Osako nicht der Bittencourt-Ersatz
Yuya sagt Ja
Bremen - Der, um den es ging, war schon wieder ganz weit weg. Als Werder-Sportchef Frank Baumann am Mittwochnachmittag vor Medienvertretern über die Verpflichtung des Japaners Yuya Osako sprach, befand der sich schon in seiner Heimat. Oder auf dem Weg dahin.
Der Neu-Bremer darf sich jetzt noch ein paar Tage ausruhen, ehe er sich mit Japans Nationalmannschaft auf die WM in Russland vorbereitet. Wenn die gespielt ist und er sich erneut ausgeruht hat, wird Osako bei Werder Bremen seinen Dienst antreten. Und dann erwartet Baumann, dass der so schmächtig wirkende Profi die Grün-Weißen deutlich besser macht. „Er wird unsere Offensive beleben“, verspricht der Manager.
Osako ein Allrounder fürs offensive Mittelfeld
Sechs Millionen Euro Ablöse zahlt Werder Bremen an den 1. FC Köln, um in den Genuss von Osakos Talenten zu kommen. Und die sind vielseitig – sagt jedenfalls Baumann: „Yuya ist sehr flexibel einsetzbar. Er kann zweiter Stürmer spielen oder auch der alleinige Angreifer sein. Wir können ihn auf die Acht stellen oder auch auf die Außenbahn, von wo aus er die Zwischenräume suchen kann.“ Ein Allrounder also für das Gebiet jenseits der Mittellinie. Einer, der den „Schuss mehr Kreativität“ liefern soll, den sich Trainer Florian Kohfeldt wünscht.
Für wie lange Werder den Japaner unter Vertrag genommen hat, wurde vom Verein nicht kommuniziert. Wahrscheinlich ist ein Vertrag bis 2022, dann wäre Osako 32 Jahre alt. Am Freitag feiert er seinen 28. Geburtstag, ist aktuell folglich im allerbesten Fußballer-Alter. Und Baumann freut sich, dass der Asiate wegen des Abstiegs des 1. FC Köln zu einem erschwinglichen Preis auf den Markt gekommen ist. Schon im Jahr zuvor hatte er ein Auge auf Osako geworfen hatte. Doch weil der zuvor eine bärenstarke Saison mit den Kölnern gespielt hatte, war eine Verpflichtung damals „definitiv nicht realistisch“, so Baumann.
Jetzt hat es geklappt, jetzt ist der Mann aus dem Land der aufgehenden Sonne dem Niedergang des 1. FC Köln entflohen und in Bremen gelandet. Baumann: „Er wollte in der ersten Liga bleiben, und wir sind froh, dass wir ihn überzeugen konnten.“ Und Osako hatte nach erfolgter Unterschrift und vor dem Abflug gen Japan noch schnell mitgeteilt, wie glücklich er mit seinem Wechsel ist. „Ich brauchte nicht viel Zeit, habe mich schnell entschieden. Ich habe mit dem Trainer gesprochen, danach hatte ich ein gutes Gefühl“, sagte er in passablem Deutsch bei „werder.tv“.
Osakos Deutschkenntnisse seien ohnehin „sehr ordentlich“, meint Baumann: „Yuya ist nur ein bisschen schüchtern“, diese Kenntnisse auch in Interviews einzusetzen. Aber die Eingewöhnung, da ist sich der Sportchef sicher, „wird kein Problem“. Wieso auch? Yuya Osako spielt immerhin schon seit viereinhalb Jahren in Deutschland Fußball. Erst eine Halbserie bei 1860 München in Liga zwei, danach beim 1. FC Köln.
Baumann bestätigt Bittencourt-Interesse
Beinahe wäre er sogar Teil eines Köln-Doppeltransfers geworden. Denn Werder hatte sich auch intensiv um Leonardo Bittencourt bemüht, doch der Wechsel platzte. Der Deutsch-Brasilianer unterschrieb bei 1899 Hoffenheim. Schade, meint Baumann: „Wir waren gut im Rennen. Aber uns ist zum Verhängnis geworden, dass wir nicht Champions League spielen.“
Yuya hat trotzdem Ja gesagt zu Werder. Der Ersatz für Bittencourt sei der Japaner aber auf keinen Fall, betonte Baumann. Werder wollte eigentlich beide, denn: „Es sind unterschiedliche Spielertypen. Bittencourt kommt mehr über außen.“ Und weil er Werder einen Korb gegeben hat, geht die Suche nach einem wie ihm wohl weiter.
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