Werder-Profi in guter Form
„Sehr selbstbewusst“ und mit „richtig Bock auf Fußball“: Werder-Profi Romano Schmid hat keine Angst vor Keita und sieht seinen Torknoten bald platzen
Romano Schmid zählt beim SV Werder Bremen aktuell zu den auffälligsten Spielern und verrät in einer Medienrunde, warum er den Konkurrenzkampf mit Star-Neuzugang Naby Keita nicht scheut. Außerdem spricht der 23-Jährige über seine Torausbeute und die österreichische Nationalmannschaft.
Bremen - Romano Schmid ist zurzeit ein ziemlich glücklicher Mann. Vor knapp zwei Wochen verkündete er via Instagram die Verlobung mit seiner Freundin, auch sportlich fühlt er sich in Topform. Nur eine Sache stört ihn zumindest ein klitzekleines Bisschen: seine Außenwahrnehmung. Wie zu hören war, ärgerte sich der 23-Jährige nach dem 2:1-Sieg des SV Werder Bremen gegen den 1. FC Köln über die Note 3,5 in der DeichStube. „Ich denke, dass ich einen Tick besser war“, sagt Schmid auf Nachfrage in einer Medienrunde am Mittwoch. „Ich weiß, dass ich jetzt in dem Spiel vielleicht ein paar Ballverluste mehr hatte als in den Spielen davor, aber ich habe beide Tore eingeleitet mit dem vorletzten Pass, bin selbst zum Abschluss gekommen und habe Möglichkeiten gehabt, einen Assist zu machen.“ Seine Leistung schätzt Schmid als „ordentlich“ ein: „Wenn ich sie jetzt benoten würde, wäre es auf jeden Fall keine 3,5.“
Werder Bremens Romano Schmid hat „richtig Bock auf Fußball“ und strotz vor Selbstvertrauen: „Ich glaube, das sieht man“
So selbstbewusst, sich auch mal selbst zu loben, ist Romano Schmid aktuell in jedem Fall – und das nicht zu Unrecht. Tatsächlich gehörte er an den ersten Spieltagen der neuen Bundesliga-Saison regelmäßig zu den auffälligsten Bremern, auch wenn ihm noch nicht alles gelang. Noch stehen kein Tor und nur eine Vorlage in seiner Statistik, doch der Österreicher betont: „Wir haben jetzt acht Tore geschossen, bei sechs war ich direkt involviert.“ Es geht eben auch um Ballgewinne und die Pässe vor dem letzten Pass. Seit er am zweiten Spieltag in die Startelf gerutscht ist, habe er seine Chance definitiv genutzt, findet Schmid und erklärt: „Ich bin momentan sehr selbstbewusst, gehe den Weg weiter, habe einfach richtig Bock auf Fußball – und ich glaube, das sieht man.“
Zum Beispiel beim Training am Mittwochvormittag. Viele Zweikämpfe, viele Abschlüsse, Angriffssimulationen im Eins-gegen-eins und Zwei-gegen-zwei – das war ganz nach Schmids Geschmack. „Das sind meine liebsten Einheiten“, berichtet der offensive Mittelfeldspieler. „Da hat man gesehen, dass ich Tore schießen kann.“ Die geringe Ausbeute vor dem gegnerischen Kasten ist schließlich ein Thema, das sich schon durch Romano Schmids ganze Werder-Zeit zieht. Doch jetzt hadert der Profi damit nicht mehr – im Gegenteil, er rechnet fest damit, dass der Knoten bald platzt. „Es hat mich gewurmt, aber nicht diese Saison. Jetzt bleibe ich dran.“ Er habe in den vergangenen Jahren nur selten Großchancen gehabt, aber das habe sich jetzt geändert, und schon darauf ist er stolz: „Wenn ich diese Großchancen weiter bekomme, dann werden sie auch reingehen.“
Werder Bremen: Romano Schmid scheut Konkurrenzkampf mit Naby Keita und Co. nicht - und will mit Österreich zur EM
Dabei setzt er auch auf die Hilfe eines neuen Mannes. Werder Bremens Star-Neuzugang Naby Keita ist nach langer Verletzungspause endlich zurück auf dem Platz und hat in seinem Kurz-Debüt gegen Köln bereits sein Können aufblitzen lassen. „So ein Spieler mit so einer Qualität bringt uns als Mannschaft weiter. Was er uns geben kann, hat man in den paar Minuten gegen Köln schon gesehen“, sagt Romano Schmid, der sich die Qualität des Kollegen auch selbst zunutze machen will: „Er ist ein Spieler, der mich persönlich sehr viel besser machen kann.“ Angst vor dem Konkurrenzkampf oder davor, bald den Stammplatz auf der Acht zu verlieren, hat der Österreicher jedenfalls nicht. „Ich bin selbstbewusst genug, zu sagen, dass ich weiß, dass ich auch mit Naby spielen könnte.“
Romano Schmid will jetzt unbedingt weiter Gas geben, denn er hat einiges vor – mit Werder Bremen, aber auch mit der Nationalmannschaft. „Ich freue mich immer, wenn ich dabei bin – wirklich immer“, betont der gebürtige Grazer, der von Teamchef Ralf Rangnick zuletzt nicht nominiert worden war. „Ich bin deswegen nicht beleidigt, vielleicht habe ich es auch ein bisschen verstanden.“ Schmid berichtet vielmehr von guten Gesprächen mit dem Nationaltrainer: „Er sagt, dass er einen Riesenrespekt vor mir hat.“ Wenn er jetzt bei Werder gute Leistungen bringt, ist Schmid sich sicher, „dass ich auch für ihn eine sehr gute Option bin“. Im kommenden Sommer ist dann die Europameisterschaft in Deutschland das große Ziel, bereits im Oktober stehen die nächsten Länderspiele an. Schmid ist dafür Feuer und Flamme: „Ich werde die ganze Saison darauf hinarbeiten, dass ich einfach immer dabei bin.“ (han)
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