29-Jähriger wechselt zu Werder
Rekordjäger Sahin: Über Madrid und Liverpool nach Bremen
Bremen - Nuri Sahin ist Werders letzter Neuzugang. Der 29-Jährige ist schon viel herumgekommen in Fußball-Europa, hat zudem einige Rekorde aufgestellt. Wir haben einen Blick auf seine Karriere geworfen.
Borussia Dortmund, Real Madrid und der FC Liverpool - alles große Vereine, für die der in Lüdenscheid geborene Sahin bisher gespielt hat. Wenngleich mit unterschiedlichem Erfolg. Angefangen hatte aber alles beim RSV Meinerzhagen, seinen Heimatclub im Westen des Sauerlands, den er nun trotz seines Wechsels ins rund 300 Kilometer entfernte Bremen weiterhin unterstützen möchte. 2001 verließ der Mittelfeldspieler den Verein aus der Kleinstadt Meinerzhagen (21.000 Einwohner) und wechselte zum BVB. Dort betrat er vier Jahre später erstmals die große Fußballbühne.
Gleich vier Rekorde hat Sahin als Jugendlicher aufgestellt: Der Deutsch-Türke ist jüngster Bundesliga-Spieler der Geschichte (16 Jahren, 355 Tagen), jüngster Torschütze der Liga (17 Jahre, 82 Tage), jüngster türkischer Nationalspieler sowie jüngster Torschütze im Dress der Türkei (8. Oktober 2005, Tor zum 2:0-Endstand gegen Deutschland).
In seinen ersten beiden Jahren als Fußball-Profi absolvierte Sahin 47 Bundesligaspiele für den BVB. Trotzdem zog es ihn zur Saison 2007/08 per Leihe zu Feyenoord Rotterdam - zu seinem Förderer und ehemaligen Dortmund-Trainer Bert van Marwijk. Denn Coach Thomas Doll - kam 2007 zum BVB - plante nicht mit Sahin. Mit dem niederländischen Club wurde Sahin Pokalsieger. Es war sein erster Titel im Herrenbereich.
Sahin unterschrieb für sechs Jahre bei Real Madrid
Im Sommer 2008 kehrte der türkische Nationalspieler (52 Einsätze, inzwischen zurückgetreten) zur Borussia zurück - und etablierte sich in der Rückrunde als Stammspieler. Eine Saison später brachte es Sahin in 33 Startelf-Einsätzen auf vier Tore und acht Torvorlagen. 2011 folgte der große Erfolg: Sahin führte den BVB zur Deutschen Meisterschaft und wurde zum Mittelfeldspieler der Saison gekürt. Da war es nur eine logische Konsequenz, dass noch größere Vereine bei ihm anklopften. So wechselte Sahin für zehn Millionen Euro zu Real Madrid. Dort unterschrieb er einen Sechsjahresvertrag - keine gute Entscheidung, wie sich ziemlich schnell herausstellte.
Beim spanischen Rekordmeister kam der Mittelfeldmann unter Jose Mourinho kaum zum Zug, absolvierte nur zehn Pflichtspiele. Zu groß war die Konkurrenz von Top-Stars wie Xabi Alonso, Lassana Diarra und Sami Khedira. Die Folge: Sahin verließ Madrid wieder und wechselte nach nur einer Spielzeit auf Leihbasis zum FC Liverpool. Doch auch in der Premier League lief es nicht besser. Sahin war oft nur Zuschauer, brachte es in 30 Pflichtspielen auf nur zwölf Einsätze. Deutlich zu wenig für ein Talent seines Kalibers.
Nuri Sahin: Seine Karriere in Bildern




Trainer Jürgen Klopp holte Sahin im Januar 2013 zurück nach Dortmund - erst per Leihe für 18 Monate, dann fest für sieben Millionen Euro Ablöse. Der verlorene Sohn war wieder zu Hause, Sahin blühte zeitweise wieder auf, zog ins Champions-League-Finale ein und gewann 2017 den DFB-Pokal. Doch der unumstrittene Superstar war Sahin selten. Immer wieder wurde er von Verletzungen zurückgeworfen, immer wieder bekam er namhafte Neuzugänge vor die Nase gesetzt.
Unter Trainer Lucien Favre hatte Sahin zur neuen Saison schließlich gar keine Zukunft mehr. Bei Konkurrenten wie Axel Witsel, Julian Weigl, Mo Dahoud und dem Ex-Bremer Thomas Delaney hatte er keine realistische Chance mehr auf viel Einsatzzeit. Jetzt wagt Sahin also nochmal den Wechsel, tauscht Schwarz-Gelb gegen Grün-Weiß. In Bremen hofft er wieder auf bessere Zeiten. „Werder ist immer noch ein großer Verein, bei dem man aktuell auch das Gefühl hat, dass hier etwas heranwachsen wird“, sagt er auf „werder.de“. „Ich freue mich darauf, dabei mitwirken zu können.“
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