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Erstes Foto mit den neuen Chefs: Werders Rekordtransfer Davy Klaassen posiert mit Trikot zwischen Trainer Florian Kohfeldt (links) und Sportchef Frank Baumann.
Bremen - Es gibt ja Spieler, die haben sich bei vergleichbaren Gelegenheiten schon gehörig blamiert. Für die Fotografen während der offiziellen Vorstellung beim neuen Verein noch kurz mit dem Ball jonglieren – und plötzlich gehorcht die Kugel im Blitzlichtgewitter nicht mehr! Auch Davy Klaassen wurde am Freitagmittag im Weserstadion um ein, zwei schnelle Kabinettstückchen gebeten – und Werders neuer Mittelfeldstar lieferte ab! Makellos.
Wenig später saß der 25-Jährige dann auf dem Podium im Medienraum, um der Öffentlichkeit zu erklären, warum er sich für einen Wechsel vom FC Everton zu Werder entschieden hatte – und welche Rolle er in der Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt spielen möchte. Am Morgen hatte Klaassen bei Werder einen Vertrag bis 2022 unterschrieben. Nun betonte er selbstbewusst: „Ich bin ein Führungsspieler und denke, dass ich der Mannschaft helfen kann.“
Früher, während seiner Zeit als Jugendfußballer, da war Davy Klaassen schon einmal an der Weser zu Gast. Mit der U15 von Ajax Amsterdem nahm er an einem Turnier teil. „Daran habe ich noch sehr gute Erinnerungen, denn wir haben das Turnier gewonnen“, sagte der niederländische Nationalspieler mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Und seine folgenden Ausführungen ließen nur einen Schluss zu: Gewinnen an der Weser – das möchte dieser Davy Klaassen künftig so oft es geht wiederholen.
Klaassen erklärt seinen Wechsel zu Werder
Hinter dem 15-Millionen-Euro-Einkauf liegt ein Jahr beim FC Everton, in dem er fast nicht gespielt hat. „Der Spielstil in der englischen Liga hat nicht zu mir gepasst. Alles ist dort sehr physisch und weniger technisch“, sagte er. „Deswegen wollte ich jetzt zu einem Verein, wo ich auf jeden Fall Einsatzzeiten bekomme“, erklärte Klaassen, der sich schließlich von Werder – und speziell von Trainer Kohfeldt – überzeugen ließ. „Zwei, drei Stunden“ habe er am Dienstag in Manchester mit dem Bremer Coach zusammengesessen, dann noch eine Nacht über das Gehörte geschlafen und Werder am Mittwoch Grünes Licht gegeben.
„Wichtig war mir die Art und Weise, wie mein neuer Verein Fußball spielen möchte“, sagte Klaassen, der von Kohfeldts offensiver Grundausrichtung schnell begeistert war. Für die Pläne des Trainers ist der Niederländer „extrem wichtig“, wie Kohfeldt es nannte: „Davy hat ein gutes Gefühl für den Rhythmus des Spiels, bewegt sich gut in den Räumen und strahlt auch Torgefahr aus. Er wird ein Fixpunkt in unserem Spiel.“
Ein Fixpunkt, den Werder sich eine Rekord-Ablösesumme kosten ließ. Bisher war Marko Marin (kam 2009 für 8,2 Millionen Euro aus Gladbach) der teuerste Spieler der Vereinsgeschichte. Nun steht Klaassen an der Spitze dieses Rankings. Ein Problem ist das für den Mittelfeldspieler nicht. „Das Geld kümmert mich nicht. Es zeigt mir höchstens, wie viel Vertrauen und Glauben der Verein in mich steckt“, sagte Klaassen, der künftig mit der Rückennummer 30 auflaufen wird.
In Amsterdam hatte er die 10, in Everton die 20 getragen. Da schien ihm die 30 der nächste, logische Schritt. „Sie war frei, und irgendwie passt das gut“, sagte er. Gut passen – diese Einordnung, sie könnte auch auf Klaassen und Werder im Allgemeinen zutreffen. „Er erfüllt unser Profil zu 100 Prozent“, sagte Kohfeldt. Und der Profi gab zurück: „Ich habe in der letzten Saison einige Spiele von Werder gesehen. Das hat mir gut gefallen.“