohnerleichterern im Landkreis.
Mitten in Rotenburg gibt es ein spannendes Wohnprojekt mit gemeinsamen Aktivitäten. Außerdem teilen sich Mieter Auto, Waschmaschinen und den Garten.
Der Zug donnert nur wenige Meter vom Schlafzimmer entfernt vorbei. Familie Tietje bewohnt in Waffensen ein ganz besonderes Haus.
Die Rotenburger „Interessentengemeinschaft 55plus“ stellt ihre Aktivitäten zur Realisierung eines Gemeinschaftshauses ein. Die engagierten Bürger zeigen sich enttäuscht von der Stadt.
Shannon Ryan und Ay´Anna Bey gefällt es auf dem Land. Wir haben im Rahmen unserer Wohn(t)räume-Serie mit den beiden Basketballerinnen über ihre Wohnsituation gesprochen.
Michel Marboeuf ist Besitzer und Betreiber der Disco Padam, irgendwo im Nirgendwo in Riepe. Seit fast 40 Jahren lebt er schon auf dem Hof. Abseits seines Ladens führt Marboeuf ein Leben mit ganz eigener Philosophie.
Wenn Hermann Solte vor die Haustür tritt, befindet er sich schon an seinem Arbeitsplatz: Er, seine Frau Petra und die vier Kinder leben auf dem Milchhof Solte in Bötersen.
Die Rotenburger Diakonissen haben die Kreisstadt seit der Gründung ihres Mutterhauses 1906 entscheidend geprägt. Eine große Zukunft haben sie nicht mehr. Ein Besuch bei den Letzten ihrer Art.
Weit ab vom Schuss liegt Krömer Dup. Doch wie lebt es sich im Nirgendwo? Und warum sind die Dorfbewohner dort hingezogen?
Astrid Lamm aus Visselhövede lebt in einem Tiny-Haus und gestaltet ihren Garten mit Kunst, die aus Materialien stammen, die andere wegwerfen.
Sie haben es getan: Alexandra und Martin Krantzik haben in Reeßum ein Einfamilienhaus gebaut. Für unsere Serie „Wohn(t)räume“ haben wir mit ihnen über die Herausforderungen sowie das Auf und Ab vom Grundstückskauf bis zum Einzug gesprochen.

