Miese Stimmung

Tacheles am Tag danach: Bei Werder wird kontrovers über den Augsburg-Auftritt diskutiert

Am Tag nach der enttäuschenden 1:3-Niederlage gegen den FC Augsburg gab es bei Werder Bremen eine lange Aussprache, in der klare Worte fielen.

Es war nicht der Moment, um ganz normal zur Tagesordnung überzugehen. Dafür hatte die 1:3-Heimniederlage des SV Werder Bremen gegen den FC Augsburg zu viele Spuren hinterlassen. Und deshalb begann das Spielersatztraining am Sonntagmorgen mit einer gut viertelstündlichen Verspätung. „Wir haben eine relativ lange Aussprache gehabt“, erklärte Chefcoach Daniel Thioune – und ließ durchblicken, dass es dabei im Inneren des Weserstadions auch etwas lauter geworden war.

Ratlosigkeit und lange Gesichter: Die Profis des SV Werder Bremen hatten nach dem enttäuschenden 1:3 gegen den FC Augsburg Redebedarf.

Tacheles bei Werder Bremen nach schwachem Auftritt gegen FC Augsburg - „Lange Aussprache“

„Wir haben darüber gesprochen, was uns gefehlt hat und was wir brauchen. Wir müssen uns alle einig sein, dass wir eine Haltung auf dem Platz haben müssen wie gegen Stuttgart“, betonte der 51-Jährige. Folglich wurde bei Werder Bremen Tacheles geredet und nichts beschönigt. „Jeder hat eine Idee, was richtig und was falsch sein kann. Am Ende des Tages geht es darum, wie wir wieder aus dem Raum gehen. Dann ist es offen und auf Augenhöhe, dann wird auch kontrovers diskutiert – aber auch nach Lösungen gesucht.“

Denn eines war allen Beteiligten schon kurz nach dem Abpfiff am Samstag klar gewesen: Derartige Darbietungen dürfen sich nicht wiederholen – schon gar nicht im Endspurt einer Saison, wenn es um die letzten Meter zum ersehnten Klassenerhalt geht. „Wir wissen, dass dieser Auftritt vollumfänglich nicht gut war“, bekräftigte Daniel Thioune, der obendrein alle Zweifel am praktizierten Fünferketten-System wegwischte: „Taktisch müssen wir uns über nichts unterhalten, denn wir haben uns den Gegner zurechtgelegt. Aber wir waren einfach nicht gefährlich.“

Werder Bremens Trainer Daniel Thioune nach Pleite gegen FC Augsburg: „Ich trage für alles die Verantwortung“

Doch nicht nur das, Werder Bremen fehlten gänzlich die Energie und Intensität, die in den Wochen zuvor noch grundlegender Teil des Erfolgsrezeptes war. Genau in diesen Modus wollen die Bremer nun zurückkehren. „Die Lösungen gebe ich vor, denn ich trage für alles die Verantwortung“, sagte Daniel Thioune, der seit nunmehr zwölf Partien an der Seitenlinie steht (vier Siege, ein Unentschieden, sieben Niederlagen). „Entsprechend klar ist auch das Bild, das ich von der Mannschaft habe. Aber genauso erwartet sie auch, dass ich im richtigen Moment die richtige Entscheidung treffe.“ (mbü/dco)

Rubriklistenbild: © IMAGO / DeFodi

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