Werder holt Niemeyer zurück
Niemeyer wird Fritz-Nachfolger: Ex-Werder-Profi kommt als neuer Leiter Profifußball – „Anfrage hat mich sofort gereizt“
Seit Montagmittag ist es offiziell: Peter Niemeyer wird Nachfolger von Clemens Fritz als Leiter Profifußball des SV Werder Bremen. Was der 40-Jährige zu seiner Rückkehr an die Weser sagt!
Bremen – 40 Mal standen sie einst für den SV Werder Bremen gemeinsam auf dem Platz, unter anderem im DFB-Pokalfinale 2009, als sie nach einem 1:0-Erfolg über Leverkusen den bis dato letzten Bremer Titel feierten. Ab Sommer machen Clemens Fritz und Peter Niemeyer nun wieder gemeinsame Sache am Osterdeich – als neues Duo, das die sportlichen Geschicke des Bundesligisten leiten wird. Seit Monaten war Niemeyer der absolute Wunschkandidat auf der Suche nach einem neuen Leiter Profifußball gewesen, endgültig einig sind sich alle Parteien seit der vergangenen Woche. Am Montagmittag, zwei Tage nach dem definitiv gesicherten Klassenerhalt, machten die Bremer die Personalie nun offiziell.
Werder Bremens Clemens Fritz über Peter Niemeyer: „Menschlich wie fachlich bringt Peter für die Rolle bei Werder alles mit“
Peter Niemeyer kehrt somit nach 14 Jahren an die Weser zurück, als direkter Nachfolger von Clemens Fritz, der nach dem Ausscheiden von Frank Baumann befördert wird und beim SV Werder Bremen das Amt des Geschäftsführers Fußball übernimmt.
„Menschlich wie fachlich bringt Peter für die Rolle bei Werder alles mit“, sagt Clemens Fritz über den 40-Jährigen, der bis zum Saisonende noch als Sport-Geschäftsführer bei Drittligist Preußen Münster in der Verantwortung steht – und mit dem Verein beste Chancen hat, in die 2. Liga aufzusteigen. Zwar hatten sich die Münsteraner sehr darum bemüht, Peter Niemeyer zu halten – schließlich hatte er den Club bereits im Vorjahr zum Drittliga-Aufstieg geführt –, letztlich entschied sich der Ex-Profi (146 Bundesligaspiele für Werder, Hertha und Darmstadt) aber für die Rückkehr zum SV Werder Bremen.
Peter Niemeyer über Werder Bremen: „Als der Verein mit der Anfrage auf mich zukam, hat mich das sofort gereizt“
„Ich habe viele positive Erinnerungen an Werder, und als der Verein mit der Anfrage auf mich zukam, hat mich das sofort gereizt“, sagt Peter Niemeyer, der nach seinem Karriereende im Sommer 2018 als Leiter der Nachwuchsabteilung beim niederländischen Erstligisten Twente Enschede einstieg. Später trainierte er die zweite Mannschaft und wurde Co-Trainer bei den Profis, ehe er 2020 nach Münster wechselte. Vor einigen Wochen kam dann der Anruf von Clemens Fritz. „Auch die Konstellation in der Zusammenarbeit mit Clemens war für mich ein ausschlaggebender Punkt“, sagt Niemeyer. Beide Männer haben sich bereits als Profis sehr gut verstanden, sind seit ihrer ersten gemeinsamen Zeit bei Werder Bremen eng befreundet. Was laut Fritz aber nichts mit der Entscheidung pro Niemeyer zu tun hat.
Werder Bremens Clemens Fritz über die Entscheidung pro Peter Niemeyer: „Er hat viel Expertise und hat uns inhaltlich total überzeugt“
„Es ging darum, die bestmögliche Lösung für den Verein zu finden. Peter hat in den vergangenen Jahren einen sehr guten Job gemacht“, betont Clemens Fritz auf Nachfrage der DeichStube. Und weiter: „Er hat viel Expertise und hat uns deshalb inhaltlich total überzeugt. Dass wir uns schon lange kennen, ist für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sicher kein Nachteil.“ Wie genau diese Zusammenarbeit in der neuen Saison aussehen wird, welche Aufgaben Peter Niemeyer also konkret übernimmt, was wegfällt oder womöglich neu dazukommt, wollte Fritz noch nicht beantworten. Im Grundsatz werde das Jobprofil des neuen Mannes aber vergleichbar mit dem jetzigen von Fritz sein. Als der wiederum im Sommer 2020 als Leiter Profifußball installiert worden war, zog sich Frank Baumann als Sportchef mehr und mehr aus der Öffentlichkeit zurück, saß bei den Spielen etwa nicht mehr mit auf der Bank und überließ Fritz den Großteil der Medienarbeit. Als kommender Geschäftsführer Profifußball erklärt der nun: „Mir ist es wichtig, dass Peter genügend Raum und Freiheit für seine Arbeit bekommt. Ich werde als Geschäftsführer Fußball sicherlich weniger Präsenz in der Kabine haben als bisher, bin aber natürlich weiterhin für die Mannschaft und das Trainerteam ansprechbar.“ Genauer möchte Fritz erst nach der Saison auf die neue Rollenverteilung in der sportlichen Führung des SV Werder Bremen eingehen.
Clemens Fritz über den Wechsel von Peter Niemeyer zu Werder Bremen: „Wir haben eine Lösung gefunden, die für alle Seiten passt“
Klar ist: In Münster hinterlässt Peter Niemeyer eine große Lücke, die künftig von Preußen-Ex-Profi Ole Kittner gefüllt werden soll. Im März hatte Clubpräsident Dr. Bernward Maasjost noch die erfolgreiche Arbeit von Niemeyer sowie dessen Vertragslaufzeit bis 2025 hervorgehoben – und via „Bild“-Zeitung betont: „Entsprechend würden wir eine Ablösesumme einfordern. Bei allen Verdiensten von Peter Niemeyer um unseren Verein – aber das ist in dieser Branche nun mal so üblich. Da machen wir keine Ausnahme.“ Ganz billig dürfte der Wechsel für Werder Bremen also nicht gewesen sein. Clemens Fritz sprach auf Nachfrage lediglich von einer „Lösung, die für alle Seiten passt“.
Nachdem Clemens Fritz seinen ehemaligen Mitspieler kontaktiert und ihm den Posten bei Werder Bremen in Aussicht gestellt hatte, „habe ich gegenüber den Verantwortlichen die Anfrage von Werder und meinen Wechselwunsch offen und frühzeitig mitgeteilt“, sagt Peter Niemeyer, der keine Steine in den Weg gelegt bekam. Stattdessen gab es aus Münster noch reichlich Lob mit auf den Weg nach Bremen. Präsident Maasjost: „Peter war bei der Neuaufstellung des SC Preußen Münster ein zentraler Faktor. Er hat an entscheidender Stelle die richtigen Weichen für den sportlichen Erfolg gestellt.“ Genau das ist ab dem Sommer nun auch Niemeyers Auftrag am Osterdeich. (dco)