Laut Bild: Kapitän hat Verein informiert
Kapitän Junuzovic verlässt Werder
Bremen - Zlatko Junuzovic und der SV Werder Bremen gehen am Saisonende getrennte Wege. Der Österreicher hat dem Club mitgeteilt, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird.
Das berichtet die „Bild“-Zeitung. Der SV Werder hat den Abgang von Kapitän Junuzovic nun auch bestätigt. Junuzovic spielt seit Anfang 2012 bei Werder. Der Club wollte zwar mit dem Kapitän verlängern, aber nur zu wesentlich geringeren Bezügen. Sein Nachfolger steht schon längst fest: Kevin Möhwald vom 1. FC Nürnberg.
Junuzovic war sich praktisch mit Trabzonspor einig
Die Entscheidung von Junuzovic kommt nicht wirklich überraschend. Denn der Österreicher war mit seiner aktuellen Situation bei Werder alles andere als zufrieden. Er beteuerte zwar immer, dass sein Verhältnis zu Florian Kohfeldt gut sei, aber für den Österreicher war der Trainerwechsel persönlich nicht gut. Kohfeldt-Vorgänger Alexander Nouri hatte Junuzovic vor fast genau einem Jahr zum Kapitän für die neue Saison ernannt – als Nachfolger von Clemens Fritz, der seine Karriere beendete.
Sportlich war Junuzovic danach unantastbar, aber es gab Probleme mit der Vertragsverlängerung. Baumann wollte den im Sommer 2018 auslaufenden Kontrakt zwar vorzeitig ausweiten, aber nur zu wesentlich schlechteren Konditionen. Junuzovic lehnte ab, schmollte und flirtete mit einem Vereinswechsel. Mit dem türkischen Club Trabzonspor war er sich praktisch einig, sagte dann aber ab. Ein Wechsel in die Türkei wollte er dann doch nicht wagen, außerdem gab es Probleme bei der Ablöse, Werder wollte zu viel für den Mittelfeldspieler. Schließlich war er unter Nouri gesetzt.
Kruse und Moisander gelten als Chefs im Team
Wegen Achillessehnenproblemen verpasste Junuzovic die ersten sechs Bundesligaspiele. Früher als eigentlich geplant kehrte er auf den Platz zurück, doch auch er konnte Nouri nicht mehr retten. Der Coach wurde Ende Oktober entlassen, Kohfeldt sein Nachfolger. Mit ihm ist Junuzovic schon länger befreundet. Das resultiert aus Kohfeldts Zeit als Co-Trainer unter Viktor Skripnik.
Doch der neue Coach nahm darauf keine Rücksicht, setzte den Mittelfeldspieler nur selten auf dessen bevorzugter Position im Zentrum ein und dann auch noch mehrfach auf die Bank. Zuletzt kam Junuzovic nur noch bei Heimspielen von Beginn an zum Einsatz – für einen Kapitän schon eine besondere Aktion. Aber diesen Stellenwert besaß Junuzovic schon lange nicht mehr. Max Kruse, der nun oft die Binde trägt, und Niklas Moisander gelten als Chefs im Team. Es wäre spannend geworden, ob Junuzovic bei einer Vertragsverlängerung wirklich Kapitän geblieben wäre.
Zlatko Junuzovic: Seine Karriere in Bildern




Das Thema hat sich nun offenbar erledigt, Junuzovic geht weg. Wohin, das ist offen. Der FC Schalke soll interessiert gewesen sein, der VfB Stuttgart auch. Am liebsten würde der Österreicher in Deutschland bleiben. Eine Rückkehr in die Heimat ist eigentlich noch nicht geplant, trotzdem buhlt RB Salzburg um die Dienste des Ex-Nationalspielers. Auch aus der US-Liga MLS soll es Angebote geben – zum Beispiel aus Orlando, Chicago und Philadelphia. Trabzonspor dürfte sich auch wieder melden.
Mit 30 Jahren will Junuzovic wieder auf seiner Lieblingsposition als Achter oder besser noch als Zehner spielen und noch einmal einen großen Vertrag abschließen. In Bremen war das alles nicht möglich. Der Club sieht in Junuzovic nicht mehr den absoluten Leistungsträger und wollte ihn deshalb auch anders entlohnen. Zudem ist der Österreicher sehr verletzungsanfällig, braucht nach Spielen längere Pausen. Deswegen hat Werder auch nicht um einen Verbleib gekämpft. Zumal ein Nachfolger schon feststeht. Vom 1. FC Nürnberg kommt Kevin Möhwald. Der Wechsel des 24-Jährigen wird allerdings erst bekannt gegeben, wenn Werder den Klassenerhalt sicher hat.
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