Werder will den Stürmer wohl nicht behalten
Belfodil - die Zeichen stehen auf Abschied
Bremen - Als die Werder-Profis ihr 1:1 gegen Dortmund vor der Ostkurve feierten, da fehlte ein Spieler: Ishak Belfodil. Er war nach dem Schlusspfiff nicht wie üblich zur Mannschaft auf den Platz gegangen, sondern schnurstracks in die Kabine.
Er schmollte, weil er nicht gespielt hatte. Das könnte durchaus Folgen haben. Der Algerier würde gerne bleiben, aber Werder will ihn sich offenbar nicht leisten – und da spielt sein unglücklicher Abgang gegen Dortmund eine wichtige Rolle. Die Zeichen stehen auf Abschied.
Belfodil ist mit seiner Art Fußball zu spielen ziemlich einzigartig im Kader des Bundesligisten. Er hat eine enorme körperliche Präsenz und gleichzeitig eine gute Technik. Zusammen ergibt das einen starken Eins-gegen-eins-Spieler, der durch gewonnene Zweikämpfe Lücken reißen oder direkt in den Strafraum eindringen kann. Eine gewisse Torgefahr besitzt er auch, ist aber kein echter Torjäger. Vier Treffer in 26 Bundesligaspielen sind eher bescheiden.
Auch ohne Kaufoption: Belfodil wird kein Schnäppchen
Aber es gibt noch ein viel größeres Problem: Belfodil kann nicht so gut mitspielen, setzt die anspruchsvollen Vorgaben des Trainers oft nur mäßig um. Das war schon Anfang des Jahres im Trainingslager in Algorfa zu erkennen, in den Monaten danach bestätigte sich der Eindruck. Deswegen wurde der 26-Jährige zum Wanderer zwischen Startelf und Ersatzbank. Er scheint nicht so wirklich in das Konzept von Trainer Florian Kohfeldt zu passen, andererseits greift er immer wieder gerne auf dessen spezielle Stärken zurück.
Doch reicht das für eine Verpflichtung? Die Kaufoption ließ Werder schon mal verstreichen. Für angeblich sieben Millionen Euro hätte Belfodil fest von Standard Lüttich verpflichtet werden können. Sportchef Frank Baumann erklärte diese Maßnahme auch damit, so den Preis vielleicht drücken zu können. Ein Schnäppchen wird Belfodil aber trotzdem nicht, zumal er auch sehr gut verdient. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum Werder nicht mehr wirklich über eine Verpflichtung nachdenkt. Es geht auch um Belfodils Verhalten.
Hat sich Belfodil selbst ins Abseits gestellt?
Der Nationalspieler müsste seine Rolle schon annehmen und dürfte in der Saison nicht ständig maulen, wenn er nicht regelmäßig spielt. An dieser Loyalität bestehen Zweifel, die am Sonntag bestätigt wurden. Möglicherweise hat sich Belfodil damit selbst ins Abseits gestellt. Vielleicht hat er aber auch nur in Kohfeldts Einwechslungen ein klares Signal erkannt: Der Coach brachte in der 70. Minute den jungen Johannes Eggestein (20) und eben nicht den sechs Jahre älteren Belfodil. Dem einen Angreifer gehört bei Werder die Zukunft, der andere dürfte bald Vergangenheit sein.
Und dann ist da ja auch noch Leonardo Bittencourt. Den Kölner Außenstürmer wollen die Bremer unbedingt haben und dafür die festgeschriebene Ablösesumme von acht Millionen Euro zahlen. Der Transfer ist in Arbeit. Der 24-jährige Außenstürmer passt bestens zur Spielidee von Kohfeldt. Belfodil nicht wirklich. Vor Saisonende wird es zu diesem Thema aber nichts Offizielles geben. Denn noch wird Belfodil gebraucht – zumindest für spezielle Momente auf dem Platz.
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