DeichStube-EM-Tagebuch
Leiden im Labyrinth und am Gleis – Sieben Tage, drei Spiele, ein Werder-Reporter: Das DeichStube-EM-Tagebuch, Teil 1
Bremen - Die Europameisterschaft läuft, eine Woche lang ist auch Werder-Bremen-Reporter Malte Bürger für die DeichStube mittendrin im Geschehen. In seinem EM-Tagebuch gewährt er spannende Einblicke hinter die Kulissen, schildert seine Erlebnisse aus den Stadien und drumherum. Heute: Teil 1.
Nun geht die EM also auch für mich so richtig los. Nicht am Fernseher, sondern hautnah im Stadion. So sah es zumindest mein naiver Plan vor. Aber bis ich dort überhaupt ankommen konnte, war ein weiter Weg notwendig. In vielerlei Hinsicht. Da ist das vertrackte Medienportal der Uefa, durch das sich ein Journalist seit Monaten kämpfen muss, um einen Sitzplatz in den Arenen des Landes zu ergattern. Und über das Finden der einfachsten Service-Informationen wollen wir an dieser Stelle gar nicht erst reden.
Doch die Odyssee durch das Daten-Labyrinth hat sich gelohnt, drei Akkreditierungen rückte der kontinentale Fußballverband nach einem langwierigen Anmelde- und Überprüfungsprozess für die Gruppenphase heraus. Entstanden ist ein ebenso knackiger wie bunter Länderspiel-Mix, der innerhalb einer Woche das EM-Fieber steigen lässt, sehenswerte Partien verspricht und Werder- sowie Ex-Bremer-Beteiligung bietet. Mehr geht doch eigentlich nicht. Naja, fast. Das allerorts begehrte Parkticket im Schatten der Stadien wurde verwehrt, statt im Auto gibt es daher nun viel Zeit auf der Schiene. Zu viel Zeit.
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Nach mühsamer Vorbereitung und Anreise: DeichStube-Reporter sieht Werder Bremens Romano Schmid live bei der EM
Zum Auftakt des Dreierleis geht es nach Düsseldorf, natürlich hat die Bahn bereits eine obligatorische Verspätung im Gepäck, als die Reise in Bremen startet. Als Bonus serviert der Himmel einen amtlichen Schauer als letzten Gruß beim Einsteigen. Aus den eigentlich läppischen zwei Stunden und 40 Minuten Fahrt werden anschließend schnell mehr. Und der Anpfiff rückt immer näher. Olé, Olé! Doch tatsächlich, irgendwann hat auch diese Schleppfahrt ein Ende. Nach einem letzten Umweg in der Rheinmetropole zur Ausgabestelle der Akkreditierungen und einem amtlichen Fußmarsch rücken endlich die Tribünen in Sichtweite. Großer Jubel, Menschen liegen sich vor Freude in den Armen. Also nicht meinetwegen, sondern weil Österreich mit Werder Bremens Romano Schmid und Frankreich ins Turnier starten. In meine Heim-EM. Kann losgehen. Jetzt aber wirklich. (mbü) Zum Weiterlesen: Das DeichStube-EM-Tagebuch, Teil 2: Nichts für feine Nasen - Auf Stimmenfang im Pumakäfig!