Enkeltrick, Schockanruf & Co.
Vorsicht, Abzocke: So schützen Sie sich vor Betrugsmaschen
Betrugsmaschen kosten Opfer jährlich mehrere Milliarden Euro. Wir stellen Ihnen die bekanntesten Abzock-Gefahren vor und zeigen, wie Sie sich schützen.
Hamburg - Mangelnden Einfallsreichtum kann man den Betrügern nicht vorwerfen: Mal ist man glücklicher Gewinner eines Preisausschreibens, mal hat der Enkel ein neues Handy, mal ist die eigene Tochter in einen Autounfall verwickelt. Das Ziel bleibt jedoch immer das gleiche: Ihr Geld. Über skrupellose Betrugsmaschen versuchen die Übeltäter, mehrere Tausend Euro von Ihren Opfern zu erhalten. Wir zeigen Ihnen die bekanntesten Abzock-Methoden und wie Sie sich am besten davor schützen können.
| Betrugsfälle in Deutschland (2022, laut BKA) | 136.865 |
|---|---|
| davon aufgeklärte Fälle | 39.937 |
| Aufklärungsquote in Prozent | 29,2 |
| Schadenssumme durch Cybercrime (2022) | 202,7 Milliarden Euro |
Informationsgefälle führt zu Betrugsmaschen
Was ist eine Betrugsmasche überhaupt? Laut Strafgesetzbuch Paragraf 146 bis 148 handelt es sich um die „Erlangung eines Vermögensvorteils durch die Täuschung Anderer beispielsweise durch Vorspiegelung falscher Tatsachen.“ Die Beschreibung ist also klar und deutlich, die Formen des Betrugs jedoch vielfältig und häufig schwer durchschaubar.
Das Problem beim Betrugsversuch ist das große Informationsgefälle zwischen Täter und Opfer. Das Opfer fühlt sich sicher und bemerkt den Betrug nicht oder erst zu spät, wenn es sensible Daten bereits weitergegeben hat. Die Täter sind dagegen Profis in ihrem Geschäft, nutzen die mutmaßliche Sicherheit und geben sich als Experten aus, die einem nur das Beste wollen.
Ältere Menschen häufig Opfer von Abzocke
So verzeichnet das Bundeskriminalamt (BKA) gemäß ihrem Cybercrime-Bundeslagebericht über 100.000 Fälle allein für das Jahr 2022. Darüber hinaus gibt es eine hohe Dunkelziffer, weil die Opfer die Fälle nicht anzeigen - aus Scham oder weil sie keinen Nutzen darin sehen. Die Aufklärungsquote liegt bei 29 Prozent, in einer Vielzahl der Fälle sehen Sie Ihr Geld also im schlimmsten Fall nie wieder.
Häufig suchen sich die Täter gezielt ältere Menschen aus, da diese mitunter leichtgläubiger oder technisch unerfahren sind oder Unbekannten schneller vertrauen. Dennoch ist jeder Mensch gefährdet, einer Betrugsmasche zum Opfer zu fallen. Im Anschluss finden Sie die bekanntesten Abzock-Methoden.
Wie der Enkeltrick zur dreisten Abzocke wird
Seit Jahrzehnten gehört der sogenannte „Enkeltrick“ zum Standard-Repertoire der Betrugsmaschen, dennoch funktioniert er nach wie vor. Eine unbekannte Nummer ruft Sie an und gibt sich als entfernter Verwandter aus, der dringend Geld benötigt. Die Betrüger fordern das Opfer auf, mehrere Tausend Euro auf ein Konto - häufig aus dem Ausland - zu überweisen, alternativ sollen Sie Ihre Kontodaten weitergeben. Auch hier sind besonderes ältere Menschen meist das Opfer.
Der Tochter-Sohn-Betrug entwickelt die Abzocke weiter. Dabei meldet sich eine unbekannte Nummer per Nachricht auf Ihrem Handy, gibt sich als Sohn oder Tochter aus und erklärt, dass ihr Smartphone kaputtgegangen sei.
„Hallo Mama, ich habe mein Handy kaputt gemacht“ - so beginnen diese zunächst harmlosen Nachrichten auf Messengern wie WhatsApp, die an dutzende Nummern verschickt werden. Reagiert das Opfer, entwickeln Betrüger eine Konversation, an deren Ende sie Hunderte oder Tausende Euro fordern, um sich ein neues Handy zu besorgen.
