Auf der SVW-Mitgliederversammlung
Bei Horst Steffen gerät Clemens Fritz ins Schwärmen: Fußball-Chef lobt Werders Coach und dankt dessen Vorgänger
Auf der Mitgliederversammlung des SV Werder Bremen hat Sportchef Clemens Fritz von Trainer Horst Steffen geschwärmt. Auch Vorgänger Ole Werner wurde gelobt.
Bremen – Ein sonniger Tag im Frühsommer war es, als Clemens Fritz in seinem heimischen Garten zum Telefon griff. Ein 25-minütiges Gespräch folgte – und endete mit der Frage: „Können wir uns treffen, am liebsten direkt morgen?“ Am anderen Ende der Leitung, so schilderte es der Ex-Profi in seiner Rede während der Mitgliederversammlung des SV Werder Bremen am Sonntag, befand sich zu diesem Zeitpunkt Horst Steffen. Und der damalige Noch-Trainer des Zweitligisten SV Elversberg konnte. Keine 24 Stunden spätere reiste eine Bremer Entourage bestehend aus Fritz, dessen Geschäftsführer-Kollegen Klaus Filbry und Tarek Brauer sowie dem Leiter Profifußball Peter Niemeyer in Richtung Münster, wo irgendwo außerhalb der Stadtgrenzen ein erstes Treffen mit dem Coach stattfand. Werder brauchte schließlich dringend einen Nachfolger für Ole Werner, von dem sich der Verein kurz zuvor getrennt hatte. Und nach einem weiteren, dieses Mal vierstündigen Austausch stand laut Fritz fest: „Diesen Trainer wollen wir.“ Eine Entscheidung, die er bis heute nicht bereut hat.
Persönliche Art und Händchen für Talente: Clemens Fritz schwärmt von Werder Bremens Cheftrainer Horst Steffen
„Horst hat einen besonderen Ansatz: Er agiert mit den Spielern und Werder-Mitarbeitern immer respektvoll und stets auf Augenhöhe“, lobte der 44-Jährige den gebürtigen Rheinländer. „Er verbindet Professionalität und höchste Ansprüche mit Menschlichkeit und Zugewandtheit. Zudem will Horst proaktiv ein Gefühl für Werder bekommen und unsere Philosophie verinnerlichen. Er steht dafür, jungen Spieler eine Chance zu geben und sie zu entwickeln – das war für uns ein ganz entscheidendes Auswahlkriterium.“ Im bisherigen Verlauf der Hinrunde ist die Umsetzung bereits deutlich zu erkennen. Der 21-jährige Mio Backhaus ist zur neuen Nummer eins ins Bremen aufgestiegen, dem erst 18-jährigen Karim Coulibaly gehört momentan ein Stammplatz in der Verteidigung des SV Werder Bremen. Zudem kommt der ebenfalls erst 18-jährige Patrice Covic regelmäßig zu Bundesliga-Einsätzen, weitere Talente sind konstant im Profitraining dabei. „Er passt perfekt zu unserer Strategie“, schwärmt Clemens Fritz deshalb von Horst Steffen.
Vor Duell zwischen RB Leipzig und Werder Bremen: Clemens Fritz lobt Arbeit von Ole Werner beim SVW
Aber auch dessen Vorgänger Ole Werner, der mittlerweile mit seiner neuen Mannschaft RB Leipzig zur Spitzengruppe der Tabelle gehört, wurde während des sonntäglichen Rückblicks auf die vergangenen Monate noch einmal mit äußerst warmen Worten bedacht. „Ich möchte ein großes Dankeschön an Ole Werner und sein Trainerteam schicken“, sagte Fritz zunächst und betonte dann: „Ole hat bei Werder dreieinhalb Jahre lang einen hervorragenden Job gemacht. Er hat uns nicht nur von der 2. in die 1. Bundesliga zurückgeführt, sondern die Mannschaft stetig weiterentwickelt.“ Theoretisch könnte Clemens Fritz das Lob am kommenden Wochenende auch noch einmal persönlich überbringen, schließlich ist Werder Bremen am nächsten Sonntag (15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) bei den Sachsen in der Liga gefordert. Im Vorfeld nutzte der Bremer Fußball-Chef die Gelegenheit noch zu einer kleinen Kampfansage: „Wir freuen uns auf das Wiedersehen in Leipzig“, erklärte Fritz, „die drei Punkte nehmen wir trotzdem gerne mit.“ (mbü)
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