DeichStube-Kommentar
Logische Quittung: Kommentar zu Werder Bremens Pokal-K.o. bei Arminia Bielefeld
Der SV Werder Bremen ist aus dem DFB-Pokal ausgeschieden: Nach den vergangenen Wochen ist das die logische Quittung, findet DeichStube-Reporter Malte Bürger - und erklärt, warum!
Bremen - Es war der 15. Juni, an dem Klarheit herrschte. Und somit nach der Auslosung exakt acht Wochen Zeit blieben, um den SV Werder Bremen optimal für das alles andere als einfache DFB-Pokalspiel bei Arminia Bielefeld zu präparieren. Was folgte, war das genaue Gegenteil davon. Werder schlitterte durch die Vorbereitung, hatte mit etlichen Verletzungssorgen zu kämpfen und – was am schwersten wiegt - blieb auf dem Transfermarkt erschreckend untätig. Eine toxische Mischung, die eine erneute Niederlage bei der Arminia bescherte und die logische Quittung der Vorwochen darstellt.
DeichStube-Reporter Malte Bürger: Das DFB-Pokal-Aus wirft kein gutes Licht auf die Zusammensteller des Kaders des SV Werder Bremen
Coach Horst Steffen mühte sich seit Dienstantritt redlich, trotz der vorhandenen Defizite eine verlässliche Struktur zu installieren. Ihn trifft noch die geringste Schuld. Und doch spielt auch der Trainerwechsel eine Rolle im windschiefen Gesamtkonstrukt – hat der stetige Verweis darauf, dass unter Steffen nun alles neu ist, doch reichlich Schatten gespendet, in dem Fußball-Chef Clemens Fritz, Kaderplaner Johannes Jahns und Peter Niemeyer als Leiter Profifußball des SV Werder Bremen wirkten. Vergleichsweise kritikarm blieb es so im bisherigen Sommer am Osterdeich trotz der mauen Marktaktivitäten. Wäre Ole Werner unverändert im Amt, hätte das sicherlich anders ausgesehen. Weil auch er – anders als es ein Neuling für gewöhnlich tut – zum Mahner geworden wäre. So aber sind die vergangenen Wochen der schmerzhafte Beleg für die Kritik, die der Ex-Coach kurz vor seiner Entlassung geübt hatte.
Werder Bremen verbiss sich wochenlang in Personalien wie von André Silva, bei denen kaum zu glauben ist, dass es nicht noch andere, mindestens gleichwertige Alternativen im ominösen Schattenkader geben soll, die es wert sind, schneller umgesetzt zu werden. Stattdessen wurde gewartet und sich in eine Abhängigkeit begeben, die – wie jetzt bei Arminia Bielefeld – zu großem sportlichen Schaden führt. Der Pokalwettbewerb stellt noch immer den kürzesten Weg nach Europa dar, bietet die Chance auf lukrative Einnahmen. Unverständlich, dass Werder diese Chance derart leichtfertig hergegeben hat. Nicht zum ersten Mal. Ein gutes Licht wirft das auf die Zusammensteller des Kaders nicht. (mbü)
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