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Bremen - Werder Bremen stellt die derzeit drittbeste Abwehr der Liga, kassiert so wenige Gegentore wie seit acht Jahren nicht mehr. Das liegt auch an Niklas Moisander.
Werder kämpft sich an die Nicht-Abstiegsplätze heran – und alles schaut dabei auf das Traumduo Fin Bartels/Max Kruse. Der eine bereitet vor, der andere trifft. Oder umgekehrt. Oder sogar beides. Das war schon beim 4:0 gegen Hannover so und setzte sich nun auch beim 1:0 gegen Stuttgart fort. Aber das ist nur die eine Seite des Erfolgs, die andere ist eigentlich auch nicht zu übersehen: Bei Werder steht die Null. Und das hat ganz viel mit Abwehrchef Niklas Moisander zu tun.
Moisander - der heimliche Kapitän?
„Niklas ist ein ganz angenehmer Zeitgenosse, ein richtig guter Typ, der sich sehr einbringt“, sagt Sportchef Frank Baumann. Da drängt sich die Frage auf, ob Moisander nicht längst der heimliche Kapitän ist. Drei Mal hat er die Mannschaft schon auf den Platz geführt, als Zlatko Junuzovic verletzt war.
Erfahrung damit hat Moisander ohnehin genug: Er war Kapitän von Ajax Amsterdam und der finnischen Nationalmannschaft. „Niklas gehört ja bei uns zum Mannschaftsrat und ist damit auch ein absoluter Führungsspieler“, sagt Baumann und umschifft damit das Thema Kapitän ein wenig. Junuzovic trägt jedenfalls weiterhin die Binde, so hatte es auch der neue Coach Florian Kohfeldt bei seinem Dienstantritt vor einem Monat deutlich gesagt.
Als Linksaußen ist der Einfluss von Junuzovic auf sein Team während des Spiels allerdings begrenzt. Moisander hat es da als Innenverteidiger einfacher, kann den Kollegen mehr helfen. Das macht er auch. „Niklas hat eine sehr große Erfahrung, die er auch gerne mit den anderen Spielern teilt“, sagt Baumann.
Was eigentlich selbstverständlich klingt, ist es aber gar nicht. Schließlich herrscht in einer Bundesliga-Mannschaft großer Konkurrenzdruck. Jeder will spielen. Die jüngeren Profis möchten die Plätze der älteren ergattern. Moisander ist immerhin schon 32 Jahre alt, hat also nicht mehr so viel Zeit, um in einer Topliga in der Startelf zu stehen.
Baumann plant länger mit Moisander
„Ich würde jetzt keine Pläne mit ihm für die nächsten vier, fünf Jahre aufstellen, aber für ein, zwei Jahre ganz bestimmt. Wir sind hoffnungsfroh, dass er uns noch länger erhalten bleibt“, sagt Baumann. Die genaue Vertragsdauer verrät der Sportchef wie üblich nicht, der Kontrakt soll aber bis 2019 laufen. Beide Parteien sind also auf der sicheren Seite.
Und Sicherheit ist bei Moisander ein gutes Stichwort. „Niklas strahlt ganz viel Ruhe aus“, lobt Baumann: „Er findet im Spielaufbau auch unter Druck Lösungen und wird eigentlich nie hektisch. Er ist sehr, sehr wichtig für uns.“ Die Zahlen belegen das: Als Moisander zu Saisonbeginn wegen eines Muskelfaserrisses fehlte, kassierte Werder in den ersten fünf Bundesliga-Spielen immer ein Gegentor.
Werder stellt die drittbeste Abwehr der Liga
In den darauffolgenden neun Partien mit Moisander in der Mannschaft stand dagegen gleich fünf Mal die Null. Mit lediglich 16 Gegentoren nach 14 Spielen stellt Werder die drittbeste Abwehr der Liga, nur der FC Bayern (elf Gegentore) und Eintracht Frankfurt (14) haben weniger zugelassen. Und so wenige Gegentore nach 14 Spieltagen hatte Werder letztmals vor acht Jahren auf dem Konto. Der Trainer hieß damals noch Thomas Schaaf.
Das neue Bollwerk hat natürlich nicht allein Moisander zu verantworten. Kohfeldts Vorgänger Alexander Nouri wollte unbedingt die Gegentorflut der vergangenen Jahre eindämmen, machte dies zum Hauptthema des Sommers. Das ging allerdings zulasten des Offensivspiels. Die Folgen sind bekannt Werder gewann nicht mehr, Nouri musste gehen. Kohfeldt suchte nach einer besseren Balance und fand sie vor allem in den Heimspielen gegen Hannover (4:0) und Stuttgart (1:0). So kann es bald rausgehen aus der Abstiegszone.