Hess-Grunewald findet deutliche Worte
Debatte um Montagsspiele: Werder erhört die Fans – und nun?
Bremen - In der Montagsdebatte der Fußball-Bundesliga gibt es nun auch aus Bremen relativ deutliche Worte.
Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald spricht sich – wenn auch etwas verklausuliert – für eine Abschaffung der seit dieser Saison eingeführten Spiele am Wochenbeginn aus. „Wenn ich sehe, wie sich die Fans mit den Montagsspielen nicht in Einklang bringen können, dann würde ich immer dafür plädieren, dass wir die Menschen weiter mitnehmen und auf die Fans hören müssen“, sagte Hess-Grunewald zu Radio Bremen.
Das ist schön dahergesagt, aber nur schwer umsetzbar. Die Vereine befinden sich in der Zwickmühle. Sie selbst haben schließlich entschieden, dass seit dieser Spielzeit auch fünf Mal an einem Montag gespielt wird. Begründungen dafür gab es viele. Es ging zum Beispiel um Terminentlastung mit Blick auf die Europa-League-Spiele am Donnerstag und um weniger Spiele an einem Sonntag, um den Amateurfußball zu schützen. Nun aber redete Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt, im WDR endlich mal Klartext: „Wir alle waren dafür, weil es um Geld geht. Und auch dieser Montagsspieltag hat uns allen als Verein Geld gebracht.“
Hess-Grunewald: „Keine falschen Hoffnungen wecken“
Der neue TV-Vertrag gilt bis 2021. Und bis dahin wird der Montag wohl ein Spieltermin bleiben – unterschrieben ist eben unterschrieben. „Da sollten wir auch keine falschen Hoffnungen wecken“, sagte Hess-Grunewald und ruderte damit schon wieder ein wenig zurück. Wenngleich er nicht ausschließen wollte, dass Gespräche zu einer schnelleren Lösung führen könnten. Es müsste also vor allem eine Einigung mit Eurosport her. Der zweite Rechteinhaber neben Sky überträgt die Partien am Montag.
Und im Gegenzug müssten die Clubs wohl auf Geld verzichten – eine im Fußball eigentlich wenig beliebte Praxis. Doch Eintracht-Präsident Fischer macht da den Fans mit seiner Forderung Hoffnung: „Wir müssen auf den Schnaps aus dem Glas für die Montagsspiele verzichten, um den Fußball ertragbar und erlebbar zu machen.“
Der Fan-Protest geht in jedem Fall auch beim dritten Montagsspiel in dieser Saison weiter – und das wie schon zuletzt in Dortmund mit einem Boykott. Zahlreiche Ultra-Gruppen des SV Werder und des 1. FC Köln werden nicht ins Weserstadion kommen. Dabei kämpft Werder um seine Anhänger. Trainer Florian Kohfeldt hat schon für ein Umdenken geworben, Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein auch.
Und Präsident Hess-Grunewald sagte bei Radio Bremen: „Gegen Köln brauchen wir jeden Zuschauer. Wir dürfen nicht vergessen, wir befinden uns immer noch im Abstiegskampf. Das ist ein sehr entscheidendes Spiel für uns, und das werden wir mit vollen Tribünen und einer aktiven Fans-Szene besser gestalten, als ohne.“