So schützen Sie sich vor Betrugsmaschen
Ähnlich verläuft der sogenannte „Enkeltrick 2.0“. Hier beginnen die WhatsApp-Nachrichten mit den Sätzen „Hallo Mama, ich habe eine neue Telefonnummer. Die kannst du dir einspeichern.“ Antwortet die angesprochene Person, meldet sich das vermeintliche Kind erneut und bittet dringend um Geld. Auch hier ist das Ziel meist ein ausländisches Konto.
Glücklicherweise gibt es mehrere Möglichkeiten, sich gegen den Betrug zu schützen: Zunächst sollten Sie Ihr Kind unter der bisher eingespeicherten Nummer anrufen und sich vergewissern, ob die erhaltene Nachricht tatsächlich von ihm stammt. Sie können auch im Vorfeld mit Ihrem Kind Fragen überlegen, die ein Unbekannter nicht beantworten kann und ihn in die Irre führen. So können Sie zum Beispiel nachfragen, wie ein (ehemaliges) Haustier heißt oder welchen Beruf ein Verwandter ausübt. Dadurch finden Sie schnell heraus, ob es sich bei der Nachricht um einen Betrugsversuch handelt.
Der Schockanruf, eine besonders schamlose Betrugsmasche
Stellen Sie sich vor, Sie bekommen einen Anruf von einem Polizisten, der Ihnen erzählt, Ihr Kind hätte einen schweren Autounfall gehabt. Im Hintergrund ist sogar eine tränenerstickte Stimme zu hören, die sich wie die Ihres Kindes anhört. Der Polizist oder das Kind erklärt Ihnen, dass sie dringend Geld für die Autoreparatur oder eine durch den Unfall ausgelöste Versorgung inklusive Operation brauchen. Selbstverständlich ist die dargestellte Situation Betrug, dem vermeintlichen Beamten geht es lediglich um Ihr Geld.
Durch den Schock lösen die Betrüger eine Notsituation aus, in der sie Sie durch drängende Nachfragen möglichst schnell dazu bringen wollen, ihr Ziel zu erreichen. Zeit zum Nachdenken lassen Ihnen die Angreifer dabei nicht, häufig ist die Stimme Ihres Kindes durch Künstliche Intelligenz (KI) täuschend echt.
Dennoch gilt auch hier: Seien Sie skeptisch, vor allem beim Thema Geld. Ein Polizist wird Sie niemals am Telefon darum bitten, Geld zu überweisen. Ihr Kind können Sie zur Abklärung auf der üblichen Nummer anrufen - auch wenn Ihnen der Gesprächspartner dringend davon abrät, aufzulegen. Auch hier lohnt wieder die Absprache geheimer Codefragen, die nur Sie und Ihr Kind beantworten können. Dennoch ist der Betrug oft nicht auf den ersten Blick zu durchschauen - die Abzocker sind Profis in ihrem Gebiet und können beispielsweise Telefonnummern so manipulieren, dass Ihnen tatsächlich die 110 als Anrufer angezeigt wird.
Der vermeintliche Hauptgewinn, Phishing und andere Abzock-Methoden
Nicht immer ist die dringende Bitte um Geld das Mittel der Wahl der Betrüger. Häufig suchen sich die Kriminellen auch einen freudigen Anlass aus. So werden Sie per Telefon oder E-Mail darüber informiert, den Hauptgewinn bei einem Preisausschreiben, einer Lotterie oder ein hochwertiges Geschenk gewonnen zu haben. Das einzige, was dem neuen Reichtum im Wege steht, ist die Zahlung eines kleinen Betrags für die Abwicklung oder den Notar.
Allein diese Bitte sollte Ihnen schon „spanisch vorkommen“, die Idee dahinter ist mal wieder die Weitergabe sensibler Bankdaten. Weitere Überlegungen, die Sie vor der womöglich schwerwiegenden Überweisung machen sollten: Haben Sie wirklich an einem Gewinnspiel dieses Anbieters teilgenommen? Und ist der Absender der E-Mail zweifelsfrei als Teil des genannten Unternehmens zu identifizieren oder sagt Ihnen die E-Mail-Adresse gar nichts?
