„Nicht, dass die Ostsee noch zufriert“

Deutschlands Kälte-Hauptstadt bibbert: „Uns geht‘s gar nicht gut“ – Kiel muss Titel abgeben

Minus 16 Grad, sogar minus 20 Grad: Die Bürger von Kiel trauen beim Blick auf ihre Thermometer wohl ihren Augen kaum. Doch viele nehmen es mit Humor.

Update vom 2. Dezember: Den Titel als Kälte-Hauptstadt in Deutschland musste Kiel am Folgetag schon wieder abgeben. Laut wetterkontor.de hat Heckelberg in Brandenburg den Frost-Gipfel erreicht. Mit –18,3 Grad Celsius auf fünf Zentimetern Höhe und –14,8 Grad in der Luft.

Und die Kälte bleibt in Deutschland. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kündigt für die Nacht auf Sonntag (3. Dezember) bis zu –15 Grad in Schleswig-Holstein und dem südwestlichen Bergland an. Vor allem im Norden bleibt die Devise: Dick einpacken. Der Süden und Südosten kämpft derweil eher gegen extreme Schneemassen, denn Eiseskälte.

Deutschlands Kälte-Hauptstadt bibbert: „Uns geht‘s gar nicht gut“

Kiel – Kalt, kälter, Kiel: Ganz Deutschland friert aktuell angesichts des Wintereinbruchs. Während jedoch fast überall sonst im Land noch moderate Minusgrade im einstelligen Bereich herrschen, sticht ein Ort auf der Temperatur-Landkarte ganz besonders heraus: die Hauptstadt von Schleswig-Holstein, Kiel. Ein User bei X, ehemals Twitter, postete eine dieser Karten mit der Frage an alle fröstelnden Nordlichter: „Kiel, alles gut bei euch?“ Auf der Karte stand das Quecksilber in Kiel bei minus 16 Grad. Ein anderer User postet gar ein Thermometer mit einer Anzeige von -20,3 Grad.

Die Antworten dort und auf Facebook, wo das Thema aufgegriffen wurde, variieren dramatisch. Einige Kieler geben zu, dass die Kälte selbst für sie aktuell eine große Herausforderung darstellt. Einige Reaktionen:

Kieler frieren bei minus 16 Grad und mehr: „Mein Wagen hat sich verabschiedet“

  • „Ungelogen bei uns war es heute Morgen -14°! Nordfriesland!“
  • „Nein, Junge, sieht man doch!“
  • „Mein 31 Jahre alter Wagen gar kein Bock auf das Wetter. Hat sich heute früh verabschiedet.“
  • „Na ja, heute früh war echt unangenehm.“
  • „MEINE FESTSTELLTASTE IST EINGEFROREN; KIEL SCHOCKT“
  • „Bin Kieler und muss sagen, uns geht‘s gar nicht gut. Auch wenn wir im glücklichsten Bundesland leben. (Helft mir!)“
  • „...geht so.“
  • „Junge, wie soll ich das aushalten? Minus 16 Grad, was soll das?“
  • „Wir erfrieren gerade, alles gut.“

Wetter in Deutschland - Tapfere Kieler trotzen der Eiseskälte: „Büsschn frisch“

Andererseits möchten sich die Kieler nicht vorwerfen lassen, sich über die Kälte zu beschweren.

  • „Jungs, um uns Nordlichter braucht ihr euch wirklich niemals sorgen, wir kommen durch, was auch immer.“
  • „Alles stabil im Norden. Das Reet hält.“
  • „Ach, das bisschen Eis.“
  • „Sonne scheint, in der Nacht friert man sich die Klotten ab. Fenster sollten man zu lassen. Einkaufen nur mit drei Lagen Jacken und Hosen. Und Eis an den Finger gibt es auch noch gratis dazu. Also würde sagen, jap alles gut bei uns Kielern wir, sind hart im Nehmen.“
  • „Aktuell alles schick, Glatteis mit Sonne herrlich heute früh war ein wenig Kalt. Bei bummelig-10.“
  • „Oje, es ist Winter.“
  • „Büsschn frisch.“
  • „Ja wir leben noch!“
  • „Alles gut, schade nur das die Straßenwacht also der Streudienst gestreikt hat Wieso denn nicht? Wir können Wind, was ihr Sturm nennt und in den Bunker geht.“
  • „Bis auf eingefrorene Autotüren und ohne Auto draußen von A nach B zu kommen ist alles super.“
  • „Ja alles bestens, schön frei wegen dem Wetter.“
  • „Alles fein, wenn man es von der richtigen Seite des Fensters betrachtet.“
  • „Nicht wirklich angenehm hier. Hab schon meinen Hemdkragen zugeknöpft.“
  • „War eine trockne Kälte. Fühlte sich gar nicht so schlimm an.“

Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten

Polarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) im Bundesstaat New York.
Polarlichter, auch als Aurora Borealis (Nordlicht) oder Aurora Australis (Südlicht) bekannt, sind beeindruckende Lichterscheinungen am Himmel. Sie entstehen durch Wechselwirkungen zwischen Sonnenwinden und der Erdatmosphäre und sind in der Nähe der Pole sichtbar. Oder wie hier im Bundesstaat New York. © IMAGO
Görlitz - Polarlichter über Sachsen zu sehen am 11.10.2024 in Görlitz
In Europa sind Polarlichter am besten in Skandinavien zu bewundern. Manchmal hat man aber auch in Deutschland Glück, wie hier in Görlitz in Sachsen. © Felix Leda/LausitzNews.de/ IMAGO
Ein Tornado über dem Gardasee.
Tornados sind extrem starke Wirbelstürme, die eine schmale, rotierende Säule aus Luft bilden, die vom Boden bis zur Wolkenbasis reicht. Sie sind für ihre zerstörerische Kraft bekannt und treten vorwiegend in den USA auf. Hier hat sich sogar einer über dem Gardasee gebildet. © IMAGO/Jöran Steinsiek
Kim Vanaken (L) und Schwester Angela Coble (M) vor ihrem zerstörten Haus durch El Reno, Oklahoma, USA, 01 June 2013.
Der bis heute größte je gemessene Tornado war der „El Reno Tornado“. Er erreichte einen maximalen Durchmesser von 4,2 Kilometern, sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 480 km/h. Der Tornado wütete 2013 über Oklahoma in den USA. Es kamen mindestens acht Menschen ums Leben, wobei mindestens 151 verletzt wurden. Hier betrachten zwei Schwestern das, was von ihrem Haus nach dem Sturm zurückgeblieben ist. © Larry W. Smith/dpa
Riesige Hagelkörner in einer Handfläche.
Hagelstürme sind mit Eiskörnern gefüllte Gewitter, die sich zu großen Hagelkörnern formen. Diese Körner können beträchtliche Größen erreichen und erheblichen Schaden an Gebäuden und Feldern anrichten. Hier wurde Bayern getroffen. © IMAGO/B&S/Bernd März
Graupelschauer im Frühling: Ein kräftiger, kurzer Graupelschauer hinterlässt die Graupelkörner in einer alten Dachrinne.
Graupel ist eine Form von Niederschlag, bei der Schneekristalle durch angefrorene Wassertröpfchen zu Kügelchen verklumpen. Graupelkörner sind im Vergleich zu Hagel deutlich kleiner und weisen lediglich einen maximalen Durchmesser von ein bis fünf Millimeter auf. © Gottfried Czepluch / IMAGO
Eisblumen an einem Fenster bei kaltem Wetter im Winter.
Eisblumen sind eine Sonderform von Raureif. Die Eiskristalle entstehen meist an dünnen Fensterscheiben mit schlechter Wärmeisolierung. Voraussetzung ist eine Außentemperatur unter 0 °C, eine hohe Luftfeuchtigkeit im Raum, eine geringe Wärmedämmung des Glases und Staubteilchen auf dem Glas. © HEIKO KUEVERLING / imageBROKER / IMAGO
Winterwetter in Sassenheim am 01.02.25: Person geht mit zwei Hunden an der Leine bei Nebel und Frost spazieren.
Nebel besteht wie Wolken aus feinen Wassertropfen. Man spricht erst dann von Nebel, wenn die Sichtweite weniger als einen Kilometer beträgt. © Nico Garstman / IMAGO
Eine Straußenherde flieht vor einem Sandsturm in der Kalahari Wüste in Südafrika.
Wüstenstürme, wie beispielsweise der berüchtigte Sandsturm, treten in ariden Regionen auf und bringen große Mengen an Staub und Sand mit sich. Sie können zu starken Sandverwehungen führen und die Sicht stark beeinträchtigen. Vor diesem Sandsturm in der Kalahari Wüste in Südafrika flieht eine Straußenherde. © Thomas Dressler/IMAGO
Saharastaub im Erzgebirge.
Saharastaub ist eigentlich in Deutschland gar nicht so ungewöhnlich. Im Schnitt zieht Wüstenstaub etwa fünf bis 15-mal pro Jahr aus der Sahara über Marokko und Frankreich nach Deutschland. Hier hat der Staub den Himmel über dem Erzgebirge rot gefärbt. © Oliver Kaufmann / dpa
Frauen halten Regenschirme, während sie bei starkem Regen in Kolkata, Indien, am 16. Oktober 2024 auf der Straße gehen.
Der Monsun ist eine großräumige, beständige Luftzirkulation (Luftströmung) im Bereich der Tropen und Subtropen. Besonderen Einfluss hat der Monsun auf das Klima auf dem Indischen Subkontinent. Hier bringt er im Winter Trockenzeiten und im Sommer Starkregenereignisse (Monsunregen), wie hier in Kolkata (Indien). © Sudipta Das / IMAGO
Gewitterblitz schlägt in den Großen Feldberg bei Frankfurt ein.
Gewitterblitze sind elektrische Entladungen, die während Gewittern auftreten. Sie erzeugen helle Lichtblitze und begleitenden Donner. Gewitterblitze können sowohl in Wolken als auch zwischen Wolken oder zwischen Wolken und dem Boden auftreten. Hier schlägt ein Blitz in den Großen Feldberg bei Frankfurt ein. © IMAGO/Jan Eifert
14.08.2024: Gewitterzelle über Thüringen mit lila Wolkenstimmung und Windrädern.
Donner sind sehr laute Schallwellen, die bei einem Gewitter entstehen. Wenn es blitzt, wird die Luft um den Blitzkanal schlagartig bis auf 30.000 Grad erhitzt. Durch die gewaltige Hitze dehnt sich die Luft um den Blitzkanal wie bei einer Explosion aus. Diese plötzliche Ausdehnung führt wiederum zu einem lauten Krachen, das wir als Donner bezeichnen. © christian heilwagen / IMAGO
