Werder-Angreifer außen vor
Mittelstürmer nur Zuschauer: So erklärt Werder-Trainer Thioune die Bankplätze von Keke Topp und Jovan Milosevic
Im Heimspiel des SV Werder Bremen gegen den FC Bayern (0:3) verzichtete Daniel Thioune auf die Angreifer Keke Topp und Jovan Milosevic. Das ist der Grund.
Als Keke Topp und Jovan Milosevic kurz vor der 80. Spielminute zur Auswechselbank gebeten wurden, war beiden Angreifern des SV Werder Bremen bereits klar, dass sie im Heimspiel gegen den FC Bayern München (0:3) nicht mehr zum Einsatz kommen würden. Schließlich machte sich in Yukinari Sugawara bereits der fünfte Einwechselspieler an der Seitenlinie bereit. Somit war beiden Stürmern auf ihrem Gang zur Bank die Enttäuschung deutlich anzumerken. Die Partie war zu diesem Zeitpunkt zwar längst entschieden, dennoch verwunderte es etwas, dass Cheftrainer Daniel Thioune bei der weiterhin harmlosen Bremer Offensive seine beiden Mittelstürmer über 90 Minuten komplett außen vor ließ.
Warum Werder Bremens Coach Daniel Thioune gegen den FC Bayern auf Keke Topp und Jovan Milosevic verzichtete
„Es war eine Entscheidung für die anderen und nicht gegen die beiden“, sagte Daniel Thioune im Nachgang an die Partie. Mehrere Auswechslungen – etwa verletzungsbedingt bei Karim Coulibaly oder aufgrund von Fitnessrückstand bei Niklas Stark und Felix Agu – hatten dafür gesorgt, dass dem Bremer Coach nicht mehr viele Wechseloptionen blieben. „Zudem wollte ich auch Jens Stage vor seiner möglichen fünften Gelben Karte schützen“, erklärte der 51-Jährige. Auf eine Strafe oder mangelnde Trainingseindrücke sei die Nichtberücksichtigung beider Angreifer demnach nicht zurückzuführen, sondern vielmehr taktischer Natur. „Die Bayern verteidigen sehr mannorientiert, weshalb es die Idee war, vorne mit einem Spieler zu agieren, der mehrere Gegenspieler binden kann. Marco Grüll macht das sehr gut, ist viel in Bewegung und kann dadurch Innenverteidiger möglicherweise etwas mehr beschäftigen“, betonte Thioune. Speziell nach der Pause ging dieser Plan vermehrt auf, am Ende hatte Werder Bremen sogar mehr Torschüsse als der Rekordmeister zu verzeichnen. Auf der Anzeigetafel stand allerdings erneut offensiv die Null.
Während über weite Strecken der bisherigen Saison rund um den Osterdeich die Debatte über die fehlenden Mittelstürmer-Tore geführt wurde, haben Jovan Milosevic und Keke Topp im Januar jeweils ihr erstes Saisontor erzielt. Als neue Stammlösung in der offensiven Zentrale konnte sich jedoch keiner von beiden nachhaltig empfehlen. Dabei bestand bei der Leihe von Milosevic intern durchaus die Hoffnung, dass er die Torflaute im Angriff aufgrund seiner Leistungen im vergangenen Jahr bei Partizan Belgrad beheben könnte. „Bei Jovan wussten wir, dass er in einer kleineren Liga viele Tore gemacht hat, und wir wollten einen Spieler, der voll im Saft steht“, erklärte Werder Bremens Leiter Profifußball Peter Niemeyer, schob jedoch umgehend hinterher: „Dass er eine gewisse Phase braucht, um sich anzupassen, war uns auch bewusst. Jetzt gilt es, dass er sich anpasst und noch wichtig wird.“ Die Chance dazu hat der 20-Jährige, wie Thioune verdeutlichte: „Jeder hat auch in Zukunft weiterhin die Möglichkeit, sich zu zeigen.“
Wieder keine (Stürmer-)Treffer bei Werder Bremen - „Geht nicht darum, wer das Tor macht“
Komplett an Keke Topp und Jovan Milosevic möchte innerhalb der Mannschaft ohnehin niemand die fehlenden Tore festmachen, wie Mittelfeldspieler Senne Lynen betonte: „Bei uns geht es intern nicht so sehr darum, wer das Tor macht. Es ist egal, ob es Flügelspieler sind oder der Zehner. Ich würde es nicht nur auf die Stürmer schieben – die ganze Mannschaft kann besser Richtung Tor gehen.“ (bvo)
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