„Methusalem der Meere“
Forscher entdecken ältesten Hai der Welt: Er ist 400 Jahre alt – und fit
Meeresbiologen der Universität Kopenhagen entdecken das älteste Meerestier der Welt. Der Grönlandhai ist unglaubliche 400 Jahre alt.
Kopenhagen/Dänemark – In den eiskalten Meerestiefen der Arktis und Antarktis leben viele besonders alte Tiere. Als ältestes Säugetier der Welt galt bisher der Grönlandwal, der bis zu 200 Jahre alt werden kann. Das älteste Reptil der Welt toppt diesen Wert noch: Riesenschildkröten brachten es schon auf stolze 256 Lenze. Doch beide Tiere werden nun vom Grönlandhai um Längen in den Schatten gestellt. Die Lebensdauer des Knorpelfisches beträgt bis zu unglaubliche vier Jahrhunderte.
| Hauptstadt von Dänemark: | Kopenhagen |
| Gegründet: | 1167 |
| Fläche: | 179,8 km² |
| Einwohner: | 638.117 |
Ältester Hai der Welt entdeckt – Grönlandhai bringt es auf fast 400 Jahre
Weder der Weiße Hai noch die Giganten ihrer Gattung, der Riesen- oder Walhai, können dem Grönlandhai in dieser Hinsicht das Wasser reichen. Die Wirbeltierart lebt vorzugsweise im eiskalten Wasser des Nordatlantiks. 2016 kamen Meeresbiologen der Universität Kopenhagen dem Methusalem der Meere endlich auf die Spur. Mit einem Hai, dem vermeintlichen Megalodon, hatte es auch schon eine Familie in Australien zu tun. Ihr Boot sei von dem „Urzeitvieh“ angegriffen worden.
„Methusalem der Meere“: Dänische Forscher entdecken ältesten Hai der Welt
Im Rahmen eines groß angelegten Forschungsprojekts konnten die Dänen erstaunliche Informationen gewinnen – die sie nun in der Fachzeitschrift „Science“ präsentierten. Demnach sollen Grönlandhaie eine Lebenserwartung von 272 Jahren haben – mindestens. Damit weisen Grönlandhaie die höchste Lebenserwartung aller Wirbeltiere auf der Welt auf.
Forscher der Universität Kopenhagen entdecken und untersuchen 28 Grönlandhaie
Die Forscher der Universität Kopenhagen machten vom Grönlandhai stolze 28 Exemplare ausfindig und untersuchen diese. Sie erhoben dazu die üblichen Daten, wie etwa Körperlänge und Gewicht der Tiere. Doch sollte es auch darum gehen, das Alter der Grönlandhaie zu bestimmen. Dafür bedienten sich die Forscher eines Tricks.
Die Altersbestimmung von Knochenfischen über einen Knochen im Gehörgang, der ringförmig mitwächst, stellt üblicherweise kein Problem dar. Ähnlich wie bei Bäumen können diese Ringe nämlich mühelos gezählt werden. Haie sind jedoch Knorpelfische, weshalb die Forscher anders vorgehen mussten. An Einfallsreichtum mangelte es ihnen dabei ebenso wenig wie den US-amerikanischen Kollegen: Forscher suchen gezielt mysteriöse Kreatur im Meer, um das Weltklima zu retten.
Weiblicher Grönlandhai soll 392 Jahre alt sein – und hätte damit schon im 17. Jahrhundert gelebt
Der Dreh der dänischen Wissenschaftler: Sie maßen die Proteine aus dem Körper des Hais auf ihren radioaktiven Zerfall. Mithilfe dieser sogenannten Radiokarbonmethode förderten die Forscher verblüffende Daten zutage. Der älteste der Grönlandhaie, der auf diesem Wege untersucht wurde, war ein rund fünf Meter langes Weibchen. Ihr Alter: sage und schreibe 392 Jahre.
Damit konnten sie erstaunliche historische Einordnungen vornehmen: Vor „nur“ 233 Jahren hatte 1789 die Französische Revolution stattgefunden. Vor genau 392 Jahren wütete in Europa noch der Dreißigjährige Krieg, der erst 1648 endete. Ebenfalls vor 392 Jahren legte sich der Universalgelehrte Galileo Galilei mit der katholischen Kirche an. Da wurde das Hai-Weibchen laut den Forschern gerade erst geboren. Möglicherweise war zu diesem Zeitpunkt aber der 300 Kilo schwere Urzeit-Fisch, den ein Angler fast fing, auch schon auf der Welt.
Tiere in eisigen Gewässern werden besonders alt – da ihr Organismus viel langsamer läuft
Mit einer anderen Messmethode kamen die Forscher aus Dänemark sogar auf ein Alter von bis zu 512 Jahren gekommen, also ein Geburtsjahr von 1510. Damals war der Reformator Martin Luther in der Blüte seines Lebens und hatte noch nicht einmal seine weltbekannten 95 Thesen formuliert. Dieses sollte erst 1517 folgen – als der weibliche Grönlandhai schon sieben Jahre alt gewesen ist. In dieser Zeit war der Megalodon längst ausgestorben – auch wenn der „mächtige Angriff“ auf einen weißen Hai anderes vermuten lassen könnte.
Dass Tiere mit einer außergewöhnlich hohen Lebenserwartung vor allem in eisigen Gewässern zu finden sind, ist übrigens kein Zufall: Durch die niedrigen Temperaturen, wie sie in der Arktis oder Antarktis vorherrschen, läuft der Organismus der dort lebenden Wesen quasi auf Sparflamme. Damit reifen sie später und altern langsamer. Die Natur macht eben vieles möglich – und sorgt so immer mal wieder für einen tierischen Sensationsfund.
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