Neuzugang aus Hannover
Herz-Schmerz, ein Traum, Fan-Verdruss und mehr: Deshalb kommt Harnik!
Bremen/Hannover - Im vergangenen Winter sollte Martin Harnik noch sieben Millionen Euro kosten – diesen Preis hatte Hannover 96 angeblich für den Angreifer aufgerufen, als der SV Werder erstmals Interesse bekundet hatte.
Damals ließen die Bremer die Finger von dem Geschäft. Zu teuer! Nicht mal ein halbes Jahr später hat es nun doch geklappt. Werder hat am Freitag zugeschlagen, Harnik (30) bis 2021 unter Vertrag genommen. Für nun nur noch etwas mehr als zwei Millionen Euro. Es ist ein rasanter Preisverfall. Und der ist nur möglich, wenn auf der abgebenden Seite ein Handlungswille entsteht, der zuvor noch nicht gegeben war. Zum Werder-Glück war es so. Die Gründe:
Nummer eins: Ein bisschen Herz-Schmerz!
Martin Harnik wollte unbedingt wechseln. Im Winter hatte er sich noch zurückgehalten, hatte zwar mit einer Rückkehr nach Bremen kokettiert, ernst gemacht hatte er jedoch nicht. Als Werder wieder anklopfte, hat er sich gegenüber Hannover 96 aber klar positioniert. Werder sollte es sein – auch aus sentimentalen Gründen. In Bremen hatte seine Profi-Karriere schließlich einst begonnen. „Für mich schließt sich ein Kreis. Ich habe die ersten Schritte im Profi-Fußball bei Werder gemacht – und werde vielleicht die letzten auch bei Werder Bremen machen“, sagte Harnik in einer Videobotschaft auf „hannover96.de“. Das heißt: Der bald 31-Jährige hat nach Ablauf des nun geschlossenen Vertrags sein Karriereende im Blick.
Nummer zwei: Noch mehr Herz-Schmerz!
Dass Harnik in diesen möglicherweise letzten Jahren seiner Profi-Karriere gemeinsam mit „meinem ehemaligen Weggefährten und alten, dicken Kumpel Max Kruse“ zusammenspielen kann, ist ein weiterer Motor des Wechsels gewesen. Gemeinsam kickten die beiden schon als Jugendliche beim SC Vier- und Marschlande, nun lockte die Reunion. Harnik: „Das war von uns beiden ein großer Traum, dass wir nicht nur im Amateurbereich gemeinsam gespielt haben, sondern auch auf Profi-Ebene. Diese Chance nochmal zu bekommen, darauf freuen wir uns sehr.“
Martin Harnik: Seine Karriere in Bildern




Nummer drei: Ein bisschen 96-Verdruss!
Die Dauerdiskussion um die 50+1-Regel bei Hannover 96 und die dazugehörende Fehde zwischen 96-Ultras und Clubchef Martin Kind sollen Martin Harnik zunehmend weniger gefallen haben. Zwar bedankte er sich in seiner Videobotschaft für eine „tolle Zeit“, er rief Fans und Verein aber auch zu mehr Einigkeit auf: „Rückt wieder näher zusammen!“
Nummer vier: Sportliche Gründe!
Wenn ein Spieler wie Martin Harnik für zwei Millionen Euro gehen darf, hat das natürlich nicht nur mit Sentimentalitäten und Fan-Zoff zu tun. Dahinter stecken auch sportliche Gründe. Harnik trotz 30 Saisoneinsätzen und neun Saisontoren für die vergleichsweise geringe Summe von zwei Millionen Euro plus x gehen zu lassen, sei „die Entscheidung der sportlichen Leitung“ gewesen, betonte Club-Chef Martin Kind.
Sportchef Horst Heldt und Trainer Andre Breitenreiter haben Harnik gehen lassen, das Verhältnis wird wohl auch nicht mehr ungetrübt gewesen sein. Kind hätte den Stürmer wohl lieber behalten und deutete an, dass sein Verständnis für diese Entscheidung nicht besonders groß ist. Die Ablöse? „Die Diskussion ist geführt worden“, sagte er und bekannte, dass der Transfer im Club „unterschiedlich bewertet wird“.
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