Vorteile für Senioren

Keine Steuern auf Rente: In diesen Ländern verbringen Sie Ihren Ruhestand finanziell sorglos

Viele Rentner kämpfen mit finanziellen Sorgen. Einige ziehen deshalb in Betracht, auszuwandern. Mancherorts kann sich das durchaus lohnen.

Bremen – Wer lange in das Rentensystem einzahlt, dürfte den Anspruch haben, im hohen Alter finanziell abgesichert zu sein. Doch erst vor Kurzem warnte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände vor einem Loch in der Rentenkasse. Auch das Schicksal eines Ehepaars zeigte zuletzt: Im Pflegefall können Rentner in Deutschland schlechter gestellt sein als Bürgergeldempfänger.

Der ein oder andere Rentner beschließt deshalb, in ein anderes Land auszuwandern – mit der Hoffnung auf weniger Geldprobleme. In einigen Fällen kann sich dieser Schritt durchaus lohnen. Wo leben Rentner am ehesten ohne finanzielle Sorgen?

Finazielles Paradies für Rentner – Portugal gehört seit 1. Januar nicht mehr dazu

Lange Jahre galt insbesondere Portugal als Rentner-Paradies. Doch wie swz.de berichtet, könnte damit seit dem 1. Januar 2024 Schluss sein. Denn zum Jahreswechsel hat die portugiesische Regierung ein Gesetz auslaufen lassen, das 2009 von der damaligen Regierung beschlossen wurde. Es besagte, dass Rentner aus dem Ausland ab dem Zeitpunkt ihres Umzuges für zehn Jahre von der Einkommenssteuer auf ihre Rente befreit wurden. Lebten Rentner länger als zehn Jahre in Portugal, wurde anschließend ein Steuersatz von 10 bis 20 Prozent fällig.

Einen finanziell sorglosen Ruhestand wünschen sich wohl die meisten Rentner – doch das ist häufig gar nicht möglich.

Dass die Regierung erneut diese nun ausgelaufene Regelung einführt, gilt als höchst unwahrscheinlich. Wie taz.de berichtet, erklärte der sozialistische Ministerpräsident António Costa in einem Interview: „Diese Maßnahme aufrechtzuerhalten, würde die Steuerungerechtigkeit verlängern und zudem würde es die Preise auf dem Immobilienmarkt weiter in die Höhe treiben“.

Steuerfrei im Ausland leben – diese zwei Bedingungen müssen erfüllt sein

Das Portal wohnsitzausland.com, das sich laut den Websitebetreibern zur Aufgabe gemacht hat „transparent zu einer großen Anzahl von steuergünstigen Wohnsitzstaaten zu informieren“, erklärt, dass es derzeit sieben Länder gibt, in denen deutsche Rentner sogar steuerfrei leben können.

Dafür müssten zwei Bedingungen erfüllt sein: „Erstens muss das Wohnsitzland des Rentners gemäß Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland das Recht haben, die deutsche Rente zu besteuern“. Dies sei in den meisten Ländern nicht der Fall „und Deutschland hat ein Besteuerungsrecht, selbst wenn der Empfänger der Rente im Ausland lebt“. Zudem darf das Land die Rente nicht versteuern, obwohl es gemäß Doppelbesteuerungsabkommen das Recht dazu hätte.

Sieben Länder verzichten auf Steuern für Senioren aus Deutschland – Albanien als Rentnerparadies?

Zwar würden 37 Länder laut dem Doppelbesteuerungsabkommen das Recht haben, deutsche Renten zu besteuern, sieben Länder würden laut dem Portal darauf jedoch verzichten und somit die Bedingungen für eine steuerfreie Rente schaffen. So sind Renten in Albanien für Staatsbürger und EU-Bürger beispielsweise steuerfrei. Zudem könnten niedrige Lebenshaltungskosten und gute Wetterbedingungen Rentner locken, in Albanien ihren Ruhestand zu verbringen.

Diese Länder verzichten trotz Doppelbesteuerungsabkommen auf Besteuerung deutscher Renten

  • Albanien
  • Moldawien
  • Japan
  • Kuwait
  • Mauritius
  • Thailand
  • Vietnam

Gleiches gilt für Moldawien, wo Renteneinkünfte für Ausländer ebenfalls steuerfrei sind. Dafür müssten Senioren ein Visum des Typ D beantragen, das es möglich macht in das Land zu reisen und für einen längeren Zeitraum zu bleiben.