Besonders die E-Mail ist eine sehr beliebte Abzockmasche. Das sogenannte Phishing beschreibt den Versuch, Sie bei einer Mail zu einem Klick auf bestimmte Webseiten zu verleiten, auf denen Sie vertrauliche Daten eingeben. Dabei ähnelt sowohl das Mail- als auch das Webseiten-Layout dem Original meist sehr und ist kaum als Fälschung zu erkennen. Haben die Betrüger die Daten von Ihnen erhalten, können Sie beispielsweise auf Ihr Bankkonto zugreifen oder Waren in Ihrem Namen bestellen. Ähnlich verhält es sich mit Mails oder SMS, die auf eine bevorstehende Paketzustellung verweisen und Sie bitten, unter einem Link persönliche Daten einzugeben.
Abofallen, Love-Scamming und Interpol-Anrufe
Auch die sogenannte Abofalle wird häufig als Betrugsmasche genutzt. Ein Unternehmen bittet Sie, sich auf einer Webseite zu registrieren, um die angebotenen Dienste - zum Beispiel Online-Spiele, Ahnenforschung oder Kochrezepte - nutzen zu können. Dabei werden noch keine Bankdaten von Ihnen angefordert. Einige Zeit - meistens zwei Wochen - später behauptet der Anbieter, Sie hätten ein Abo mit einer Vertragslaufzeit von mindestens zwei Jahren abgeschlossen und dieses nicht in der angegebenen Widerrufsfrist gekündigt. Deshalb verlange das Unternehmen nun für die gesamte Vertragslaufzeit Zahlungen von Ihnen. Häufig ist auch eine Drohung durch einschlägig bekannte Rechtsanwälte oder Inkassobüros enthalten, sollten Sie der Aufforderung nicht nachkommen.
Die Betrüger gestalten die Internetangebote dabei meist so trickreich, dass eine Kostenpflicht für den Verbraucher meist nicht einsehbar ist. Seien Sie deshalb immer vorsichtig und prüfen Sie kritisch, weshalb der Anbieter von Ihnen für die Registrierung persönliche Daten benötigt. Meistens kommen Sie durch Rechtsschreibfehler in der Domain auf diese unseriösen Aboseiten. Das zuständige Verbraucherportal der Bundesländer listet auf seiner Webseite die bekanntesten Abofallen auf.
Vorsicht vor angeblichen Interpol-Anrufen
Weitere Betrugsmaschen sind falsche Wohnungsanzeigen, falsche Stellenangebote, falsche Anzeigen mit Crypto-Währungen, zweifelhafte Empfehlungen über Social Media, Fake-SMS oder das sogenannte Love-Scamming. Hier nutzen Betrüger Online-Partnerbörsen, um über längere Zeit online und telefonisch eine vertraute Beziehung zum Opfer aufzubauen, um ihr Vertrauen zu gewinnen. Anschließend beginnt - Sie ahnen es bereits - eine erfundene Geschichte über die angespannte finanzielle Situation, an deren Ende Sie um Geld gebeten werden.
Nicht immer sind die Betrüger auf Ihre Kontodaten aus. So ist auch die Abzock-Methode „Interpol“ sehr beliebt. Hierbei meldet sich über einen Telefonanruf eine Stimme vom Band, gibt sich als Interpol, Europol oder Microsoft aus und bittet Sie, für mehr Informationen die „1“ zu drücken. Anschließend werden Sie dazu aufgefordert, sensible Daten zu Ihnen oder Ihrem Computer einzugeben, um beispielsweise schädliche Software zu entfernen. Tatsächlich erhalten die Betrüger durch diesen sogenannten „Scam“ jedoch Zugang zu Ihrem PC und haben die Möglichkeit, mittels gespeicherter Passwörter an Ihr Geld zu gelangen.
Die klassische Methode: Falsche Handwerker
Die Herangehensweisen der Betrüger sind meist diskret und auf den ersten Blick schwer durchschaubar. Manchmal wollen sie aber buchstäblich mit dem Kopf durch die Wand. Zwei vermeintliche Handwerker klingeln ohne Vorwarnung an Ihrer Tür und geben an, sie wurden von Ihrem Vermieter geschickt, um sich beispielsweise zu vergewissern, dass die Rohre der Waschmaschine noch intakt sind - als Hintergrund geben sie an, dass es in der Umgebung zuletzt häufiger zu Rohrbrüchen gekommen ist. Auch die Wasserbetriebe werden gern als Vorwand genutzt.
