Großeinsatz
Waldbrände in Brandenburg: Dörfer evakuiert – Bürgermeister hofft auf Regen
Waldbrände in Brandenburg sorgen für einen Großeinsatz. Tiefenbrunnen, Frohnsdorf und Klausdorf evakuiert. Beelitz-Heilstätten droht ebenfalls evakuiert.
Update vom 20. Juni um 6:40 Uhr: In der Nacht zu Montag ist es um das Gebiet des Waldbrandes vereinzelt zu Schauern und Gewittern gekommen. Die Regenmenge würde aber nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes nicht dazu ausreichen, um die Lage vor Ort zu entspannen. Im Laufe des Vormittags wird mit weiteren Niederschlägen gerechnet. Derweil scheint die Lage in Treuenbrietzen vorerst unter Kontrolle.
Erstmeldung vom 19. Juni um 17:37 Uhr: Brandenburg – Nun werden sogar mehrere Dörfer evakuiert. Der Waldbrand in Treuenbrietzen, der bereits seit Freitag, 17. Juni 2022, in Brandenburg lodert, breitet sich weiter rasant aus. Neben diversen Einsatzkräften der Feuerwehr sind auch Beamte der Polizei mit Wasserwerfern im Löscheinsatz. Auch aus der Luft kommt tatkräftige Unterstützung. Mit mehreren Hubschraubern der Bundeswehr und Bundespolizei wird versucht, die Flammen von oben zu bekämpfen. Kurz zuvor hat die Stadt Treuenbrietzen bereits über den Einsatz der Hubschrauber informiert.
| Deutsches Land: | Brandenburg |
| Fläche: | 29.479 km² |
| Bevölkerung: | 2,512 Millionen (2019) |
| Hauptstadt: | Potsdam |
Waldbrände in Brandenburg: Dörfer evakuiert – Hoffnung auf Regenwetter
Aufgrund des starken Waldbrandes wurde bereits der Gemeindeteil Tiefenbrunnen und die Ortsteile Frohnsdorf und Klausdorf evakuiert. Mittlerweile sollen rund 600 Einwohner betroffen sein. Die Flammen, die sich südlich von Berlin trotz eines enormen Löscheinsatzes ausbreitete, forderten diese Evakuierungen. Dazu beigetragen hat sicherlich auch die enorme Hitze der letzten Tage und Woche. Nun soll, nach einer kurzen Wetter-Abkühlung, bereits die zweite Hitzewelle kommen.
Der Einsatz unserer CH53 wurde heute früh um 02:20 Uhr unterbrochen. Wir flogen mehr als 4 Std, auch in der Nacht, mit insgesamt 23 Löschflügen warfen wir 115.000 Liter Wasser ab. Ab 10:00 Uhr geht es wieder los. #wirfliegenweiter pic.twitter.com/37MVc1tZXJ
— Team Luftwaffe (@Team_Luftwaffe) June 19, 2022
Für die evakuierten Einwohner hat die Stadt eine Notunterkunft in der Stadthalle von Treuenbrietzen eingerichtet. Ebenso wurde ein Notfalltelefon der Stadt Treuenbrietzen eingerichtet. Das Notfall- und Info-Telefon der Stadtverwaltung ist unter der Rufnummer 033748/747-50 erreichbar. Der Ministerpräsident will sich im Waldrandgebiet infomieren.
Weiterer Waldbrand bedroht Beelitz-Heilstätten – Bürgermeister hofft auf Regen
Nun auch noch das! Im selben Landkreis wie der Waldbrand in Treuenbrietzen ist am Sonntag, 19. Juni 2022, ein Zweiter ausgebrochen. Bei Beelitz-Heilstätten (668 Einwohner) brennt eine bislang unbekannte Größe von Waldfläche. Sogar Baumkronen sind in Flammen, so die Feuerwehr. Dies sei besonders gefährlich, weil sich so die Flammen schnell ausbreiten können, erklärt die Sprecherin des Landkreises, Andrea Metzle.
Auch hier droht zuerst eine Evakuierung der Anwohner, so der Bürgermeister Bernhard Knuth. „Das Feuer steht etwa 1 bis 1,5 Kilometer vor der Grenze der Stadt“, so Knuth. Dabei spielt der Wind eine große Rolle. Durch den zunehmenden Wind können sich die Flammen zunehmenden ausbreiten. Im Rathaus sei jetzt der Krisenstab eingerichtet worden, sagte der Bürgermeister. Einwohnerlisten werden zusammengestellt. Auf der derzeit laufenden Landesgartenschau sind den Angaben nach sofort alle Veranstaltungen abgesagt worden. „Wir hoffen, dass es am Abend wie angekündigt regnet“, sagte Knuth.
Am Sonntagabend, 19. Juni 2022, hat der Bürgermeister Bernhard Knuth (parteilos) bekannt gegeben, dass das Feuer bei Beelitz-Heilstätten unter Kontrolle ist. „Es brennt auf 200 Hektar, aber die Flammen breiten sich derzeit glücklicherweise nicht weiter aus“, sagte Knuth am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur. Bis in die Nacht müsse aber noch mit heftigen Windböen gerechnet werden, die das Feuer anfachen könnten. „Dann hoffen wir auf den erwarteten Regen“, sagte Knuth.
In der Stadt seien die Anwohner von drei Straßen vorsorglich in Sicherheit gebracht worden, sagte der Bürgermeister. Wenn die derzeitige Windrichtung bleibe, müssten wegen der Rauchentwicklung vielleicht noch weitere Anwohner in Sicherheit gebracht werden. Weitere Evakuierungspläne auch für eine Klinik in Beelitz-Heilstätten seien vorbereitet, kämen aber hoffentlich nicht zum Einsatz, sagte Knuth. In der Stadt gebe es eine große Hilfsbereitschaft, betonte Knuth. Not-Unterkünfte gebe es in Turnhallen, Hotels, Pensionen und auf Spargelhöfen.
Hohe Gefahr für Einsatzkräfte – Waldbrand befindet sich im Kampfmittelverdachtsgebiet: „Es ist bereits zu Detonationen gekommen“
Der Waldbrand bei Treuenbrietzen ist besonders schwer zu löschen. Einsatzkräfte von der Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr und Teschnisches Hilfswerk (kurz: THW) sind mit ungefähr 400 Einsastzkräften vor Ort im Großeinsatz. Die massive schwarze Rauchwolke war bis nach Berlin zu sehen, so Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel. Besonders gefährlich ist das Feuer aufgrund dessen, dass sich der Waldbrand in einem Kampfmittelverdachtsgebiet ausgebreitet hat. „Es ist bereits zu Detonationen gekommen“, so Engel.
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