Thailand bietet ausländischen Rentnern „Retirement-Visum“ für steuerfreie Bezüge

Niedrige Lebenshaltungskosten und steuerfreie Renten gelten auch für Rentner in Thailand. Dafür müssen Rentner das sogenannte Retirement-Visum beantragen, das Jahr für Jahr verlängert werden könnte – vorausgesetzt, die Personen werden nicht straffällig.

Auch in Vietnam sind die Renten steuerfrei. Das Land sei laut wohnsitzausland.com zwar leicht zugänglich, jedoch sei es deutlich schwerer eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen. Ein Rentnervisum für ausländische Senioren existiert nicht, jedoch könnte Rentner ein Visum für fünf Jahre beantragen, wenn Eltern oder Ehepartner die vietnamesische Staatsbürgerschaft besitzen.

Kuwait, Mauritius und Japan steuerfrei für Rentner – dennoch kompliziert oder teuer

Auch in Kuwait, Mauritius und Japan sind Renten für ausländische Senioren steuerfrei. Hier seien hohe Lebenshaltungskosten und aufwendige Anträge laut dem Portal jedoch eher ein Hindernis, die Steuerparadiese für sich in Anspruch zu nehmen. In Kuwait könnten äußerst hohe Temperaturen und für manche möglicherweise auch ein allgemein geltendes Schweinefleisch- und Alkoholverbot dem Auswandern einen Strich durch die Rechnung machen.

Die Top 10 der besten Länder für die Rente im Ausland

Der Sandstrand in San Andres (Kolumbien).
Kolumbien hat es auf Platz 10 geschafft – das Land bietet nämlich nicht nur ein tropisches Klima mit Traumstränden und Sonne das ganze Jahr über. Laut „Retirement Index“ hat Kolumbien auch gutes Gesundheitssystem. Für rund 1.000 US-Dollar im Monat kann man in Kolumbien außerdem ein gutbürgerliches Leben in kleineren Städten leben, für 2.000 Dollar in der Hauptstadt Bogota.  © Imago
Blick auf die Insel Kho Mak in Thailand
Dass Thailand für europäische Auswanderer ein Paradies ist, ist schon lange bekannt. Für Rentner lohnt es sich aber ganz besonders, weil es für Menschen ab 50 Jahren Sonderkonditionen für Langzeitvisen gibt. Zudem sind die Immobilienpreise hier besonders attraktiv: Eine Zweizimmerwohnung kann in Thailand für unter 30.000 Dollar erworben werden.  © IMAGO/Fokke Baarssen
Der Hafen von Portofino, Genua in Italien
Wer lieber in Europa bleiben will, sollte sich Italien für die Rente genauer ansehen. Im Süden bleibt das Wetter auch im Winter warm mit Temperaturen um die 20 Grad. Laut „Retirement Index“ liegt Italien außerdem auf Platz 2 der besten Gesundheitssysteme der Welt. Die Lebenshaltungskosten liegen zwar höher als im Rentnerparadies Thailand. Aber für rund 2.500 Euro im Monat halten sich die Kosten auch hier in Grenzen.  © Imago
Étretat in der Normandie (Frankreich)
Solange man sich nicht gerade Paris aussucht, kann man sich als Rentner in Frankreich ein sehr schönes Leben machen. An der Côte d‘Azur ist es auch im Winter warm und sonnig, und für rund 200.000 Euro kann man sich schon ein Häuschen leisten. Das Gesundheitssystem ist ebenfalls sehr gut und günstig - ein normaler Arztbesuch kostet unter 10 Euro.  © Pixabay
Die Insel Santorin in Griechenland
An 250 Tagen im Jahr scheint in Griechenland die Sonne. Kein Wunder also, dass es im „Retirement Index“ auf Platz 7 liegt. Zudem sind die Lebenshaltungskosten niedriger als in Deutschland, da die Griechen durchschnittlich mit unter 20.000 Euro im Jahr auskommen muss.  © Pixabay
Die kleine Stadt Nerja im Süden von Spanien
In Spanien können Rentner für weniger als 2.500 Dollar im Monat ein gutes Leben führen. Vor allem außerhalb der größeren Städte sind die Lebenshaltungskosten niedriger als in Deutschland. Die Essenskultur der Spanier ist ein echtes Highlight - und ein 3-Gänge-Menü kann in der Regel für weniger als 20 Euro geschossen werden. Außerdem ist Spanien eines der sichersten Länder Europas. © IMAGO/Martin Silva Cosentino
Regenwald und Sandstrand in Costa Rica
Wer den Lebensabend in den Tropen verbringen will, könnte sich Costa Rica aussuchen. Im „Retirement Index“ liegt das Land auf Platz 5. Für 3.000 US-Dollar im Monat kann ein Rentner-Paar ein schönes Leben führen, inklusive Wohnung. Wer über mehr Geld verfügt, kann schon fast im Luxus leben. Zudem gibt es wunderschöne Strände und Sonne das ganze Jahr über.  © Victor Bordera/Imago
Der Kratersee Quilotoa in den Anden von Ecuador
Es gibt nur wenige Länder, in denen die Lebenshaltungskosten so niedrig sind wie in Ecuador. Ein Rentner-Paar kann hier für 1.800 Dollar im Monat alles bekommen, was es zum Leben braucht. Kleine Wohnungen an der Pazifikküste gibt es für unter 150.000 Dollar zu kaufen. Neben den Stränden gibt es die Bergkulisse der Anden - es ist also für jeden was dabei.  © Imago
Die Stadt Bocas del Toro in Panama
Auch Panama kann mit niedrigen Lebenshaltungskosten und einem gehobenen Lifestyle bei Rentnern punkten. Für 150.000 Dollar können hier schöne Wohnungen gekauft werden. Zum Leben braucht man rund 1.000 Dollar Rente im Monat - in Deutschland gilt man mit dem Einkommen als armutsgefährdet, in Panama lebt man im Luxus. Es gibt auch ein Rentner-Visum, das relativ problemlos zu bekommen ist.  © Imago
Die Stadt Puerto Escondido an der Küste von Mexiko
Auf Platz 2 im „Retirement Index“ steht Mexiko. Rentner können hier für rund 800 US-Dollar im Monat ein entspanntes Leben führen, mehr braucht es nicht. Das Land hat außerdem ein modernes Gesundheitssystem, Arztbesuche kosten zwischen 300 und 800 Dollar im Jahr. Mit einem Kurzzeitvisum kann man vier Jahre lang in dem Land leben - muss das Visum aber jährlich aktualisieren.  © Imago
Spätsommer an der portugiesischen Algarve zwischen Portimao und dem Cabo de Sao Vicente / Die herrliche Badebucht Praia
Das beste Land für Rentner im Jahr 2023 ist Portugal. Warum? Weil es alle Wünsche erfüllt: Das Klima ist immer genau richtig, die Landschaft atemberaubend schön und es ist eines der sichersten Länder der Welt. Das Gesundheitssystem wird von der Weltgesundheitsorganisation auf Platz 12 der besten der Welt gesehen. Ein Ehepaar kommt mit 2.500 Dollar im Monat leicht über die Runden. © IMAGO/Rex Schober

