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Umfrage zeigt: Kita-Einschränkungen setzen berufstätige Eltern unter Druck
Viele erwerbstätige Eltern sind mit verkürzten oder ausfallenden Betreuungszeiten konfrontiert, wie eine Befragung zeigt. Folgen hat das vor allem für den Alltag von Müttern.
Ein großer Anteil der erwerbstätigen Eltern, die für ihr Kind einen Betreuungsplatz haben, kann laut der Hans-Böckler-Stiftung trotzdem nicht mit einer zuverlässigen Betreuung planen. Demnach ist eine Mehrheit der erwerbstätigen Eltern im Herbst 2024 mit verkürzten oder ausfallenden Betreuungszeiten konfrontiert gewesen. Das geht aus einer Umfrage zur Stabilität der Betreuung der Hans-Böckler-Stiftung unter gut 1.000 Erwerbstätigen mit Kindern in Betreuungseinrichtungen hervor, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtete.
Umfrage: Eltern häufig von Kita- und Schulschließungen betroffen
Ungefähr 60 Prozent gaben der Befragung zufolge an, von kurzfristigen Schließungen von Schulen oder Kindertagesstätten betroffen gewesen zu sein. Rund 29 Prozent der Eltern berichteten dabei von zwei oder mehr ausgefallenen Betreuungstagen innerhalb von drei Monaten, knapp vier Prozent von mehr als zehn Tagen. 44 Prozent der Befragten gaben an, von kurzfristigen und ungeplanten Schließungen betroffen gewesen zu sein, etwa wegen Personalmangels oder Erkrankungen.
Die Ausfälle haben dabei häufig große Auswirkungen auf den Alltag der Eltern – besonders oft sind der Umfrage zufolge Mütter betroffen, wie die dpa zudem berichtete: Viele mussten ihre eigene Arbeitszeit reduzieren, Urlaub nehmen oder Überstunden abbauen, um die Betreuungslücke zu schließen. So gaben 64 Prozent der betroffenen Männer, die in heterosexuellen Partnerschaften leben, an, ihre Partnerin sei eingesprungen, um die Betreuungslücke zu schließen. Unter den Frauen sagten das 48 Prozent über ihren Partner. Insgesamt 40 Prozent der Mütter und 33 Prozent der Väter mussten dabei zeitweilig ihre Arbeitszeit reduzieren.
Expertin kritisiert Engpässe bei der Kinderbetreuung
Bettina Kohlrausch, wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, warnte laut dpa davor, dass dadurch die Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt vertieft werden könne. „Wir wissen zum Beispiel aus der Forschung, dass Personen mit geringerer Erwerbsarbeitszeit seltener Zugang zu Weiterbildung haben.“
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Die Befragungsdaten zeigten, „wie dringend die Infrastruktur der frühen Bildung und Betreuung und die Arbeitsbedingungen in Erziehungsberufen verbessert werden müssen“, sagte sie laut der Mitteilung. „Zu geringes Angebot und mangelnde Verlässlichkeit bei Kitas und Ganztagsschulen sind längst ein kritischer Engpass für die Berufstätigkeit von Millionen Eltern, insbesondere Müttern.“ Das passe schon gar nicht dazu, „dass gleichzeitig gerne die Forderung erhoben wird, Erwerbstätige sollten ihre Erwerbsarbeitszeit erhöhen“, so Kohlrausch. „Gerade Mütter, die die Hauptlast der unzureichenden Betreuungsangebote tragen, werden immer wieder als Gruppe genannt, die zu wenig Erwerbsarbeit leiste. Dafür müssen dann aber auch die Voraussetzungen geschaffen werden – und eine wesentliche Voraussetzung ist ein verlässliches und qualitativ hochwertiges Betreuungsangebot.“