Nach Ausfällen

Amos Pieper hofft auf neue Chance: Werders Abwehr-Not könnte zum Neustart für den Ex-Dortmunder werden

Amos Pieper kommt bei Werder Bremen kaum zum Zug. Bekommt er gegen Ex-Club Borussia Dortmund eine neue Chance?
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Amos Pieper kommt bei Werder Bremen kaum zum Zug. Bekommt er gegen Ex-Club Borussia Dortmund eine neue Chance?

Amos Pieper spielt bei Werder Bremen nur noch wenig, in einer komplizierten Lage. Wird das Spiel gegen Ex-Club Borussia Dortmund eine Chance für einen Neustart?

Bremen – Die Marke ist magisch, gar keine Frage. Am 7. Dezember des vergangenen Jahres hat der Fußballer Amos Pieper einen Meilenstein in seiner Karriere erreicht. Während des Auswärtsspiels des SV Werder Bremen beim VfL Bochum absolvierte der Innenverteidiger seinen 100. Einsatz in der Bundesliga, was für einen Profi im Alter von damals 26 Jahren ein beachtlicher Wert ist. Die Art und Weise, wie Piepers Jubiläum vor nunmehr sieben Wochen im Detail aussah, sagt allerdings ziemlich viel über seine aktuelle Situation bei Werder aus: Exakt eine Minute lang stand er in Bochum auf dem Rasen. Als Einwechselspieler in der Nachspielzeit. Insgesamt bringt es Pieper auf acht Liga-Einsätze in der laufenden Saison, genauso oft schmorrte er von An- bis Abpfiff auf der Bank. Zufrieden sein kann er damit nicht. Womöglich wird nun ausgerechnet das Bremer Auswärtsspiel bei seinem Ex-Club Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) zur neuen Chance für den Abwehrspieler.

Werder Bremen mit Abwehr-Sorgen: Rückt Amos Pieper gegen den BVB in die Aufstellung? Trainer sah zuletzt „andere Jungs vorne“

In Niklas Stark (Erkältung) und Julian Malatini (muskuläre Probleme) stehen Werder Bremen zwei der nominell sechs Innenverteidiger nicht für das Duell zur Verfügung, was Piepers Chancen auf Spielzeit deutlich erhöht – zumal die beiden angeschlagenen Konkurrenten genau wie er selbst vornehmlich auf der rechten Seite der Dreierkette zu Hause sind. Im Duell um einen Platz in der Startelf dürfte Milos Veljkovic zwar die etwas besseren Karten haben als Amos Pieper. Allerdings hatte der serbische Nationalspieler bei seinem bis dato letzten Einsatz gegen Heidenheim keine gute Figur gemacht. Nicht ausgeschlossen also, dass Trainer Ole Werner Pieper nach längerer Zeit mal wieder das Vertrauen schenkt. Von 2010 bis 2019 war der Abwehrspieler einst für den Nachwuchs des BVB aktiv, was dem Ganzen zusätzlich eine spezielle Note verleihen würde.

„Es ist nicht so, dass ich ein schlechtes Gefühl habe, wenn Amos auf dem Platz steht, ganz im Gegenteil“, betont Werner, der in den vergangenen vier Pflichtspielen seit Mitte Dezember nicht auf den 1,92-Meter-Mann zurückgriff. „Amos ist jemand, der sehr verlässlich ist“, sagt der Trainer, räumt aber ein: „Trotz alledem ist es so, dass wir in den vergangenen Wochen von Aufgabe zu Aufgabe andere Jungs vorne gesehen haben, die besser zum Gegner oder zu unserem Spielansatz gepasst haben.“ Amos Pieper fügte sich geduldig. Er ist kein Lautsprecher, der intern (und schon gar nicht extern) Forderungen stellt. Und trotzdem dürfte er sich längst Gedanken über seine sportliche Perspektive gemacht haben. Piepers Vertrag bei Werder Bremen läuft noch bis 2026. Denkbar, dass er für den Sommer andere Option prüft.

Lob von Werder Bremen-Trainer Ole Werner für Amos Pieper, aber steht er gegen den BVB in der Startelf?

Zur Erinnerung: Vor nicht allzu langer Zeit träumte der U21-Europameister von 2021 noch öffentlich von der A-Nationalmannschaft. Mit seinem Wechsel im Sommer 2022 von Arminia Bielefeld nach Bremen wollte er diesem Ziel ein Stück näherkommen. „Ich fände es mega, irgendwann das erste Mal bei der A-Nationalmannschaft zu sein, weil ich durch die U21 weiß, was das für ein Gefühl ist“, sagte Amos Pieper im Frühjahr 2023, damals noch als Bremer Stammspieler. Danach folgten mehrere Verletzungen – allen voran ein langwieriger Knöchelbruch –, die ihn weit zurückwarfen. Seitdem ist Pieper überwiegend Reservist. „Amos hat ein anspruchsvolles Kalenderjahr hinter sich und hat sich inzwischen gut zurückgekämpft“, lobt Werner. „Er hat auch in dieser Saison schon gute Spiele für uns gemacht.“ Möglicherweise werden sie nun zu Argumenten für ein Startelf-Comeback beim SV Werder Bremen gegen den BVB.

Dass er grundsätzlich weiß, wie man sich im Signal-Iduna-Park gut präsentiert, hat der Verteidiger in der Saison 2022/23 bewiesen. Zwar standen damals beim furiosen 3:2-Erfolg der Bremer andere Spieler im Mittelpunkt – allen voran Last-Minute-Siegtorschütze Oliver Burke –, und doch wartete auch Amos Pieper mit starken Zahlen auf. Je 88 Prozent Pass- und Zweikampfquote, die stärkste Bremer Laufleistung (11,41 Kilometer) sowie eine Torvorlage standen am Ende für ihn zu Buche. Werder Bremens heutiger Sportchef Clemens Fritz sagte damals: „Amos hat das Spielsystem von Ole Werner sehr schnell adaptiert.“ Jetzt würde der Abwehrspieler gerne in dieses System zurückkehren. (dco)

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