Auf Mauritius müssen Rentner hingegen mindestens 18.000 US-Dollar auf ihr Konto jährlich transferieren, damit sie die finanziellen Vorteile dort genießen dürfen. Bereits bei dem Antrag würden 1500 US-Dollar fällig werden. In Japan müssten Rentner mit Lebenshaltungskosten in Höhe von 2000 bis 2500 Euro rechnen, was die Steuerfreiheit vor Ort für die meisten relativieren könnte.

Rentnerparadies Griechenland: Nur unter bestimmten Voraussetzungen

Zwar müssen Rentner in Griechenland ihr Bezüge besteuern, jedoch gilt der Staat am Mittelmeer dennoch als eine Art Rentnerparadies. Auf deutsche Renten bezahlen Senioren gerade einmal sieben Prozent Einkommenssteuer, wie die Anwaltskanzlei Juhn Partner berichtet. Das gelte für Renten, Mieteinkünfte, Zinsen, Dividenden und Kapitalerträge aus ausländischen Quellen. Einkommen aus griechischen Quellen würden jedoch separat dem griechischen Steuerrecht unterliegen.

Dafür müssten Rentner bereits bis zum 31. März einen Antrag beim Finanzamt in Athen stellen, um im laufenden Kalenderjahr Steuervorteile zu genießen. Zudem darf in fünf der vorangegangenen sechs Jahre in Griechenland keine unbeschränkte Steuerpflicht bestanden haben. Zusätzlich braucht es einen Nachweis über ausländische Renten- oder Pensionsbezüge, bei dem auch die Höhe der Einkünfte zu nennen sind.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa

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