Hier steuert der Zyklon Mocha auf Myanmar zu.
Zyklone sind großräumige Tiefdrucksysteme, die sich über den Ozeanen bilden. Sie können sich zu extremen Stürmen entwickeln und starke Winde, Regen und Wellen verursachen. Zyklone werden in verschiedenen Teilen der Welt mit unterschiedlichen Namen bezeichnet, wie z. B. Hurrikane oder Taifune. Hier steuert der Zyklon Mocha auf Myanmar zu. © Cover-Images/IMAGO
Ein Mann mit einem kaputten Schirm im Typhoon Nina, Schwarz-Weiß-Foto 1975.
Der verheerendste Taifun im 20. Jahrhundert war Taifun Nina im August 1975 in China. Durch den Taifun brachen zwei große Staumauern und zehn kleinere. Die dadurch verursachten bis zu zehn Meter hohen Flutwellen töteten 100.000 Menschen. Hier versuchen die Menschen während des Taifuns, sich mit Schirmen vor Wind und Regen zu schützen. © Chan Kiu / IMAGO
Verwüstungen des Hurrikans Patricia am Freitag, dem 23. Oktober 2015.
Hurrikane sind tropische Wirbelstürme der Nordhalbkugel. Ab einer Windgeschwindigkeit von 118 Kilometern pro Stunde erhalten sie die Bezeichnung „Hurrikan“. Das entspricht der Windstärke 12 auf der Beaufort-Skala. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 345 Kilometern pro Stunde war Hurrikan Patricia der stärkste Hurrikan, der bisher aufgezeichnet wurde. Er verwüstete große Teile Zentralamerikas, wie hier eine Stadt in Mexiko. © Agencia EL UNIVERSAL Ramon Romero JMA / IMAGO
Tief Bernd: Menschen versuchen sich im Harz bei Windgeschwindigkeiten von über 130 km/h auf den Beinen zu halten.
Orkane sind Stürme ab einer Windstärke von 12 auf der Beaufort-Skala. Sie treten nur in Mitteleuropa auf und entstehen bei größer werdenden Temperaturunterschieden zwischen den südlichen Ländern und der Polarregion. Hier versuchen sich die Menschen im Harz bei einer Windgeschwindigkeit von über 130 km/h auf den Beinen zu halten. © Bernd März / IMAGO
Regenbogen im Weserbergland zwischen Halle und Bremke.
Regenbogen entstehen, wenn Sonnenlicht durch Regentropfen gebrochen und reflektiert wird. Dadurch entsteht ein buntes Lichtspektrum, das am Himmel sichtbar wird. Regenbögen sind oft nach Regenschauern zu sehen, wie hier im Weserbergland zwischen Halle und Bremke. © Ulrich Stamm/IMAGO
Halo-Erscheinung mit Zirkumzenitalbogen und Nebensonnen auf dem Weg zum Fichtelberg am Hotel Sachs.
Haloerscheinungen bestehen aus hellen Kreisen, Bögen oder Flecken am Himmel. Sie entstehen durch Brechung und Spiegelung des Lichts an Eiskristallen. Haloerscheinungen sind auch gar nicht so selten, wie man denkt. Durchschnittlich kann man sie an sechs bis sieben Tagen im Monat beobachten. © Hanke / IMAGO
Staubteufel auf einer Baustelle in Essen.
Staubteufel sind kleine Wirbelwinde, die aus aufgewirbeltem Staub oder Sand bestehen. Sie entstehen durch lokale Temperaturunterschiede und können in Wüsten oder trockenen Gebieten beobachtet werden – oder wie hier auf einer Baustelle in Essen. © Gottfried Czepluch/IMAGO
Reif umzieht Herbstlaub.
Reif – die kleine weiße Schicht kann man an vielen Wintertagen morgens auf dem Boden oder auf den Windschutzscheiben von Autos beobachten. Reif entsteht, wenn die Lufttemperatur unter den Gefrierpunkt fällt und der in der Atmosphäre vorhandene Wasserdampf direkt in Eis übergeht. Sobald die Temperaturen auf größeren Flächen unter den Gefrierpunkt sinken, werden auch ganze Wiesen und Felder weiß. © Bernd Leitner / IMAGO
Morgentau bei Sonnenaufgang auf Grashalmen auf einer Wiese in, Rottweil, Baden-Württemberg.
Tau ist das Gegenstück zum Rau. Hier wandelt sich der gasförmige Wasserdampf in flüssiges Wasser um, er kondensiert also. Dieses Phänomen lässt sich meistens in den frühen Morgenstunden beobachten. © Silas Stein/IMAGO
Föhnwind in München mit Fernsicht bis zu den Alpen.
Föhnwinde sind trockene, warme und fallende Winde, die auf der Leeseite von Gebirgen auftreten. Sie können starke Temperaturänderungen und Trockenheit verursachen und sind in Regionen mit Gebirgen wie den Alpen häufig. In München hat man an einem Tag mit Föhnwind oft eine Fernsicht bis zu den Alpen. © Christian Offenberg/IMAGO
Schneesturm in den USA, New Orleans: Mann geht zugeschneite Landschaft im Schneegestöber entlang.
Schneestürme sind eine Mischung aus starken Sturmböen und Schnee. Sie können mehrere Meter Neuschnee mit sich bringen und das Sichtfeld stark einschränken. Nordamerika ist häufig von Schneestürmen betroffen, wie hier in New Orleans in den USA. © Gerald Herbert / dpa
Person schippt Schnee im Gestöber.
Ein Blizzard ist ein heftiger Schneesturm mit starkem Schneefall und hohen Windgeschwindigkeiten. Er führt zu Schneeverwehungen, stark eingeschränkter Sicht und gefährlicher Kälte. Blizzards sind extrem und erfordern Vorsicht, um sich vor den Gefahren zu schützen, die sie mit sich bringen. Sie treten vermehrt in Nordamerika auf. © IMAGO

