So lief der TV-Auftritt
Werder-Sportchef Clemens Fritz spricht im „Doppelpass“ über Europa-Träume und Millionen-Transfers
Clemens Fritz hat im „Doppelpass“ über die Klatsche des SV Werder Bremen gegen den FC Bayern, Europa-Träume und Millionen-Transfers gesprochen - so lief der TV-Auftritt des Sportchefs.
Bremen - Als Clemens Fritz am Sonntagmorgen im „Stahlwerk Doppelpass“ des TV-Senders Sport1 zu Gast war, kam dem Sportchef des SV Werder Bremen zunächst die Rolle des Augenzeugen zu. Nach dem 5:0-Erfolg des FC Bayern München in Bremen ging es bis zum ersten Werbeblock um den beeindruckend starken Auftritt des Rekordmeisters, dem Werder nichts, aber auch gar nichts entgegenzusetzen hatte. Was Fritz hier und da bestätigen durfte. „Wir hatten keine Zeit zum Atmen“, sagte der 43-Jährige etwa. Oder: „Die Bayern sind nicht unser Maßstab“. Im weiteren Verlauf der Sendung wurde der Ex-Profi dann ausführlich zu seinem eigenen Club befragt, erneuerte dabei sein Ziel, mit Werder mittelfristig wieder international spielen zu wollen und erklärte, warum die Bremer in diesem Sommer bewusst auf einen ganz großen Transfer verzichtet haben.
Kurzer Rückblick: In der vergangenen Saison war Werder Bremen am Ende nur hauchdünn am internationalen Geschäft vorbeigeschrammt. Was Doppelpass-Moderator Florian König zur Frage veranlasste, wann es dann klappt mit Bremen und Europa. Fritz‘ Antwort: „Wir müssen unterscheiden zwischen langfristig und mittelfristig. Natürlich sind wir ambitioniert. Aber trotzdem ist es wichtig, dass wir uns Schritt für Schritt weiterentwickeln.“ Werder habe schwierige Zeiten hinter sich, erinnerte Clemens Fritz. Nun stehe der Verein wieder stabil da. „Diese Schritte sollen jetzt weitergehen, denn es sollte unser Ziel sein, unter der Woche im Weserstadion wieder Flutlichtspiele zu haben.“ Womit Englische Wochen in der Liga und der DFB-Pokal ausdrücklich nicht gemeint waren.
Werder Bremens Sportchef Clemens Fritz im Doppelpass über Europa, Kaderplanung und Millionen-Transfers
Angesichts dieser Ambitionen ging es während der Talkrunde, an der auch U20-Nationaltrainer Hannes Wolf, Sky-Kommentator Toni Tomic sowie die Sport1-Experten Alfred Draxler und Stefan Effenberg teilnahmen, um Werders Aktivitäten auf dem Sommer-Transfermarkt - und die Frage, warum in Bremen eigentlich nicht mehr passiert ist. Wo doch durch den Einstieg des regionalen Investorenbündnisses knapp 40 Millionen Euro in die Vereinskasse gespült wurden. „Wir wollen das Geld mit Bedacht einsetzen“, sagte Clemens Fritz und widersprach der Wahrnehmung, dass bei Werder Bremen zu wenig in den Kader investiert wurde. „Man darf nicht vergessen, dass wir in diesem Jahr mit Romano Schmid, Justin Njinmah, Michael Zetterer, Mitchell Weiser und Felix Agu verlängert haben. Man kann davon ausgehen, dass die Verträge nicht günstiger geworden sind.“ Dass es trotzdem Beobachter gibt, die den Bremer Transfer-Sommer als zu vorsichtig einstufen, versteht Fritz einerseits. Für ihn gibt es dafür aber eine logische Erklärung.
„Unser Anspruch war es, den Kader frühzeitig zusammen zu haben. Deswegen haben wir früh die Entscheidung getroffen, Skelly Alvero fest zu verpflichten. Dazu kamen Keke Topp und Markus Kolke“, sagte Clemens Fritz. Die Verpflichtung von Marco Grüll stand sogar schon zu Jahresbeginn fest. „Die Wahrnehmung, dass bei Werder nichts passiert, kam zustande, weil wir relativ früh das Gros unseres Kaders zusammenhatten“, betonte der Sportchef. Auf die Nachfrage Effenbergs, ob sich Werder Bremen denn einen Transfer jenseits der Zehn-Millionen-Euro-Marke leisten kann, entgegnete Fritz: „Wir haben Geld eingenommen und haben auch eine Eigenkapitalquote, aber das Geld kann auch schnell weg sein. Wenn so ein Transfer nicht sitzt, wird es schwierig. Grundsätzlich könnten wir aber so einen Transfer stemmen und das Risiko gehen. Es muss nur Sinn ergeben.“ (dco)