Virusinfektion
Affenpocken in Deutschland: Vier Fälle bestätigt
Jetzt sind sie da: In Deutschland sind vier Fälle von Affenpocken bestätigt worden. Die Infektionen breiten sich rasant in der Welt aus. Wie groß ist die Gefahr?
Update vom 23. Mai 2022, 10: 59 Uhr: Mittlerweile gibt es in Berlin drei Fälle von Affenpocken. Damit steigt die Zahl der Fälle in Deutschland auf vier. Es gibt einen Fall in München und drei in Berlin. Bei den Infizierten handelt es sich um Männer. Proben weiterer Personen seien in Abklärung, Kontaktpersonen würden ermittelt, meldet das Bundesgesundheitsministerium. Dieses erwartet noch zunehmende Affenpocken-Fälle. „Aufgrund der vielfältigen Kontakte der derzeit Infizierten ist in Europa und auch in Deutschland mit weiteren Erkrankungen zu rechnen“, heißt es in einem Bericht für den Gesundheitsausschuss des Bundestages.
Update vom 21. Mai 2022, 12:40 Uhr: Wie unter anderem die Berliner Zeitung berichtet, hat Berlin nun auch einen bestätigten Fall mit Affenpocken. In einer Schwerpunktpraxis in Schöneberg soll sich der Verdacht bestätigt haben. Der Patient hat sich offenbar in Berlin infiziert. Erst Fieber, dann Pusteln: In gehen Europa gehen Affenpocken um – mit spezifischen Symtomen.
Update vom 20. Mai 2022, 8:25 Uhr: In Deutschland gibt es nun den ersten bestätigten Fall von Affenpocken. Das teilte die Bundeswehr mit. Damit steigt die Zahl der infizierten Menschen weltweit. Nachdem die Virusinfektion Anfang Mai erstmalig in Großbritannien aufgetreten ist, melden immer mehr Länder die Ausbreitung. Dazu gehören Schweden, Spanien, Portugal, Italien und die USA. Am Freitag war auch der erste Fall in Australien aufgetreten.
Affenpocken in Deutschland: Bundeswehr bestätigt ersten Fall
Update vom 19. Mai 2022, 08:30 Uhr: In weiteren europäischen Ländern und den USA sind nun Fälle von Affenpocken gemeldet worden, Berichte gibt es unter anderem aus Spanien und Portugal. In den USA gibt es laut der Gesundheitsbehörde CDC einen registrierten Fall im Bundesstaat Massachusetts, im Nordosten des Landes. Üblicherweise wird die Krankheit über die Luft übertragen, zuletzt gingen Experten jedoch zudem von einer Übertragbarkeit über Flüssigkeiten aus. Grund für die Annahme ist, dass es sich bei einigen der derzeitigen Patienten um homosexuelle Männer handelt.
London – Nachdem es in Großbritannien zuletzt mehrere Infektionen mit dem Lassa-Fieber gegeben hatte, sorgt nun eine andere Virus-Erkrankung im Vereinigten Königreich für Aufregung: die Affenpocken. Außerhalb von Afrika hatte es bisher nur wenige dokumentierte Fälle gegeben, jetzt meldet Großbritannien gleich mehrere Ansteckungen. Das Robert Koch-Institut (RKI) rät Ärzten dazu, achtsam zu sein, doch die Gefahr für die Allgemeinbevölkerung scheint überschaubar.
Affenpocken in England: RKI rät deutschen Ärzten, achtsam zu sein
Die Affenpocken sorgen in England für Aufsehen: Im Vereinigten Königreich wurden mehrere Fälle der Hautveränderung-verursachenden Krankheit gemeldet. Das RKI rät in diesem Rahmen auch Ärzten in Deutschland wegen der Affenpocken zu mehr Achtsamkeit. Bei unklaren, pockenartigen Veränderungen im Hautbild soll eine Infektion mit den Affenpocken als mögliche Ursache in Erwägung gezogen werden – unabhängig davon, ob die betroffene Person in eine bestimmte Region gereist ist.
Das RKI rät insbesondere Männern, die mit Männern sexuellen Kontakt haben, bei unklaren Hautveränderungen „unverzüglich eine medizinische Versorgung“ aufzusuchen. In Großbritannien wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA) vom Montag sieben Fälle gemeldet. Vier der Betroffenen waren Männer, die sexuellen Kontakt zu anderen Männern hatten.
Affenpocken Symptome: Meist milde Verläufe und eine geringe Infektiosität
Die gute Nachricht ist, dass die meisten Verläufe im Fall einer Infektion mit den Affenpocken mild sind, nichtsdestotrotz kann es auch schwere Verläufe geben. Die Infektiosität ist überschaubar: Ansteckend sind nur symptomatisch Erkrankte, bei engem Kontakt, die Gefahr, die für die Allgemeinbevölkerung ausgeht, ist deshalb überschaubar. Ursprünglich stammt die Krankheit vermutlich aus Nagetieren in Zentral- und Westafrika. In Nigeria hatte es seit 2017 vermehrt Infektionen bei Menschen gegeben. Beim Menschen sollen Infektionsketten von bis zu sechs Personen beobachtet worden sein.
Zu den Affenpocken-Symptomen gehören Krankheitsanzeichen, die auch bei der Infektion mit anderen Krankheiten auftreten können und entsprechend unspezifisch sind. Symptomatische Erkrankungen können sich etwa in geschwollenen Lymphknoten, Schüttelfrost, Erschöpfung, Fieber sowie Rücken, Muskel- und Kopfschmerzen äußern. Etwas spezifischer hingegen sind mögliche Hautveränderungen: Bei einer Infektion kann es zu Ausschlag im Gesicht kommen, der sich nicht selten ausgehend vom Gesicht weiter über den Körper ausbreitet. Die Hautveränderungen können laut dpa-Angaben in Abhängigkeit vom Status der Erkrankung Windpocken oder Syphilis ähneln.
Affenpocken Ausbruch: Viele Menschen sind ohne Impfung gegen die Hautkrankheit
Nun stellt sich vielen die Frage nach vorhandenen Impfungen gegen die Affenpocken. Nachdem es große Impfkampagnen gegen die Pocken gegeben hatte, galten diese beim Menschen seit den 80er-Jahren lange als ausgerottet. Seitdem hat der Impfschutz der Weltbevölkerung gegen die Pocken deutlich nachgelassen, wie das RKI erklärte. Viele Menschen besitzen keinen Schutz mehr.
Was die Betroffenen aus dem Land von Boris Johnson angeht, haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO alle mit der westafrikanischen Variante infiziert. Sie verläuft in der Regel mild und verschwindet auch ohne Behandlung wieder von selbst. Außerhalb von Afrika hatte es bisher nur wenige nachgewiesene Infektionen von Menschen gegeben. Grund zur Beunruhigung sind die aktuellen Meldungen nicht, bei unklaren Hautveränderungen sollte jedoch in jedem Fall ärztlicher Rat eingeholt werden.
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