Perus WM-Kader
„Riesiges Komplott“ - Mama Guerrero poltert gegen Pizarro
Lima - Es ist eine Geschichte, die jedem Drehbuchautor von Seifenopern zur Ehre gereichen würde. In den Hauptrollen: zwei peruanische Fußball-Profis und eine wütende Mutter. Die Story: Mutter wittert Mobbing des Sohnes und klagt dessen Konkurrenten krachend an.
Jetzt zu dem, worum es geht: Der peruanische Fußball steht unter Schock, weil sein Stürmer Paolo Guerrero (34/früher HSV und Bayern München) wegen einer Dopingsperre für die WM in Russland ausfällt. Und Claudio Pizarro, mittlerweile 39 Jahre alte und noch auf ein WM-Ticket hoffende Fußball-Legende des Landes, soll dahinter stecken. So vermutet es jedenfalls Guerreros Mutter.
„Mein Sohn ist am Boden zerstört. Man hat ihm die Beine abgehackt, weil da andere Interessen im Spiel sind“, zitiert die „Süddeutsche Zeitung“ Aussagen von Dona Peta in einem Beitrag des TV-Senders RPP. Wer die Schuld am Leid ihres Sohnes habe? „Claudio Pizarro, ich bin doch nicht blöd“, sagte sie demnach.
Guerrero nach Dopingprobe gesperrt
Der ehemalige Werder-Profi habe Guerreros WM-Aus „von langer Hand vorbereitet. Es ist ein riesiges Komplott“, zürnte Mama Guerrero. Ihre Vermutung ist, dass Pizarro darauf hofft, als Nachrücker für die WM nominiert zu werden. Im vorläufigen Aufgebot Perus für die WM fehlt der Torjäger-Oldie allerdings.
Guerrero jetzt auch. Ihm wurde offenbar eine Dummheit zum Verhängnis. Bei einer Dopingprobe wurden Rückstände festgestellt, die auf Kokain-Missbrauch hindeuten. Guerrero verteidigte sich, dass ein Tee zu dem Befund geführt habe. Obwohl der Cas diesem Argument sogar folgte, wurde die Sperre auf 14 Monate ausgedehnt. Guerreo beklagt eine „schamlose Ungerechtigkeit. Mein Traum von der WM und vielleicht meine Karriere sind mir geklaut worden“, zitiert ihn die „SZ“.
Pizarro hält an seinem WM-Traum fest
Peru ist erstmals seit 1982 wieder für eine WM qualifiziert. Das Team steht jetzt aber ohne echten Stürmer da. Weil: Guerrero gesperrt, Pizarro offenbar nicht mehr gut genug. Bei Werder Bremen war der beste ausländische Torschütze der Bundesliga schon vor einem Jahr nicht mehr mit einem Vertrag versehen worden.
Beim 1. FC Köln verbrachte er die vergangene Saison. Positive Auffälligkeiten in dieser Zeit? Nur ein Saisontor. Dennoch hält er immer noch an seinem WM-Traum fest. Zu fest, wie Dona Peta meint. Sie sieht in Pizarro den Drahtzieher einer Intrige gegen ihren Sohn. Beweise dafür fehlen aber.
Schon gelesen?
Claudio Pizarro half beim Transfer von Yuya Osako