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Rentnerin schuftete ein Leben lang – und arbeitet weiter sechs Tage pro Woche, um „echte Oma“ zu sein
Auch im Ruhestand müssen viele noch arbeiten gehen, weil die Rente nicht zum Leben reicht. So ergeht es auch einer Protagonistin einer RTL-Zwei-Sendung.
Bremen – Einige wollen die Füße im Ruhestand nicht hochlegen und im Rentenalter weiter arbeiten – nicht zuletzt auch wegen drohender Altersarmut. Laut Statistischem Bundesamt ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten zwischen 63 und 67 Jahren im vergangenen Jahr auf 1,67 Millionen gestiegen. Auch eine Protagonistin der RTL-Zwei-Sendung „Armes Deutschland – Stempeln oder abrackern“ zählt dazu.
Rente reicht nicht zum Leben: Rentnerin muss im Ruhestand weiter arbeiten
Heidi hat ihr ganzes Leben lang in verschiedenen Jobs gearbeitet. Auf ihrer Rente kann sich die 65-Jährige trotzdem nicht ausruhen. Zum Leben reichen die rund 600 Euro kaum, schildert sie in der RTL-Zwei-Sendung. Unterstützung vom Staat wie Grundsicherung kommt für die 65-Jährige aber nicht infrage. Dagegen sieht ein Bürgergeld-Empfänger keinen Vorteil darin zu arbeiten.
Deshalb arbeitet Heidi auch im Rentenalter noch weiter – und das an teilweise sechs Tagen in der Woche. So übt sie verschiedene Reinigungsjobs aus und putzt unter anderem in Arztpraxen und Büroräumen. Mit dem zusätzlichen Einkommen versucht Heidi, eine „echte Oma“ zu sein, um mit den Enkeln mal ein Eis zu essen oder ins Kino zu gehen.
„Ich habe mir das anders vorgestellt“: Rentnerin arbeitet sechs Tage pro Woche weiter
„Ich habe mir das auch anders vorgestellt. Ich dachte, ich könnte für meine Enkelkinder da sein, die möchten ja auch mal etwas von der Oma gekauft haben oder geschenkt bekommen. Das funktioniert natürlich nur mit den Jobs“, erklärt die 65-Jährige in der Sendung. „Ohne die könnte ich das auch nicht bezahlen. Dann könnte ich kein Telefon bezahlen. Eigentlich nur die nackte Miete und das war’s.“
Rente: Das sind die 15 größten Mythen zur Altersvorsorge
Wenn das Geld knapp wird, spart die Rentnerin beim Essen. „Auf gewisse Sachen muss man natürlich verzichten. Das ist klar. Es passiert auch schonmal, dass ich die ganze Woche nur Butterbrot esse“, räumt sie ein. Neue Kleidung für 50 bis 60 Euro sei nicht drin. Sie spare lieber für das nächste Geschenk eines ihrer Enkel.
Rente reicht nicht zum Leben: Warum Frauen häufig von Altersarmut betroffen sind
Ein erfülltes Rentenleben kann sich Heidi also nur schwer ermöglichen. Hilfe vom Staat will die Rentnerin erst beantragen, wenn sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann. Die RTL-Sendung wurde bereits 2022 ausgestrahlt. Ob Heidi mittlerweile eine Aufstockung beantragt hat, ist unklar. Die Grundrente und die Grundsicherung sollen Rentner im Alter finanziell auffangen.
Dabei sind vor allem Frauen von Altersarmut betroffen. Laut Bundesagentur für Arbeit könnte das jede dritte Frau, die in Vollzeit arbeitet, treffen. Das hängt einerseits mit dem Gehaltsunterschied von Frauen und Männern zusammen, anderseits mit der Familiengründung. „Diese Schere geht so richtig mit Mitte 30 auf, wenn die meisten eine Familie gründen und die Frauen ihre Berufstätigkeit an die Care-Arbeit anpassen“, erklärt Ökonomin Alexandra Niessen-Ruenzi dem ZDF. Derweil fordert ein Ökonom die Rücknahme der abschlagsfreien Rente mit 63.