DeichStube-EM-Tagebuch

Nichts für feine Nasen: Auf Stimmenfang im Pumakäfig – Sieben Tage, drei Spiele, ein Werder-Reporter: Das DeichStube-EM-Tagebuch, Teil 2

Werder-Bremen-Reporter Malte Bürger ist bei der Europameisterschaft für die DeichStube im Einsatz: Dieses Mal berichtet er über die Mixed Zone nach dem Spiel von Österreich gegen Frankreich.
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Werder-Bremen-Reporter Malte Bürger ist bei der Europameisterschaft für die DeichStube im Einsatz: Dieses Mal berichtet er über die Mixed Zone nach dem Spiel von Österreich gegen Frankreich.

Bremen - Die Europameisterschaft läuft, eine Woche lang ist auch Werder-Bremen-Reporter Malte Bürger für die DeichStube mittendrin im Geschehen. In seinem EM-Tagebuch gewährt er spannende Einblicke hinter die Kulissen, schildert seine Erlebnisse aus den Stadien und drumherum. Heute: Teil 2.

Das Deo hat längst versagt. Nicht nur bei mir, sondern auch bei den Kolleginnen und Kollegen um mich herum. Auch manch Atem verströmt einen äußerst unangenehmen Geruch. Doch es gibt kein Entkommen, dicht an dicht wird in der sogenannten Mixed Zone auf die Spieler gewartet, um mal mehr, mal weniger brauchbare Zitate abzustauben. Für solche Momente hat sich irgendwann mal der Begriff „Pumakäfig“ etabliert, die Sehnsucht nach Frischluft wird sekündlich größer. Zumal die Kicker lange auf sich warten lassen. Mitternacht ist längst vorbei, als die Protagonisten aus Düsseldorf ganz gemächlich nach und nach an den Kameras und Mikrofonen vorbeitrotten.

Nach EM-Spiel Österreich gegen Frankreich: Fast ungestörte DeichStube-Fragen für Werder Bremens Romano Schmid und Marco Grüll

Die Österreicher entkommen dabei mit traurigen Mienen nach der 0:1-Niederlage fast unbehelligt – gefühlt warten alle nur auf die Franzosen. Gut für mich, der problemlos mit Werder Bremens Profi Romano Schmid und Bald-Bremer Marco Grüll ins Gespräch kommt. Ein polnischer Kollege ergreift die Gelegenheit und schaltet sich kurzerhand mit einer Frage ein – ob Schmid denn tags zuvor das Spiel von Gruppengegner Polen verfolgt habe. Hat der nicht, und somit zieht der nächste Österreicher endgültig von dannen. Auch Frankreich-Star Antoine Griezmann macht sich etwas unrund laufend aus dem Staub, präsentiert dabei aber immerhin noch seine kleine Kopfwunde, die er sich bei einem Check in die Bande zugezogen hat. Härter hat es den Mann erwischt, auf den die angereiste internationale Presse aus China über Irland, Serbien, Italien bis nach Südamerika eigentlich sehnsüchtig gewartet hat: Kylian Mbappé. Nach dessen Nasenbeinbruch muss ein tête-à-tête vor dem Mikrofon aber ausfallen.

Werder-Bremen-Reporter der DeichStube legt Nachtschicht ein - das nächste EM-Spiel wartet schon

Mein Kopf sehnt sich dagegen längst nach einem Kopfkissen. Doch das ist noch fern. In den Austragungsorten wittern die Hoteliers aller Kategorien während der EM das große Geschäft, teils unverschämte Preise würden für ebenso unangenehme wie berechtigte Nachfragen bei der Spesenabrechnung sorgen. Also setze ich auf Trick 17, schmeiße mich noch in der Nacht in einen fast menschenleeren Zug gen Heimat und vertreibe mir mit der Aussicht auf mein eigenes Bett die Zeit mit dem Schreiben meiner Texte. Diese Worte erblicken beispielsweise um exakt 3.11 Uhr das Licht der Welt. Die Augen werden immer kleiner, per Fahrrad werden schließlich im Morgengrauen die allerletzten Meter nach Hause in Angriff genommen. Was ein Auftakt! Nun schnell die Akkus aufladen. Denn Hamburg ruft schon… (mbü) Zum Nachlesen: Das DeichStube-EM-Tagebuch, Teil 1: Leiden im Labyrinth und am Gleis!

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