Niederländer will mit Ballbesitz in Berlin punkten
Klaassen: „Das Beste, was es gibt im Fußball“
Bremen – Davy Klaassens Blick geht über die rechte Schulter. Hinter ihm hängt der Monitor, der die Partien des kommenden Spieltags anzeigt. Hertha BSC vs. Werder Bremen ist da als Samstagabendmatch ausgewiesen.
Klaassen weiß das natürlich längst, entsprechend ausdruckslos geht der Blick wieder nach vorne. Aber eben nicht über die linke Schulter. Dort hängt der zweite Monitor, und der zeigt die Tabelle – eine Tabelle, die das Bremer Spiel in Berlin zu einem ganz besonders prickelnden macht. Der Zehnte tritt beim nur einen Punkt besseren Tabellenachten an. Auch da weiß man gleich, worum es geht. „Alle Spiele sind wichtig, aber dieses ist extra wichtig“, sagt Klaassen, denn: „Wir können einem direkten Konkurrenten wehtun – und das wollen wir natürlich.“
Hertha möchte ins internationale Geschäft, Werder nicht weniger. Und Mittelfeldmann Klaassen macht klar, dass es für sein Team am Samstag nicht nur darum geht, irgendwie nicht zu verlieren und schon ein Remis als Erfolg zu feiern. Wenn der Angriff auf die Top-6-Plätze der Tabelle noch erfolgen soll, dann richtig.
„Wir wollen natürlich gewinnen“, formuliert Klaassen einen Satz, der vor anderen Partien als selbstverständliche Floskel abzutun wäre. Doch im speziellen Fall geht es eben darum, die in der vergangenen Woche durch die Siege über Borussia Dortmund (DFB-Pokal) und den FC Augsburg (Bundesliga) entstandene Euphorie weiter zu befeuern. Nach der Startphase der Rückrunde geht es jetzt darum, dranzubleiben und in der Tabelle zu klettern. Hertha ist da die perfekte Chance.
Frage: Würde Klaasen wieder – wie gegen Augsburg – verstärkt auf Konter setzen? „Wenn es sich so ergibt, ja“, erklärt der Niederländer, doch für Konterspiel als oberste Maxime ist er nicht zu haben: „Das ist nicht unsere Absicht. Eigentlich wollen wir den Ball haben und den Gegner dominieren. Das ist das Beste, was es gibt im Fußball. Erst wenn das nicht geht, muss man umdenken. Aber kein Spieler der Welt spielt lieber Konter- als Ballbesitzfußball. Jeder möchte doch immer den Ball haben.“
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Klaassen: Assists als „besondere Extras“
Da spricht Klaassen, der Fußballer aus Leidenschaft. Allerdings hätte man ihm mehr Affinität zum einfach gestrickten Konterfußball unterstellen können. War er doch am 4:0 über Augsburg mit zwei Assists beteiligt – bei den beiden Kontertoren durch Milot Rashica. Es waren seine ersten Torbeteiligungen seit der 2:6-Heimklatsche gegen Bayer Leverkusen am neunten Spieltag.
Seither war es ihm nicht gelungen, sich ins Scheinwerferlicht zu stellen. Am Sonntag schon. „Für mich sind solche Assists die besonderen Extras“, sagt der 25-Jährige. Quasi die Bonbons. Und die nächsten Bonbons will er sich in Berlin holen. Dass Werder am Ende das ganz große Bonbon verdient hat, „das müssen wir in Spielen wie diesen zeigen“.
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