Strittiges Tor sorgt für Diskussionen

Abseits-Ärger: Werder Bremen verliert den Glauben an die Schiedsrichter und den VAR

Mikkel Kaufmann (rechts) verdeckt beim Tor von Yorbe Vertessen die Sicht - Werder Bremens Michael Zetterer (links) hat keine Chance, zu reagieren.
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Mikkel Kaufmann (rechts) verdeckt beim Tor von Yorbe Vertessen die Sicht - Werder Bremens Michael Zetterer (links) hat keine Chance, zu reagieren.

Berlin – Zum Niederlagen-Frust gesellte sich beim SV Werder Bremen am Samstagabend nach der 1:2-Pleite beim 1. FC Union Berlin auch jede Menge Wut wegen einer ziemlich offensichtlichen Fehlentscheidung der Schiedsrichter beim ersten Gegentor - und vor allem darüber, wie das Regelwerk von den Offiziellen plötzlich interpretiert wurde. Werder-Keeper Michael Zetterer glaubt sogar, dass diese (Fehl-)Entscheidung weitreichende Folgen für den Fußball haben könnte.

Was war passiert? In der 51. Minute erzielte Union Berlins Yorbe Vertessen mit einem Kracher in den Winkel das 1:0. Dass sich dabei sein Teamkollege Mikkel Kaufmann direkt vor Zetterer befunden hatte, war zunächst völlig untergegangen. Der TV-Sender Sky zeigte später entsprechende Bilder. „Ich weiß nicht, was ansonsten passives Abseits sein soll. Der steht ja direkt vor mir“, wunderte sich Michael Zetterer - und der Keeper des SV Werder Bremen legte sich fest: „Das war eine Fehlentscheidung.“ So sah es auch sein Trainer Ole Werner: „Ich beschwere mich selten über Schiedsrichter, aber sorry: Wenn das nicht das ist, was mit ,im Sichtfeld stehe‘ gemeint ist, dann verstehe ich es nicht.“

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Union Berlins Christoph Trimmel über strittiges Tor gegen Werder Bremen: „Der VAR muss am Ende einschreiten“

Da dürfte dem Coach des SV Werder Bremen die Erklärung von Alex Feuerhardt, dem Sprecher der Schiedsrichter, wenig Freude bereiten. „Der Spieler ist im Abseits und huscht kurz durch die Sichtlinie. Der Torwart orientiert sich aber nach rechts, während der Ball unhaltbar links oben einschlägt. Deshalb ist das keine eindeutige Beeinflussung des Keepers in dessen Möglichkeit, den Ball zu spielen“, lautete dessen Erklärung bei „Sky“. Und das brachte Michael Zetterer so richtig auf die Palme: „Mir wurde gerade bei Sky erklärt, dass ich nach rechts weggehe und der Ball dadurch unhaltbar ist. Dann bin ich ja mal gespannt, wenn das wieder vorkommt: Wer entscheidet dann, ob ein Ball unhaltbar ist - der Schiedsrichter in Köln oder was?“ Gemeint war damit der Video-Assistent (VAR) im berühmten Kölner Keller. Der hatte dem Unparteiischen Daniel Schlager vor Ort kein Signal gegeben, dass möglicherweise eine Abseitsposition vorliegen könnte. Deshalb schaute dieser sich die Szene am Spielfeldrand auch nicht mehr an.

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Daniel Schlager wurde dazu auch nicht von den Bremern gedrängt. Auf dem Platz gab es nach dem Gegentor keinerlei Proteste. Aus gutem Grund, wie Michael Zetterer erklärte: „Mir war bewusst, dass er direkt vor mir gestanden hat. Aber mir war auch klar, dass ein Tor sowieso gecheckt wird. Dann muss ich nicht zum Schiri hin und ihm meine Meinung sagen. Die Schiedsrichter wollen doch nicht, dass man auf sie zurennt.“ In diesem Fall wäre es möglicherweise besser gewesen, damit der Schiedsrichter vielleicht selbst Kontakt zu seinen Kölner Kollegen aufnimmt. Denn selbst Christoph Trimmel, Kapitän des 1. FC Union Berlin, hielt nach Ansicht der TV-Bilder dem VAR vor: „Er muss am Ende einschreiten.“ Womit sich bei der Bewertung der Abseitsstellung eigentlich alle Beteiligten einig waren – nur die Schiedsrichter machten dabei nicht mit. (kni)

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