„Wir sind mental sehr stark“
Moisanders Auftrag an alle: Weniger als 40 Gegentore sind das Ziel
Bremen - Der Abwehrchef hat gesprochen. Und er hat seinen Kollegen aus der Defensive einen klaren Auftrag erteilt. „Wir wollen in dieser Saison weniger als 40 Gegentore kassieren – das ist unser Ziel“, sagte Niklas Moisander am Donnerstag in einer Medienrunde.
40 Gegentore waren es in der vergangenen Saison, dass es in der neuen Spielzeit weniger werden, ist für Moisander fast schon logisch. Denn: „Wir sind in der Abwehr personell ja unverändert geblieben und sind deshalb besser eingespielt als letztes Jahr.“
Tatsächlich sind die Namen in der Viererkette die gleichen geblieben, die Qualität hat sich aber dennoch verbessert, meint der Finne und führt als Argument die Entwicklung von Milos Veljkovic, seinen Nebenmann in der Innenverteidigung, an: „Ich sehe, dass Milos über den Sommer viel Selbstvertrauen getankt hat. Die WM hat ihm sehr geholfen. Es ist sehr leicht für mich, neben ihm zu spielen.“ Bislang galt der 22 Jahre alte Serbe als Lehrling des zehn Jahre älteren Finnen.
Doch die Verhältnisse verschieben sich so langsam – vor allem weil Veljkovic lauter und bestimmender auftritt als noch vor der WM. Bei dem Turnier in Russland absolvierte er zwar nur einen Einsatz, doch in den ersten zwei Länderspielen nach dem Vorrundenaus der Serben stand er jeweils in der Startelf. Heißt: Der Neustart findet mit ihm statt. Und die Kraft, die Veljkovic dadurch entwickelt, spürt auch Moisander.
Bei Linksverteidiger Ludwig Augustinsson sollte es eigentlich nicht anders sein. Doch ausgerechnet der WM-Viertelfinalteilnehmer patzte gegen Frankfurt, beschwor mit einer zu kurzen Kopfballrückgabe auf Keeper Jiri Pavlenka dessen Verletzung und den Elfmeter herauf, der Werder ins Wanken brachte. Beim 1:1 gegen Hannover war es ein kurzer Totalausfall der gesamten Viererkette, der zum Gegentor führte. Obwohl diese Fehler nicht wegzudiskutieren sind, glaubt Moisander fest daran, dass die neue Saison noch besser wird als die alte. Jedenfalls die Gegentorquote betreffend.
Moisander hofft auf Pavlenka-Rückkehr gegen Nürnberg
Ein Indiz dafür ist, dass Werder in Frankfurt nach dem Ausgleich und dem Pavlenka-K.o. zwar unter Druck geriet, letztlich aber keinen Schuss mehr auf das von Bundesliga-Debütant Luca Plogmann gehütete Tor zuließ. Dies sowie die Tatsache, dass ein eigenes spätes Tor noch den Sieg brachte, ist für Moisander Grund genug, an die psychische Stärke der Mannschaft zu glauben: „Wir sind mental sehr stark. Das könnte ein großes Plus sein.“
In der vergangenen Saison trug das große Plus den Namen Pavlenka. Moisander: „Jeder weiß, wie wichtig Pavlas für uns ist, weil er Punkte retten kann.“ Deshalb hofft Werder inständig, dass der Schlussmann am Sonntag gegen den 1. FC Nürnberg (15.30 Uhr/Weserstadion) nach auskurierter Gehirnerschütterung wieder zur Verfügung steht. Und Vordermann Moisander hofft mit. Die Anzeichen seien gut, aber sicher ist sich der Abwehrboss nicht, dass Pavlenka tatsächlich spielen wird. Lachend erklärt Moisander: „Ich kann wirklich nicht sagen, wie er sich fühlt. Er spricht ja nicht so viel.“
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