Nach Werder-Sieg gegen die SGE

Heimsieg in der Taktik-Analyse: Warum bei Werder auch gegen Frankfurt die Null stand

Gab seinem SV Werder Bremen beim 2:0-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt den perfekten taktischen Plan mit an die Hand: Coach Ole Werner.
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Gab seinem SV Werder Bremen beim 2:0-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt den perfekten taktischen Plan mit an die Hand: Coach Ole Werner.

Werder Bremen meldet sich zurück! Zum zweiten Mal in Folge gewinnt das Team von Ole Werner zu null. Gegen Eintracht Frankfurt überzeugten die Bremer mit einer flexiblen Manndeckung. Sie profitierten von einem Gegner, der wenig Kreativität auf den Platz brachte - die Taktik-Analyse von Tobias Escher.

Bremen - Der SV Werder Bremen feiert im Jahr 2025 eine Premiere. Der 2:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt war der zweite Bundesliga-Sieg in Folge. Das hatte Ole Werners Team seit dem Dezember des letzten Jahres nicht mehr geschafft. Besser noch: Zum zweiten Mal in Serie blieben die Bremer ohne Gegentor. Den Sieg gegen Frankfurt verdanken sie vor allem ihrer flexiblen Verteidigung.

Taktik-Analyse: Werder Bremen presst mit Viererkette gegen Viererkette

Werder Bremen sah sich gegen Eintracht Frankfurt mit einer ungewohnten Aufgabe konfrontiert. Die Eintracht begann das Spiel mit einer Viererkette im 4-2-3-1. In der Bundesliga bauen die meisten Vereine das Spiel aus einer Dreierkette auf. Selbst Teams, die in einer Viererkette verteidigen, passen ihre Formation im Aufbau an. Eintracht Frankfurt tat dies jedoch nicht: Sie bauten das Spiel in der Anfangsphase mit einer Viererkette auf. Die Bremer mussten ihr Pressing entsprechend anpassen. Werner holte eine Variante aus dem Koffer, die er schon bei der 0:1-Niederlage im Hinspiel genutzt hatte: Die Bremer pressten in einer Mischung aus 3-4-3 und 4-4-2. Rechtsverteidiger Mitchell Weiser schob dabei vor, sodass er als Teil der Mittelfeldkette agierte.

Die Grafik zeigt Werder Bremens Defensive. Sie war flexibel eingestellt: Wenn Eintracht Frankfurt in einer Viererkette aufbaute, rückte Mitchell Weiser vor. Sobald sich Tuta fallenließ, rückte Romano Schmid in die vorderste Linie.

Mit dieser Variante konnte Werder Bremen den Spielaufbau der Frankfurter effektiv zustellen. Auf dem Feld entstanden überall Eins-gegen-Eins-Duelle. Zugleich verteidigten die Bremer mit ihren zwei improvisierten Viererketten äußerst kompakt. Frankfurt konnte zwar von Beginn weg den Ball in der eigenen Viererkette laufen lassen. Immer wieder banden sie Keeper Kaua Santos ein, um gegen Werders Pressing den Ball zu halten. Die Gäste spielten dabei jedoch mehr Rückpässe als Zuspiele nach vorne. Raumgewinn erzielten sie so kaum.

Werder Bremens Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt in der Taktik-Analyse: Teams neutralisieren sich

Auch die Frankfurter hatten sich eine defensive Strategie zurechtgelegt. Sie passten ihr 4-2-3-1 im Spiel gegen den Ball zu einem 4-3-3 an. Die Außenstürmer schoben weit nach vorne, um Werder Bremens Dreierkette anzulaufen. Ellyes Skhiri verließ die Doppelsechs, um gemeinsam mit Zehner Hugo Larsson Druck auszuüben auf Bremens Doppelsechs. Ihr Mittelfeldkollege Tuta sicherte hinter ihnen ab. Er achtete darauf, dass sich Romano Schmid oder Marvin Ducksch nicht zwischen die Linien schlichen.