Während der eine Handwerker sich also im Keller nach den Rohren umschaut, begibt sich der andere auf die Suche nach Ihren Wertsachen. Eine dreiste, aber viel zu häufig erfolgreiche Methode.
Achtung Abzocke geht Betrügern auf die Spur
Unser Tipp: Bleiben Sie stets skeptisch, wenn der Besuch nicht vorher angekündigt wurde, zum Beispiel bei Mietwohnungen über einen Aushang im Schaukasten. Rufen Sie auf jeden Fall Ihren Hausmeister an, bevor Sie die Handwerker ins Haus lassen. Und lassen Sie nie einen Handwerker unbeaufsichtigt im Flur stehen.
Die beliebte TV-Sendung Achtung Abzocke auf kabel eins widmet sich explizit dem Thema „Wie ehrlich sind Deutschlands Handwerker?“. In der Reportagereihe geht der Journalist Peter Giesel Betrugsmaschen nach und deckt vielfältige Abzock-Methoden vom Urlaubsbetrug bis zum Identitätsklau auf. Bis zu einer Million TV-Zuschauer verfolgen die Sendung wöchentlich.
Die besten Tipps und Tricks gegen Betrugsmaschen
- Achten Sie bei E-Mails und SMS stets auf den Absender und ignorieren Sie sie, wenn Sie diesen nicht kennen. Prüfen Sie auch bei Ihrer Post den Absender genau.
- Seien Sie skeptisch, wenn Sie aufgefordert werden, einen Link zu klicken und auf einer Webseite sensible Daten einzugeben. Auch formale Schwächen wie Rechtschreibfehler oder ein unprofessionelles Design deuten auf Betrug hin.
- Das Gleiche gilt bei der Weitergabe von Daten am Telefon. Beamte, Bank-Mitarbeiter und Polizisten werden Sie niemals am Telefon nach PINs oder Passwörtern fragen oder Druck machen, Geld zu überweisen. Geben Sie grundsätzlich Ihre Bankdaten niemals an fremde Personen weiter.
- Werfen Sie niemals sensible Daten in den Papiermüll.
- Schützen Sie sich vor unerwünschten Login-Versuchen auf Ihre Accounts, indem Sie eine Zwei-Faktor-Authentifizierung anlegen.
- Bleiben Sie skeptisch, wenn sich jemand als Verwandter ausgibt und Geld von Ihnen fordert. Vereinbaren Sie im Vorfeld mündlich Code-Fragen, die Betrüger nicht beantworten können.
- Wenn Sie in Partnerbörsen jemanden kennenlernen, sollte es immer auch zu einem persönlichen Treffen kommen, bevor Sie Geld an die Person überweisen.
- Fallen Sie nicht auf Anzeigen herein, die mit riesigen Geldgewinnen locken. Auch die frohe Nachricht, angeblich im Lotto gewonnen zu haben, sollte Sie nicht blind vor Freude machen. Gehen Sie nie in Vorleistung, wenn Sie etwas überweisen sollen, obwohl Sie ja eigentlich etwas bekommen sollen. Das ist meistens Betrug.
- Googeln Sie den Absender einer unbekannten E-Mail oder die unbekannte Rufnummer mit dem Stichwort „Betrug“. Sie sind bestimmt nicht die erste Person, die die Betrüger sich als Opfer ausgesucht haben. Unter den Suchergebnissen finden Sie häufig schnell heraus, ob die Anfrage eine Betrugsmasche ist.
- Moderne Smartphones erkennen bereits bei einem Anruf, ob es sich hierbei um einen Betrugsversuch handeln könnte und warnen Sie, dass es sich um einen „Spam-Anruf“ oder eine unsichere Nummer drehen könnte. Seien Sie gewarnt und heben Sie im Zweifel gar nicht ab.
- Informieren Sie sich über Sicherheitstipps für Ihr Smartphone oder Ihren PC, um sich bereits im Vorfeld zu schützen. E-Mails, die im Spam-Ordner landen, haben mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Betrugsabsicht.
Was tun, wenn ich auf eine Betrugsmasche hereingefallen bin?
