Nach Leipzig-Spiel
„Etwas unverständlich“: Werder-Sportchef Clemens Fritz reagiert auf klare Kritik von Mitchell Weiser am Vereinskurs
Clemens Fritz missfallen die kritischen Aussagen von Mitchell Weiser am Vereinskurs. So reagiert der Sportchef des SV Werder Bremen.
Auch im Nachgang an die Niederlage des SV Werder Bremen gegen RB Leipzig (1:2) drehten sich die Gespräche in den Katakomben des Stadions nicht nur um die gerade zu Ende gegangene Partie, sondern auch um die außergewöhnlichen Äußerungen von Mitchell Weiser in der Halbzeitpause. Dort hatte der aktuell noch verletzte Rechtsaußen, der nach seinem Kreuzbandriss in den kommenden zwei Wochen wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren soll, in einem Sky-Interview für ordentlich Aufruhr gesorgt und den Verein in die Pflicht genommen. Darauf angesprochen hielt sich Werders Sportchef Clemens Fritz zunächst zurück und meinte: „Ich habe bisher nur Bruchstücke mitbekommen und kann dazu noch nicht viel sagen.“ Wirklich gefallen haben Fritz die Bemerkungen Weisers über die Fehler der aktuellen Saison allerdings nicht, wie er anschließend deutlich machte: „Ich habe vor ein paar Wochen mit ihm zusammengesessen, da hatten wir ein sehr gutes, offenes und ehrliches Gespräch. Deshalb sind seine aktuellen Aussagen für mich etwas unverständlich.“
Mitchell Weiser kritisiert Werder Bremen: „Diese Entscheidungen waren für mich etwas fahrlässig“
Was war passiert? Nachdem Mitchell Weiser, dessen Vertrag am Ende der Saison ausläuft, im Interview auf seine Zukunft angesprochen worden war, äußerte er sich ungewohnt offen: „Wir hatten schon Gespräche. Es ist aber so, dass im letzten Sommer viele Dinge passiert sind, die für mich fragwürdig waren. Ich warte daher auf Signale, dass wir wieder in die Richtung gehen, in der wir mit Ole Werner waren.“ Ein klares Statement, das zeigt, dass der Profi des SV Werder Bremen mit den getroffenen Entscheidungen am Osterdeich in den vergangenen Monaten nicht einverstanden ist. „Der ganze Verein hat eigentlich nach etwas anderem gestrebt als dem, wo wir jetzt stehen“, betonte Weiser.
Doch damit nicht genug: Angesprochen auf die Entwicklungen im vergangenen Sommer legte er nach: „Neben der Entlassung von Ole sind auch wichtige Entscheidungen im Kader getroffen worden. Es sind Spieler gegangen, denen wir jetzt nachtrauern.“ Sein deutliches Fazit: „Diese Entscheidungen waren für mich etwas fahrlässig.“ Aussagen, die in dieser Klarheit im Profifußball Seltenheitswert haben.
Werder Bremen-Sportchef Clemens Fritz reagiert auf Kritik von Mitchell Weiser: „Werden das intern aufarbeiten“
Diese Sätze dürften die Grün-Weißen auch in den kommenden Tagen beschäftigen – nicht zuletzt im Hinblick auf die anstehenden Vertragsverhandlungen mit dem früheren deutschen U21-Europameister. „Wir werden das intern besprechen und aufarbeiten“, kündigte Clemens Fritz an. Ob es möglicherweise sogar eine Strafe für Mitchell Weiser geben wird, bleibt abzuwarten. Dass seine Aussagen jedoch nicht zwangsläufig das Aus am Osterdeich bedeuten, stellte Weiser ebenfalls klar: „Ich fühle mich hier sehr wohl. Ich würde mir nichts lieber wünschen, als mit Werder um etwas Großes zu spielen und nicht um den Klassenerhalt. Bei allem Respekt: Wir waren bis letztes Jahr auf einem sehr guten Weg und haben uns dann in eine schwierige Situation gebracht.“
Dafür braucht es aus Sicht des Offensivspielers bei Werder Bremen jedoch eine intensive Aufarbeitung im Sommer, um wieder einen positiven Weg zu bestreiten: „Für mich gehört Werder ins internationale Geschäft. Da würde ich gerne dabei sein, aber der Verein muss entscheiden, wohin er will.“ Worte, die auch über das Leipzig-Spiel hinaus an der Weser nachhallen dürften. (bvo)
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