Werder 2:2 nach 0:2 in Dortmund

„Es ist nicht sofort alles kacke“: So ordnet Werder Bremen das Remis beim BVB ein - die Stimmen zum Spiel

Leonardo Bittencourt brachte Werder Bremen gegen Borussia Dortmund mit seinem Tor wieder ins Spiel. Am Ende gab es ein 2:2-Unentschieden gegen den BVB.
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Leonardo Bittencourt brachte Werder Bremen gegen Borussia Dortmund mit seinem Tor wieder ins Spiel. Am Ende gab es ein 2:2-Unentschieden gegen den BVB.

Der SV Werder Bremen hat im Bundesliga-Spiel gegen Borussia Dortmund noch einen Punkt geholt. Die Stimmen zum 2:2 nach 0:2.

Ole Werner (Trainer SV Werder Bremen): „Das Spiel ist für uns schwer einzuordnen. Wenn wir die ersten 60 Minuten sehen, egal ob Gleichzahl oder Überzahl, war es überhaupt nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Wir sind zu dem Vorsatz hierhergekommen, aggressiv zu spielen, unangenehm zu sein, sowohl gegen den Ball als auch uns mit dem Ball was zuzutrauen. Das ist uns überhaupt nicht gelungen. Wir haben nicht die richtige Energie auf dem Platz gehabt und auch einfach viel zu fehlerbehaftet gespielt in Überzahl. Wir haben viel zu wenig versucht, den Gegner zu bewegen, sind viel zu häufig auf einer Seite geblieben beziehungsweise haben zu früh tief gespielt. Und so kam es dann dazu, dass Dortmund verdient auch 2:0 führte. Die letzte halbe Stunde ist es dann so, dass ich damit natürlich sehr zufrieden bin, dass wir nach 0:2 nochmal zurückkommen, die Moral zeigen. Da kann ich nur den Hut vor der Mannschaft ziehen. Ich kann nur ein großes Kompliment an die Spieler aussprechen, die reingekommen sind, weil sie uns dann die Energie gegeben haben, die uns vorher gefehlt hat. Das war zu spüren. Und dann ist es am Ende ein Punkt in Dortmund, bei dem man sagt, das ist wahrscheinlich erstmal auch kein schlechtes Ergebnis. Trotzdem, die Leistung der ersten 60 Minuten macht mich nicht gerade zufrieden. Dafür umso mehr die letzten 30 Minuten und die Art und Weise, wie die Mannschaft dann nochmal Moral gezeigt hat.“

Werder Bremen-Stimmen zum Spiel gegen BVB - Leonardo Bittencourt: „Hatten zu wenig Energie auf dem Platz“

Mike Tullberg (Interimstrainer Borussia Dortmund): „Ob ich das genossen habe mit dem Verlauf, das weiß ich nicht. Ich würde das mal so sagen, dass die Mannschaft auf jeden Fall alles umgesetzt hat, was ich mir vorstellen konnte. Die ersten 20 Minuten fand Bremen nicht so richtig ins Spiel. Dann passiert diese Rote Karte. Dann finde ich, dass die Mannschaft weiter marschiert ist. Wir führen dann 2:0, spielen 70 Minuten in Unterzahl. Mit Bremens erster Torchance, was im Zweifelsfall gar keine Torchance ist, aber einfach ein überragender Abschluss, kriegt man das 1:2. Dann haben wir nicht alles richtig verteitigt, aber die Jungs haben trotzdem alles auf dem Platz gelassen. Die Situation, die kennt jeder gerade. Und so wie die Jungs sich präsentiert haben, mit welcher Leidenschaft - das habe ich den Jungs gesagt, darum geht es am Endeffekt. Mit Elf gegen Elf wäre das Spielzeit anders gelaufen.“

Leonardo Bittencourt (Spieler SV Werder Bremen): „Wir hatten zu wenig Energie auf dem Platz und waren ein bisschen verunsichert. Wir kassieren zwei Gegentore, die nicht sein müssen, und holen dadurch Dortmund wieder etwas zurück. Der BVB hat trotz der letzten Wochen weiterhin die Qualität, auch in Unterzahl in der Bundesliga Tore zu schießen. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht überzeugend genug gespielt. Ich bin mir nicht sicher, ob es daran lag, dass uns die ersten drei Spiele in diesem Jahr so verunsichert haben. Wir hatten vor dem Spiel 26 Punkte und haben eigentlich eine sehr gute Hinrunde gespielt. Wir sollten beide Füße auf dem Boden lassen und wissen, woher wir als Verein überhaupt kommen. Mit viel Arbeit dürfen wir Ziele haben, aber trotzdem müssen wir weiter von Spiel zu Spiel schauen. Es wird auch einfach mal Phasen geben, wo man aus vier Spielen nur ein paar Punkte holt, aber deshalb ist nicht sofort alles kacke. Wir spielen trotzdem eine sehr gute Saison. Wir müssen etwas ruhiger und lockerer bleiben, um nicht so viel Druck auf uns selbst zu machen. Wir dürfen einfach keine Hektik bei uns im Team auskommen lassen.“

Werder Bremens Marvin Ducksch nach 2:2 gegen Borussia Dortmund: „Heute wieder zwei Punkte verloren“

Marvin Ducksch (Spieler SV Werder Bremen): „Es [das Tor gegen seinen Ex-Club, Anm. d. Red.] ist ein schönes Gefühl, aber ich hätte lieber nicht getroffen und dafür das Spiel gewonnen. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass Jens dort nochmal den Ball querlegt, da es danach aussah, dass er selbst den Abschluss sucht. Das war dann wirklich eine überragende Übersicht von ihm und dann hat bei meinem Abschluss alles gepasst. Wir haben hier heute 55 Minuten lang etwas liegenlassen, dann aber als Team noch Charakter gezeigt. Trotzdem muss man festhalten, dass wir hier heute wieder zwei Punkte verloren haben.“

Julian Brandt (Spieler Borussia Dortmund): „Uns hätte ein Sieg sicherlich gut getan nach den vergangenen Wochen. Dementsprechend liegt schon ein gewisses Maß Unmut auch über dem Unentschieden. Ich glaube, dass die Mannschaft dagegen gehalten hat, versucht das, über 90 Minuten dann auch mit den zehn Mann hinzukriegen. Wir müssen weitermachen. Wir nehmen es jetzt so an, es ist jetzt viel in den letzten Tagen passiert. Wir haben jetzt mit ‚Schlotti‘ noch die rote Karte bekommen. Aber es geht weiter.“

Emre Can (Spieler Borussia Dortmund): „Am Ende glaube ich nicht, dass der Mannschaft einen Vorwurf machen kann heute. Wir haben gefightet, wir waren da. Wenn du 2:0 führst, auch wenn du in Unterzahl bist, musst du es trotzdem irgendwie hinkriegen, das Spiel über die Zeit zu bringen. Das haben wir heute nicht geschafft. Aber trotzdem kann man der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir dürfen kein Mitleid mit uns selber haben. Das ist unser Schicksal, da müssen wir durch. Wir haben uns als Mannschaft die Negativserie selber eingebrockt, da müssen wir auch gemeinsam wieder rauskommen. Wir müssen hart arbeiten, dann werden wir den Turnaround auch zusammen schaffen.“

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