Aufsichtsrat zieht Fazit

Machtwort vom Werder-Aufsichtsrat: Darum darf Clemens Fritz bleiben – und was jetzt von ihm erwartet wird

Der Aufsichtsrat des SV Werder Bremen zieht sein Saison-Fazit und erklärt, warum Sportchef Clemens Fritz bleiben darf – äußert aber auch Erwartungen!

Es soll und muss anders werden – das wünschen sich nicht nur viele Fans des SV Werder Bremen oder Trainer Daniel Thioune, sondern auch die Mitglieder des Aufsichtsrates. Diese haben dem zuletzt oft kritisierten Sportchef Clemens Fritz zwar wie berichtet während einer kürzlichen Sitzung einstimmig das Vertrauen ausgesprochen und nie ernsthaft an eine Amtsenthebung gedacht, zugleich ist aber auch klar formuliert worden, welche Erwartungen es an die Arbeit des Ex-Profis und seiner Mitstreiter Peter Niemeyer, Werders Leiter Profifußball, und den neuen Kaderplaner Markus Pilawa gibt.

Der Aufsichtsrat des SV Werder Bremen um Präsident Hubertus Hess-Grunewald (li.) stärkt Sportchef Clemens Fritz (re.) nach der schwachen Saison den Rücken.

Nach Saison-Analyse: Aufsichtsrat des SV Werder Bremen stärkt Sportchef Clemens Fritz

„Wir erwarten für die kommende Saison trotz eines deutlich veränderten Kaders eine stabile Entwicklung, Konstanz und offensive Durchschlagskraft. Wir erwarten eine Mannschaft, die wettbewerbsstark zusammengestellt ist und die die Menschen mit einer guten Energie, viel Leidenschaft und einer offensiven Spielweise begeistert“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung, die der SV Werder Bremen am Sonntagmittag veröffentlichte.

Das Gremium unter Vorsitz von Werder Bremens Präsident Hubertus Hess-Grunewald betont darüber hinaus: „Konkrete sportliche Zielsetzungen und Ambitionen werden definiert, sobald die Kaderplanung für die neue Saison abgeschlossen ist. Entscheidend ist zunächst, die richtigen strukturellen und personellen Voraussetzungen für eine stabile Entwicklung zu schaffen. Wir sind überzeugt, dass wir mit Clemens Fritz als Geschäftsführer Fußball sehr gut aufgestellt und auf dem richtigen Weg sind.“

Aufsichtsrat benennt Fehler des SV Werder Bremen und erklärt, warum Clemens Fritz Sportchef bleibt

Überhaupt nutzte der Aufsichtsrat die Gelegenheit, um ausführlich zu begründen, warum Clemens Fritz trotz schwacher Transferbilanz, Leihspieler-Fauxpas und anhaltender Kritik in der Öffentlichkeit demonstrativ nach der Saisonanalyse der Rücken gestärkt wurde. „Uns als Aufsichtsrat war bewusst, dass diese Saison aufgrund der strategischen Neuausrichtung im Sommer, aufgrund des Trainerwechsels zu Horst Steffen und der Implementierung einer neuen Spielidee starken Schwankungen unterlegen sein würde. Allerdings blieb dieser Saisonverlauf hinter unseren Erwartungen und den formulierten Ansprüchen“, leitete das Gremium des SV Werder Bremen die Erklärung ein.

„Es wurden Fehler in der sportlichen Planung und Umsetzung gemacht, zudem gab es in Teilen Fehleinschätzungen bei der Transferpolitik. Auch der gewünschte Effekt des Trainerwechsels im Sommer zu Horst Steffen ist leider nicht eingetreten“, heißt es weiter vom Aufsichtsrat des SV Werder Bremen.

Werder Bremens Aufsichtsrat: „Clemens Fritz ist es unter massivem Druck gelungen, mit Daniel Thioune die richtige Wahl zu treffen“

Aber: „Diese Fehler wurden von Clemens Fritz klar identifiziert, analysiert und dort, wo es möglich war, bereits während der Saison korrigiert. Clemens Fritz ist es unter massivem Druck gelungen, bei der Trainerentscheidung mit Daniel Thioune in einem kurzfristigen, aber professionellen Prozess die richtige Wahl zu treffen. Clemens hat während einer großen Krise Managementqualitäten bewiesen und bereits während der Saison Maßnahmen umgesetzt, um Prozesse und Abstimmungen deutlich zu verbessern.“

Auch der kostspielige Verkauf von Torhüter Mio Backhaus nach Freiburg samt sofortiger fester Verpflichtung von Nachfolger Karl Hein wird beim SV Werder Bremen als großes Plus gewertet. „Aufgrund all dieser Maßnahmen, Entscheidungen und der Entwicklung, die Clemens Fritz in den letzten Monaten genommen hat, haben wir uns als Aufsichtsrat einstimmig für Clemens ausgesprochen.“ (mbü)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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