0:1-Niederlage gegen Hoffenheim

„So muss Yuki da nicht hingehen“: Werder hadert mit frühem Sugawara-Platzverweis

Yukinari Sugawara hat bei der 0:1-Niederlage des SV Werder Bremen gegen die TSG Hoffenheim schon in der 2. Spielminute die Rote Karte für ein grobes Foulspiel gesehen. So bewerten Werder-Trainer Daniel Thioune und Co. die spielentscheidende Szene.

Gerade einmal 72 Sekunden waren gespielt, da war der Matchplan des SV Werder Bremen für das Auswärtsduell bei der TSG Hoffenheim bereits massiv ins Wanken geraten. Nach einem Zweikampf an der Außenlinie stieg Yukinari Sugawara seinem Gegenspieler Bazoumana Touré mit der rechten Sohle heftig auf die Wade. Schiedsrichter Sören Storks ließ zunächst weiterspielen, wurde dann aber vom VAR an den Monitor geschickt – und zeigte dem Japaner folgerichtig die Rote Karte. Eine Szene, die Werder beim späteren 0:1 über fast die komplette Spielzeit in Unterzahl agieren ließ. „Natürlich hat es unseren Plan etwas über den Haufen geworfen“, sagte Werder-Trainer Daniel Thioune nach der Partie. Zwar habe seine Mannschaft ohnehin tiefer verteidigen wollen, „aber wir wären in Gleichzahl bestimmt nicht so häufig hinten reingedrückt worden.“

Yukinari Sugawara steigt im Bundesliga-Spiel zwischen Werder Bremen und der TSG Hoffenheim überhart ein und sieht anschließend die Rote Karte.

Yukinari Sugawara sieht bei Werder Bremens Niederlage gegen TSG Hoffenheim Rote Karte

Direkt an der Seitenlinie hatte Thioune die Szene zunächst noch anders wahrgenommen. „Ich war überrascht, als die Rote Karte gezogen wurde, weil die Szene unmittelbar vor unserer Bank stattfand. Ich hatte nicht den Eindruck, dass es so ein schweres Foulspiel war.“ Nachdem er die TV-Bilder gesehen hatte, fiel seine Bewertung jedoch anders aus: „Die Rote Karte ist schon vertretbar. In der Position muss Yuki so nicht einsteigen, besonders da der Gegner nicht in Richtung unseres Tors geschaut hat.“ Vorsatz wollte der Bremer Coach seinem Rechtsverteidiger allerdings ausdrücklich nicht unterstellen. „Yuki ist ein sehr fairer Sportsmann. Er wollte niemanden verletzen und war auch sehr niedergeschlagen“, erklärte der 51-Jährige. Noch in der Halbzeit habe sich Yukinari Sugawara bei der Mannschaft des SV Werder Bremen entschuldigt. „Es hat uns heute nicht geholfen, dass wir über 90 Minuten in Unterzahl spielen mussten“, lautete das Fazit des Bremer Übungsleiters.

Olivier Deman sprang seinem Teamkollegen nach dem Spiel zur Seite. „Ich kenne Yuki schon lange. Er ist kein böser Spieler“, sagte der Belgier. Die Szene selbst habe er zwar noch nicht richtig gesehen, grundsätzlich gehöre es aber dazu, „im ersten Zweikampf zu zeigen: Ich bin da.“ Trotzdem sei ihm sofort klar gewesen, welche Auswirkungen der frühe Platzverweis haben würde: „Dann weißt du, es wird ein schweres Spiel heute“, so Deman. Ähnlich bewertete auch Clemens Fritz die Situation. „So eine Rote Karte an der Außenlinie nach zwei Minuten ist natürlich unnötig“, sagte Werders Geschäftsführer Fußball. „So muss Yuki da nicht hingehen. Das weiß er auch selbst.“ Gerade bei den hohen Temperaturen und gegen einen spielstarken Gegner wie Hoffenheim habe die lange Unterzahl „einfach wehgetan“.

Frühe Rote Karte für Yukinari Sugawara: So reagiert der SV Werder Bremen

Das bestätigte auch Senne Lynen, der sich die Aktion in den Katakomben des Stadions zunächst nochmal ausführlich auf einem Monitor anschauen wollte, bevor er dazu Stellung bezog. „Er trifft ihn klar an der Wade“, meinte der Belgier ehrlich nach Ansicht der Bilder. „Auf dem Platz sah es im ersten Moment gar nicht so schlimm aus, aber natürlich ist das eine Rote Karte.“ Viel mehr als eine kleine Geste blieb dem Belgier anschließend auf dem Feld nicht mehr. „Ich habe ihm nur die Hand gegeben, und Yuki meinte: ‚Es tut mir leid.‘“, schilderte Lynen die Sekunden nach der Entscheidung. Für Werder Bremen kam diese Einsicht da allerdings bereits deutlich zu spät. (bvo)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Jan Huebner

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