Witze auf Kosten der Kieler: „Nicht, dass die Ostsee noch zufriert“

Der Rest der Republik sorgt sich trotzdem sehr um die Kieler. Oder sendet ihnen zumindest mit Humor ein paar warme Grüße.

  • „Normaler Winter für den Norden!“
  • „Wow. Nicht, dass die Ostsee noch zufriert ...“
  • „Ist Kiel etwa schlesisch für Kühl?“
  • „Erinnert mich an die Szene aus The Day after Tomorrow, in der sich das Auge des Eissturms über New York schiebt ...“

Jon Snow, Pinguine und Jack Torrance: Viele Memes für die frierenden Kieler

Natürlich dürfen auch ein paar Memes nicht fehlen. Eine Auswahl:

  • Jon Snow (mit Schnee und Eis assozierter Charakter aus „Game of Thrones“) fröstelt unter Schneefall
  • Jack Nicholson‘s Charakter Jack Torrance aus dem Stanley-Kubrick-Filmklassiker „The Shining“ zu Tode gefroren, dahinter läuft Schneemann Olaf aus „Frozen“ glücklich umher
  • Eisblock-Lieferant Kristoff aus „Frozen“ dick eingepackt im Schneesturm
  • Pinguine auf dem Eis
  • Nochmal Game of Thrones: Der Eiszombie-Fürst „Nachtkönig“ hinter der Überschrift „Winter is here“

(cgsc)

Rubriklistenbild: © x.com/stargvmestv

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