München erhöht ab April dratsisch
Preis-Schock im E-Auto: Städte machen Ladestrom bis zu 80 Prozent teurer
Hamburg hat die Strompreise für E-Autos im Januar erhöht, nun steigern auch die Stadtwerke München. Und zwar saftig um ganze 80 Prozent pro Kilowattstunde.
München – Lademöglichkeiten, die weit und breit fehlen und Tarifchaos, der die E-Auto-Anschaffung zur Kostenfalle macht: Angesichts einer boomenden Elektromobilität wird das Laden von Elektroautos wohl zum größten Problem der ambitionierten Branche. Ein neues Kapitel schreibt das Thema jetzt in München, wo das Laden schon bald richtig teuer wird: In wenigen Wochen zahl man dort bis zu 80 Prozent mehr – schon bald der neue Standard?
| Stadt: | München |
| Bundesland: | Bayern |
| Fläche: | 310,7 km² |
| Bevölkerung: | 1,472 Millionen (2019) |
München steigert Strompreis für E-Autos um 80 Prozent – Preisklatsche könnte Standard werden
Erst kürzlich wurde publik, dass Anbieter von E-Auto-Ladestationen „völlig willkürlich“ den doppelten Strompreis verlangen*. Andere Besitzerinnen und Besitzer eines E-Autos berichten über anderer Geschehnisse zulasten der E-Mobilität: Der Vorwurf steht im Raum, dass an Ladesäulen oft zu viel abgerechnet wird – weil die Ladestationen nicht geeicht sind. Nun die nächste Preisklatsche für E-Auto-Fahrer: Nach Berichten von Focus Online wird München schon in wenigen Wochen eine Strom-Preiserhöhung an Ladenationen von etwas mehr als 80 Prozent realisieren.
Preise für Strom an Schnell-Ladestation erhöhen sich von 38 Cent auf 69 Cent pro Kilowattstunde
Bis zum 31. März 2022 kann man in München noch für 38 Cent pro Kilowattstunde laden. Danach zieht Bayerns Landeshaupt die Preise drastisch an. Darauf hätten sich Medienberichten zufolge die Stadtwerke München (SWM) geeinigt. Wer ab dem 1. April die Möglichkeit des schnellen Ladens in Anspruch nehmen will, zahlt an den DC-Ladestation der SWM fortan 80 Prozent mehr. Der neue Preis beläuft sich ab dem 1. April entsprechend auf 69 Cent/kwH.
In Hamburg ohnehin zweithöchster Strompreis an Ladestationen – nun auch dort Preiserhöhung
Im Dezember 2021 kostete in Hamburg eine Kilowattstunde (kWh) an öffentlichen Ladesäulen 47 Cent. Das ist der zweithöchste Preis aller elf untersuchter Anbieter in Deutschland. Nur in Leipzig kostete die Kilowattstunde mit 49 Cent mehr als in Hamburg. An den Ladesäulen für Elektroautos an der Elbmetropole wird die Power von Stromnetz Hamburg/Hamburg Energie zur Verfügung gestellt. Seit Januar 2022 wird nun auch noch eine Nutzungsgebühr fällig – der Strom für E-Autos wird in Hamburg erheblich teurer*.
Explodierte Energiepreise: Darum verlangen Stadtwerke München plötzlich 80 Prozent mehr
In einer Mitteilung begründen die Stadtwerke München ihren Entscheidung, an Ladestationen fortan 80 Prozent mehr zu verlangen. Dort heißt es etwa: „Die Entwicklung auf den Energiemärkten sowie der allgemeine Kostenanstieg machen es nunmehr nötig, unsere Preise anzupassen.“ Schuld am Preisanstieg, der das Laden von E-Autos fast so teuer wie Benzin macht*, hat demzufolge also erneut die Explosion des Strompreises im Jahr 2022.
Wie Focus berichtet, gelang es der SWM lange Zeit, die Preise für das Laden an öffentlichen Ladestellen stabil zu halten. Seit dem 1. April 2019 gab es für Kundinnen und Kunden stets nur den einen immer gleichen Preis zu zahlen. Anders verhält es sich also ab dem 1. April 2022: Das Laden im Schnellverfahren wird drastisch teurer und auch der Wechselstrom der AC-Ladestationen kostet schon bald statt 38 Cent, 49 pro Kilowattstunde.
E-Autofahrer müssen ob starker Strompreis-Steigerungen an Ladestationen immer kreativer werden
Die Elektromobilität sehnt sich zurück nach Zeiten, in denen Laden noch deutlich günstiger, zum Teil gar gratis war. Mittlerweile ziehen jedoch auch IKEA und Aldi den Stecker – und wollen keinen Gratis-Strom mehr anbieten*: Es hatten schlicht zu viele E-Auto-Fahrer geschnorrt, ohne überhaupt Kunden gewesen zu sein. Will man kostengünstig mit seinem E-Auto über die Runden kommen, muss man scheinbar kreativ sein, um Gratis-Stationen zu entdecken. So ist ein E-Auto-Fahrer 1.100 km gefahren und hat 0 Cent für Strom gezahlt.– er hatte zuvor eine richtige Gratis-Strom-Route ausgetüftelt. Dass man 2022 auch noch ohne Schnorren mit dem E-Auto günstig von A nach B kommen kann, zeigte zuletzt ein Familienvater, der eine 100-Kilometer Strecke durchschnittlich für nur 1,60 Euro an Stromkosten zurücklegt. Ob dies bei Preissteigerungen von 80 Prozent noch lange gelingen kann, ist mehr als fragwürdig. *kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.
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