Wasser kontaminiert
Algen-Plage: Kroatien-Experte gibt Tipp fürs Baden trotz „Meeresrotz“
Algenplage im Mittelmeer. Die Wasserqualität ist vor Kroatien vielerorts so schlecht, dass Erkrankungen drohen. So lässt es sich dennoch sorglos baden.
München – Die Vorfreude auf unbeschwerte Badefreuden im Meer könnte in diesem Sommer wortwörtlich getrübt sein. Ob Algenablagerungen an der italienischen Adria vor Kroatien – vielerorts kann der Gang ins Wasser gesundheitliche Risiken bergen. Dennoch müssen Urlauber auf Schwimmen im Mittelmeer nicht verzichtet, wie ein Kroatien-Insider verrät.
Algen-Plage an der Adria: Mittelmeer vor Kroatien stellenweise braun gefärbt
In Pula, Kroatien, ist das Meer durch Algen und Schlamm braun gefärbt, wie man auch in verschiedenen Videos auf der Social-Media-Plattform TikTok sehen kann. Urlauber, die sich dort aufhalten, sind unsicher, wie sie reagieren sollen. Sollten sie an einen anderen Ort fahren? Oder sollten sie ganz auf das Baden im Meer verzichten? Doch Reisende am Mittelmeer müssen nicht verzweifeln, auch wenn viele Strände in Kroatien von der Algenplage betroffen sind.
@cookalinka #kroatien #croatia #meer #Rotz #schleim #Algen #Adria #sea #Urlaub #travel #fy #fyp #Kanal #tiktok #Page #travel #Reisen #urlaub #schwimmen
♬ Originalton - olga_lein
Kristijan Antic, der seit über zwei Jahrzehnten Charterboote im kroatischen Ferienort Tribunj anbietet, ist ein Kenner des Meeres und weiß, wie man den Algenmatten – auch als „Meeresblüte“ bezeichnet – entfliehen kann. In seinem Blog schreibt er: „Für uns Bootsfahrer gilt: bei Auftreten von Meeresblüte sind wir eindeutig im Vorteil – wir brauchen nur die Bucht zu wechseln“. Doch auch für Menschen ohne Boot gibt er einen entscheidenden Tipp für Kroatien-Urlauber.
„Meeresrotz“ im Kroatien-Urlaub vermeiden – die Himmelsrichtung kann entscheidend sein
Laut Antic wird der als „Meeresrotz“ bekannte Schleim von Wind und Strömung in die westlich offenen Buchten getrieben. Daher sollten Urlauber versuchen, in Buchten zu gelangen, die nach Süden oder Osten offen sind. Dies könnten beispielsweise Buchten bei Ližnjan oder am Strand von Uvala Kale sein. In dieser Region ist auch der Strand bei Vinjole sehr beliebt. Ob in Italien, Spanien oder Kroatien, vielerorts informieren zudem Behörden und Naturschutzorganisationen über den derzeitigen Zustand der Badestellen. Eine Übersicht zeigt zudem die dreckigsten Strände Europas.
Das Phänomen des „Meeresrotz“ ist auf den Anstieg der Wassertemperatur im Sommer zurückzuführen. Die erhöhte Oberflächentemperatur der Meere ist eine der vielen Auswirkungen des Klimawandels. Nicht nur im Mittelmeer: Am größten Korallenriff der Welt, dem Great Barrier Reef, wurde die höchste Temperatur seit 400 Jahren gemessen.
Algen werden zur Gefahr, wenn sie sich rasant vermehren
Algen bergen ein gesundheitliches Risiko. Wie geo.de berichtet, werden sie zur Gefahr, wenn sie sich massenhaft vermehren. Das passiert, wenn das Wasser warm und nährstoffreich ist. Derzeit werden im Mittelmeer immer wieder neue Rekordtemperaturen gemeldet – wie auch vor Kroatiens Küste zuletzt.
Kommt es zu einer rasanten Algen-Verbreitung, wie vor der kroatischen Adria-Küste, drohen laut dem Portal immense Schäden für Umwelt, Mensch und Tier. Für die Natur wird es gefährlich, wenn Algen zum Boden sinken und von Bakterien zersetzt werden. Dadurch würde anderen Lebensformen notwendiger Sauerstoff entzogen. Nur Quallen, Bakterien und andere Algen können in betroffenen Zonen weiterleben.
Wann ist der Kontakt mit Algen gefährlich?
In der Regel ist der Kontakt mit Algen für den Menschen ungefährlich. Dennoch besteht eine gesundheitliche Gefahr, weil Mikroalgen gefährliche Gifte verbreiten können. Bei einer weitflächigen Verbreitung sei die Konzentration der Gifte am stärksten. Symptome beim Menschen entstehen am häufigsten beim Verschlucken des Wassers und macht sich durch Durchfall, Erbrechen, Hautausschläge und Atemnot kenntlich.
Das Gift reichert sich zudem in Muscheln an. Werden diese gegessen, drohen Lebensmittelvergiftungen, Gedächtnisverlust und Beschwerden, die bis zum Tod führen können.
Rubriklistenbild: © Bluegreen Pictures/IMAGO
