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Bremen - Es war kurz vor Ende der Partie gegen Stuttgart, als Werder-Profi Robert Bauer etwas die Fassung verlor: Auf dem Weg zur Ersatzbank warf der 22-Jährige sein Aufwärmleibchen einfach auf den Boden.
Teamkollege Ishak Belfodil staunte nicht schlecht. Beide hatten sich umsonst warm gemacht, drei andere Spieler waren eingewechselt worden. Für Bauer wird das zum Dauerzustand – und das frustet ihn offenbar immer mehr. „Es ist keine einfache Situation für Robert“, sagt Sportchef Frank Baumann: „In den letzten eineinhalb Jahren hat er fast immer gespielt. Wenn man dann nicht mal eingewechselt wird, ist die Enttäuschung natürlich da.“
Bei Alexander Nouri war Bauer gesetzt – zunächst als rechter Verteidiger, dann nach der Umstellung auf die Dreierkette auch im Mittelfeld. Und als Werder im Sommer durch Verletzungen plötzlich die Innenverteidiger ausgingen, wurde Bauer auch dort zur Alternative. Nouri und Baumann waren so zufrieden, dass sie sogar darauf verzichteten, einen weiteren echten Innenverteidiger zu verpflichten.
Unter Kohfeldt hat Bauer noch gar nicht gespielt
Doch Nouri ist Vergangenheit – und Bauers Stammplatz damit auch. Der neue Coach Florian Kohfeldt hat den Allrounder zwar immer in den 18er-Kader berufen, aber ihn in den vier Spielen nie eingewechselt. Schon im Training war der Frust darüber bei Bauer nicht zu übersehen – allerdings nicht in Form von Wut, sondern von gedämpftem Engagement. Da ging der sonst so kampflustige Defensivspezialist manchmal ungewohnt zurückhaltend zu Werke, als sei er etwas beleidigt.
Dazu passt, dass Baumann vor einer Woche das Verhalten einiger Reservisten öffentlich angeprangert hat. Er forderte mehr Einsatz. Namen nannte Baumann dabei nicht. Natürlich würde er mit den Betroffenen darüber sprechen, sagt der Sportchef nun: „Das gehört doch dazu.“ Ob er das aktuell auch mit Bauer machen wird, ließ Baumann offen. Der Ex-Profi weiß aber schon jetzt, was passieren wird: „Ich bin mir sicher, dass sich Robert im Training wieder anbieten wird.“ Das kann durchaus auch als versteckte Botschaft an den frustrierten Spieler verstanden werden.