Vorbereitung oder nicht, Skepsis oder Vertrauen, alt oder jung - jeden kann es erwischen. Seien Sie sicher, dass Sie nicht der erste und auch nicht der letzte sind. Scham ist hierbei der falsche Begleiter, vielmehr sollten Sie nun selbst die Initiative ergreifen.
Ihre wichtigsten Ansprechpartner sind nun die Verbraucherzentrale und die Polizei. Erstere listet die wichtigsten und aktuellsten Betrugsmaschen auf ihrer Webseite auf, gibt Betroffenen Hinweise zum weiteren Vorgehen und listet Tipps auf, wie Sie sich künftig vor einem weiteren Fehltritt schützen.
Es ist überdies sinnvoll, bei der Polizei Anzeige zu erstatten, schließlich handelt es sich hierbei um eine Straftat. Die Polizei wird versuchen, Sie zu unterstützen und erhält wichtige Informationen von Ihnen, die Betrüger aufzuspüren. Mehr als jeder vierte Betrugsversuch wird aufgeklärt - die Chancen stehen also gar nicht so schlecht, den Betrügern auf die Spur zu kommen.
Bewahren Sie außerdem Ruhe: Nur weil Sie Ihre Kontodaten weitergegeben haben, ist Ihr Geld noch nicht weg. Rufen Sie bei Ihrer zuständigen Bank an und erklären Sie die Situation. Die Berater kennen die Konstellation, geben Ihnen Hilfestellung und sperren womöglich Ihre Kreditkarte oder Ihr Online-Banking. Auch einen Überweisungsaufruf kann Ihre Bank für Sie zurückrufen.
Die Zukunft der Betrugsmaschen: Deep Fakes
Die Anzahl der erfassten Betrugsfälle durch das Bundeskriminalamt blieb in den Jahren 2020 bis 2022 relativ konstant und lag zwischen 130.000 und 146.000 Fällen pro Jahr. Geändert hat sich jedoch die Effektivität der Fälle, Betrüger gehen immer trickreicher vor und nutzen dabei immer häufiger die Hilfe von KI.
Eine relativ neue Alternative für Betrug sind die sogenannten Deep Fakes. Dies sind Bilder, Videos, Texte oder Tonspuren, die mithilfe eines Computers geschaffen wurden und echt anmuten. Durch Künstliche Intelligenz hat diese Technik einen riesigen Sprung gemacht und wird immer häufiger genutzt.
Stimmen und Gesichter können täuschend echt und immer schneller mittels KI erzeugt werden. Im Anschluss werden Sie über Videos im Internet oder Anrufe genutzt, um Opfer zu überlisten. Dabei werden auch Prominente mittels Face-Swapping missbraucht, um ihnen vermeintliche Worte in den Mund zu legen, die beispielsweise Fans von den Vorteilen eines Abos überzeugen sollen.
Selbst Profis sind vor diesen Methoden nicht gefeit. Eine russische Satiregruppe gab sich als Kiews amtierender Bürgermeister Vitali Klitschko aus, sprach mit dessen Stimme und erreichte mittels Videotelefonat Berlins damalige Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey und ihr Team. Erst nach einigen Minuten fiel der Betrug auf.
Hierbei handelte es sich um Satire - sollten Sie von Deep Fakes betroffen sein, kann aus Spaß schnell Ernst werden. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, den Betrug hinter Deep Fakes zu erkennen.
- Die genutzte Stimme klingt metallisch, die Aussprache wirkt monoton und einige Wörter werden mit einer falschen Betonung ausgesprochen.
- Bei Unterhaltungen am Telefon gibt es kurze Verzögerungen, da der Computer hinter der Stimme länger zum Antworten braucht als ein Mensch.
- Bei Videos befindet sich am Rand des sich bewegenden Gesichts eine Art Naht, sodass eine Kante zum Hintergrund entsteht. Zähne oder Wimpern werden nicht ganz scharf dargestellt und sind teilweise verwaschen.
- Die Bewegungen und Mimiken des Partners im Videogespräch sind nicht immer passend und wirken beschränkt, da die KI lediglich Bilder der Person nutzen kann, die sie im Internet findet.
Dennoch sind diese Merkmale nicht zwangsläufig zu beobachten, die KI entwickelt sich rasant weiter und die Betrüger finden immer bessere Techniken, um ihre Betrugsmaschen erfolgreich zu gestalten. Bleiben Sie also immer vorsichtig.
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