Europa nochmal Thema?

Wieder im Windschatten: Werder sorgt gegen Frankfurt für die nächste Überraschung – und darf plötzlich doch wieder träumen

Nächster Stimmungswandel bei Werder Bremen: Nach dem Sieg gegen Eintracht Frankfurt ist träumen plötzlich wieder erlaubt. Wie Trainer und Mannschaft die Lage einschätzen.

Bremen – Die Laune war bei allen Beteiligten ohnehin schon bestens. Das war am Samstagabend bis weit auf die Tribüne des Weserstadions zu erkennen. Als Ole Werner die Spieler des SV Werder Bremen nach dem überzeugenden 2:0-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt zum obligatorischen Mannschaftskreis auf dem Rasen zusammenrief, blickte der Cheftrainer in viele glückliche Gesichter – nur um die allgemeine Freude mit lediglich drei Worten noch einmal zusätzlich zu steigern: „Zwei Tage frei!“ Heißt: Nach der Pflege am Sonntag werden die Bremer Profis erst am Mittwoch in die neue Trainingswoche starten, was der direkte Lohn für eine Leistung ist, die Werner wenig später „mit unser bestes Saisonspiel“ nannte. Übertrieben war das nicht. Werder war gegen das Topteam aus Frankfurt von Beginn an ebenso diszipliniert wie entschlossen zu Werke gegangen, stand hinten stabil und stach vorne zu. „Wir haben unser Level über 90 Minuten gehalten“, betonte Werner, ehe im Nachgang an das Spiel die folgende Frage ins Zentrum rückte: Was ist für Werder jetzt noch drin in einer Saison, die noch vor wenigen Wochen wahlweise als verkorkst, verspielt oder verschenkt gegolten hatte.

Werder Bremen gewinnt gegen Eintracht Frankfurt: Dritter Sieg ohne Gegentor in letzten vier Spielen

Rückblende, 1. März 2025: Gegen den VfL Wolfsburg hatten die Bremer trotz durchaus ansprechenden Auftritts soeben ihre fünfte Pflichtspielniederlage am Stück kassiert (darunter auch das desaströse Pokalaus in Bielefeld), und das Adjektiv „angespannt“ reichte für die Beschreibung der Lage am Osterdeich schon lange nicht mehr aus. „In den letzten Wochen macht der Gegner uns leider immer wieder vor, wie es geht“, gab ein zerknirschter Leiter Profi Fußball Peter Niemeyer zu Protokoll. Vier Spieltage später, an denen es für Werder Bremen drei Siege ohne Gegentor gab, sagte derselbe Mann am Samstagabend nun: „Wir haben ein richtig starkes Heimspiel gespielt. Auch was die Fans abgerissen haben, war beeindruckend. Es war einfach ein geiles Gefühl, auf der Bank zu sitzen und die Synergien zu spüren. Ich habe das richtig genossen.“ Viel schärfer kann ein Kontrast nicht sein.

Werder Bremen spricht von Europa, ohne von Europa zu sprechen: „An oberen Plätzen schnuppern“

Werder Bremens Ausgangslage sechs Spiele vor dem Saisonende liest sich nun so: 39 Punkte auf dem Konto und damit fünf Rückstand aufs europäische Geschäft. Muss das E-Wort, das die Bremer aus ihrem öffentlichen Sprachgebrauch konsequent verbannt haben, also doch wieder rausgeholt werden? Nach dem Sieg gegen Frankfurt brachten jedenfalls gleich mehrere Protagonisten das Kunststück fertig, von Europa zu sprechen – ohne von Europa zu sprechen.

„Wir wollen Jahr für Jahr besser werden“, sagte Ole Werner, als er nach Werders Zielen gefragt wurde. Die Serie 2023/24 hatte seine Mannschaft bekanntlich als Neunter beendet, für die Teilnahme an der Qualifikation zur Conference League fehlten am Ende lediglich zwei Törchen. Wie sich „Wir wollen Jahr für Jahr besser werden“ vor diesem Hintergrund übersetzen lässt, ist keine allzu schwere Denkaufgabe. Kapitän Marco Friedl wurde sogar noch eine Spur deutlicher. „Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz und mehr Punkte holen als in der letzten Saison“, betonte der Österreicher, entscheidender Zusatz: „… und an den oberen Plätzen schnuppern“. Mindestens das tut Werder Bremen Anfang April 2025 wieder, durch den Erfolg gegen Eintracht Frankfurt haben sie sich eine Position im Windschatten gesichert.

Werder Bremen will wie in der Hinrunde starken Endspurt hinlegen - aber jetzt geht‘s gegen den VfB Stuttgart

Hauptgrund dafür: Die Stabilität ist zurück, was vor allem für die Defensive gilt, die sowohl gegen Leverkusen, Kiel und Frankfurt enorm gut organisiert war. „Wir haben wieder mehr Spieler zur Verfügung, und die, die auf dem Platz stehen, sind wieder bei 100 Prozent, schleppen keine Wehwehchen mehr mit sich herum“, sagte Werner. „Dann werden auch die Abläufe wieder klarer, wodurch wiederum die individuellen Leistungen besser werden.“ Fazit des Cheftrainers: „Das ist der Unterschied zu den Vorwochen.“ Und es soll mit Blick auf den restlichen Saisonverlauf die Basis für den Erfolg bleiben. „Genau das brauchst du Woche für Woche“, sagte Romano Schmid. Zumal bereits der kommende Gegner VfB Stuttgart (Sonntag, 15.30 Uhr/DeichStube-Liveticker) dem SV Werder Bremen wieder alles abverlangen dürfte.

Die Partie beim direkten Tabellennachbarn bildet den Auftakt in einen Rückrundenabschnitt, in dessen Pendant während der Hinrunde Werder Bremen sehr gut abgeschnitten hatte. Zwischen Ende November und Mitte Januar hatte die Mannschaft gegen Stuttgart, Bochum, St. Pauli, Union Berlin, RB Leipzig und Heidenheim stolze elf Zähler verbucht. „Es liegt an uns, was wir jetzt aus den verbleibenden Spielen machen. In der Hinrunde haben wir in dieser Phase sehr gut gepunktet“, erinnerte Werner – und hielt fest: „Es bleibt das Ziel, das in der Rückrunde zu wiederholen.“ Ganz am Ende, so fügte es der 36-Jährige noch an, werde man dann schon sehen, wofür es gereicht hat. Das garantiert. (dco)

Rubriklistenbild: © IMAGO/osnapix / Marcus Hirnschal

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

Die 15 schönsten Badeseen in Niedersachsen – Urlaubsfeeling garantiert!

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

13 Kräuter für Sonne und (Halb-)Schatten

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Himmelsspektakel mit Vanillekipferl

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Das sind die 12 größten Unternehmen aus Bayern

Kommentare