Letzter Test im Zillertal
0:1 gegen Köln - Werder zu müde und zu harmlos
Zell. Zum Abschluss des Trainingslagers in Zell am Ziller hat Werder Bremen am Freitagabend eine 0:1-Niederlage gegen den 1. FC Köln kassiert. Nach neun Tagen im Zillertal war es nicht der erhoffte positive Abschluss für das Team von Trainer Florian Kohfeldt.
Dessen Quäl-Befehl an das Bremer Team war zuvor ganz klar formuliert worden. „Ich möchte sehen, dass jeder an seine Grenzen geht – und vielleicht sogar ein bisschen darüber hinaus“, hatte Kohfeldt vor der Partie gesagt. Nach 45 Minuten ließ sich schon mal festhalten, dass die Grenzen der körperlichen Leistungsfähigkeit eng gesetzt waren bei Werder. Nach einem Blitzstart mit einer Top-Chance für Martin Harnik (nach Zuspiel Max Kruse/3.) kam kaum noch etwas von dem Erstligisten. Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln dominierte die Partie.
Werder oft einen Schritt zu spät
Dass es an den Belastungen des Trainingslagers lag, funktionierte als Grund jedoch nur bedingt. Denn auch für Köln bildete das Spiel den Abschluss eines neuntägigen Trainingslagers. Allerdings befindet sich der Bundesliga-Absteiger schon eine Woche länger im Training. Vielleicht doch ein kleiner Fitness- und Frische-Vorteil.
Auf dem Platz sah es so aus, dass die Bremer Spieler meistens einen Schritt zu spät kamen. Die Dreierkette mit Philipp Bargfrede im Zentrum verwandelte sich notgedrungen oft zur Fünferkette, weil Köln drückte. Florian Kainz rechts und Thore Jacobsen links agierten dann als Außenverteidiger. Davor übernahm Kevin Möhwald die Rolle des Sechsers. Maximilian Eggestein und Fridolin Wagner agierten auf den Halbpositionen. Max Kruse spielt mal in der Spitze, mal ließ er sich fallen und machte so das Mittelfeld zu einer Raute. Martin Harnik war dann als Spitze auf sich allein gestellt.
Das System zündete aber nicht wirklich. Werder musste Köln das Kommando überlassen, die aus Kitzbühel angereisten Rheinländer blieben zum Bremer Glück jedoch im Abschluss zu ungefährlich. Louis Schaub (20.) und Serhou Guirassy (44.) vergaben die besten Chancen. Das 0:0 zur Pause war schmeichelhaft für das Kohfeldt-Team.
Systemwechsel nach der Pause
Mt Wiederbeginn wechselte der Werder-Coach nicht nur einen Teil des Personals, sondern auch das System. Marco Friedl, Sebastian Langkamp und Felix Beijmo ersetzten Jacobsen, Moisander und Gebre Selassie. Johannes Eggestein kam zudem für Harnik. Werder agierte nun in einem 4-4-2 mit Bargfrede auf der Sechs und Maximilian Eggestein sowie Möhwald auf den Halbpositionen – quasi Erstbesetzung. Im Tor übernahm Luca Plogmann von Pavlenka. Das Ergebnis blieb aber das Gleiche: Kaum Torszenen, viel Stückwerk. Ein von Kainz frech aufs Tor gezogener Freistoß musste da schon als beste Bremer Offensivszene herhalten (66.).
Ein Plogmann-Fehler verhalf dem 1. FC Köln schließlich zur Führung. Nach einem langen Pass zögerte der 18-Jährige zu lange, ging dem Ball nicht entgegen. Simon Terodde nutzte das eiskalt und überlupfte Plogmann zum 1:0 für den FC (67.).
Fotostrecke: Werder verliert Testkick gegen Köln




Der Rückstand motivierte Werder, das in Milot Rashica, Jean-Manuel Mbom und Jan-Niklas Beste kurz zuvor weitere neue Spieler gebracht hatte, immerhin zu mehr Offensivaktionen. Köln, das ebenfalls kräftig durchgewechselt hatte, schaltete etwas zurück, verlegte sich aufs Kontern. Dennoch besaß Werder im Grunde keine klare Ausgleichschance. Distanzschüsse von Johannes Eggestein (83.) und Beste (84.) sowie ein Kopfball von Sebastian Langkamp waren wenigstens im Ansatz gefährlich. Aber sonst? Wenig los bei Werder!
Werder: Pavlenka (46. Plogmann) - Gebre Selassie (46. Langkamp), Bargfrede (63. Beste), Moisander (46. Friedl) - Kainz, Möhwald, Jacobsen (46. Beijmo) - Wagner, M. Eggestein (63. Mbom)- Kruse (63. Rashica) - Harnik (46. J. Eggestein).