Werder reagierte auf Frankfurts Defensivkonzept, indem sie ihr Risiko minimierten. Sie wussten um Frankfurts große Stärke: Nach Ballgewinnen können die Hessen das Tempo ihrer Stürmer ausspielen. Die Bremer riskierten keine Ballverluste. Sie schlugen den Ball früh und häufig lang nach vorne. Am Ende wies die Statistik 65 lange Bälle der Bremer aus; normalerweise spielen sie im Schnitt 52 pro Spiel. So musste Werder Bremen zwar keine Ballverluste erleiden. Sie gaben damit aber auch frühzeitig die Kugel wieder her. Gerade deshalb konnten die Frankfurter ihren Ballbesitzwert auf nahezu 65 Prozent hochschrauben. Werder ließ sie gewähren. Sie konzentrierten sich auf ihre Defensive – und ließen keine Chancen von Eintracht Frankfurt zu.

Taktik-Analyse: Werder Bremen macht die Chancen gegen Eintracht Frankfurt

Nach einiger Zeit begann Tuta, sich häufiger in die Abwehr fallen zu lassen. Die Frankfurter bauten nun aus einer Dreierkette auf. Werder Bremen passte das Pressing an: Romano Schmid rückte auf Tuta, Weiser zog sich zurück. Werder verteidigte nun im gewohnten 5-2-3-System. Auch an dieser Variante kam Frankfurt nicht vorbei.

Es entstand ein chancenarmes Spiel, bei dem Werder aus den wenigen Möglichkeiten mehr herausholte. Oliver Burke traf nach einer Eckball-Variante zum Bremer Führungstreffer (28.). Die Bremer verteidigten mit dem 1:0 im Rücken weiter intensiv am Mann. Frankfurt gelang es selten, sich am Mittelfeld der Bremer vorbeizuschummeln. Zur Pause baute SGE-Coach Dino Toppmöller seine Mannschaft um. Tuta musste das Feld verlassen. Für ihn kam in Michy Batshuayi ein groß gewachsener Stürmer. Die Frankfurter verzichteten jedoch weiterhin darauf, den Ball direkt über das Mittelfeld der Bremer lang zu schlagen. Fortan kippte Skhiri in die Abwehr ab, sodass sich am Aufbau der Frankfurter wenig änderte. Auch in der neuen personellen Variante kamen sie nicht vorbei am Mittelfeld der Bremer.

Werder Bremen kontert sich zum Sieg - die Taktik-Analyse zum Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt

So kippte das Spiel im Verlauf der zweiten Halbzeit immer stärker zugunsten der Bremer. Diese konzentrierten sich auf ihre Defensive, fanden aber zugleich immer häufiger die Lücken in der Frankfurter Formation. Diese Löcher wurden mit jeder Minute augenfälliger: Frankfurt griff erst im 3-4-3 an, später warfen sie im 3-2-5 alles nach vorne. Gerade im Mittelfeld fehlte fortan eine Absicherung. Tutas Rolle wurde nach der Pause nicht ersetzt. Werder attackierte gezielt diese Räume. Der eingewechselte Marco Grüll ließ sich häufig zwischen die Linien fallen, während die übrigen Akteure sofort die Tiefe attackierten. Gerade Mitchell Weiser leitete auf seiner rechten Seite einige starke Angriffe ein. So leitete er auch Romano Schmids Treffer zum 2:0 ein (84.). Werder Bremen hatte nach Kontern noch weitere Möglichkeiten, das Ergebnis hochzuschrauben.

Der Star dieses Abends war jedoch die Abwehr. Ein Sonderlob gebührt Felix Agu: Der Linksverteidiger hatte die nicht gerade leichte Aufgabe, Mario Götze aus dem Spiel zu nehmen. Agu verfolgte den Weltmeister von 2014 geflissentlich. Er wusste jedoch auch, wann es Zeit war, Götze den Mittelfeldspielern zu übergeben. So war der Frankfurter Spielgestalter kein Faktor in der gesamten Partie. Am Ende kann sich Werder über den zweiten sauberen Kasten in Folge freuen. Zugleich melden sich die Bremer wieder an im Kampf um den Europapokal.

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