Nach Wohninvest-Insolvenz
Werders Suche nach neuem Stadionsponsor: Senatorin Vogt drängt auf schnelle Lösung
Nach der Insolvenz des bisherigen Partners Wohninvest sind die Verantwortlichen des SV Werder Bremen auf der Suche nach einem neuen Namenssponsor für das Weserstadion. Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt erklärt, warum Eile geboten ist.
Bremen - Die Gespräche laufen und das Ziel ist klar: So schnell wie möglich möchte der SV Werder Bremen einen neuen Namenssponsor für sein Weserstadion finden. Das haben die Verantwortlichen um Geschäftsführer Klaus Filbry mehrfach betont. Durch die Insolvenz des bisherigen Partners Wohninvest ist der Bremer Weserstadion GmbH (BWS), die je zur Hälfte dem Verein und der Stadt Bremen gehört, eine wichtige Einnahmequelle weggebrochen, die es nun zu ersetzen gilt. Während der Präsentation des neuen Gästeblocks hat Bremens Wirtschaftssenatorin und BWS-Aufsichtsrätin Kristina Vogt (Die Linke) nun einen Zeitrahmen für die Suche abgesteckt.
„Ich hoffe doch sehr, dass wir im Laufe der Saison einen neuen Partner finden, denn ansonsten wird es sowohl für die öffentliche Hand als auch für den Verein auf Dauer schwierig“, sagte Vogt und erklärte, dass sowohl Stadt als auch Werder Bremen der BWS in Sachen Liquidität „in geringem Maße“ ausgeholfen haben. Das war eine der Voraussetzungen dafür, um die Bauvorhaben des Sommers - der neue Gästeblock hat drei Millionen Euro gekostet, die Sanierung des VIP-Bereichs auf der Nordgeraden zehn Millionen Euro - über Kredite bei der Sparkasse sowie der Bremer Aufbaubank finanzieren zu können. „Im Moment ist der Druck also nicht gegeben“, sagte Vogt und verwies darauf, dass mit dem neuen Caterer „Supreme Sports Hospitality“ die Hoffnung auf eine Steigerung der Einnahmen in diesem Bereich verknüpft sei.
Nach Wohninvest-Insolvenz: Werder Bremen sucht neuen Namenssponsor - so ist der Stand
Und trotzdem: Perspektivisch führt auch für die Politikerin kein Weg an einem neuen Namenssponsor für das Weserstadion vorbei. „Aufgrund der finanziellen Situation des Vereins und der Stadt ist es eine Illusion zu denken, dass wir ohne Naming-Right-Partner für das Stadion auskommen. Das halte ich für ausgeschlossen“, sagte Vogt - und verschärfte ihren Wunsch nach einer schnellen Lösung sogar noch: „Ich dränge darauf, dass wir in dieser Saison und möglichst noch in der Hinrunde eine Lösung finden.“ Die Verhandlungen in dieser Sache führt Werder Bremen. Geschäftsführer Klaus Filbry hatte gegenüber der DeichStube kürzlich erklärt: „Wir sondieren den Markt und führen Gespräche mit mehreren Interessenten. Es kann zu einer schnellen Lösung kommen, aber auch noch dauern, das ist aktuell nicht absehbar.“
Mit Wohninvest hatte sich der Verein 2019 auf eine zehnjährige Partnerschaft geeinigt, die der BWS jährlich drei Millionen Euro in die Kassen spülte. Im vergangenen Jahr blieb das Geld jedoch erstmals aus. Weil das Immobilienunternehmen in finanzielle Schieflage geriet und seinen vertraglichen Pflichten nicht mehr nachkommen konnte, wurde die Zusammenarbeit im Sommer vorzeitig beendet. (dco)