Später Ausgleich kostet nicht nur Punkte
Kommentar: Das gute Gefühl hat gelitten
Der Last-Minute-Gegentreffer zum 2:2 hat Werder Bremen nicht nur einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf gekostet. Ein Kommentar von Carsten Sander.
Vor dem Spiel wären wohl die meisten, deren Herz an Werder Bremen hängt, mit einem Punkt gegen Mainz 05 zufrieden gewesen. Was will man auch mehr erwarten, wenn in Max Kruse, Zlatko Junuzovic und Fin Bartels die gesamte Offensive ausfällt? Aber so, wie es zum 2:2 gekommen ist, bietet das Spiel maximalen Grund, frustriert, verärgert und sauer zu sein.
Die Kernfrage: Wie kann es passieren, dass der Mainzer Fabian Frei in den Schlusssekunden ungedeckt bleibt? Sieg absichern? Das hat mal gründlich gar nicht funktioniert. Da tröstet es auch nicht, dass ähnliche Phänomene zeitgleich auch in Augsburg und Frankfurt zu beobachten waren.
Werder ist und bleibt ein Abstiegskandidat
Die Bremer Mannschaft, die für eine starke erste Halbzeit zu loben ist, hatte nach der Pause mit jeder Minute, die verging, jenen Mut verloren, der sie zuvor zum 2:0 geführt hatte. Zögerlich, statt zielstrebig – so gab Werder einen Sieg aus der Hand, der enorm gut getan hätte. So geht das Team als Tabellen-16. und nicht als 14. in die kurze Winterpause.
Punktemäßig ist das zwar nicht der Riesenunterschied, psychologisch aber schon. Denn das gute Gefühl des Aufschwungs hat durch den Last-Minute-Ausgleich deutlich gelitten. Wer in einem solch wichtigen Spiel einen solch großen und entscheidenden Fehler in der Nachspielzeit macht, beweist vor allem eins: Er ist und bleibt ein Abstiegskandidat.
Fotostrecke: Vorsprung verspielt




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