Das interessiert auch Werder
Auch Werder schaut hin: DFL setzt auf baldige Entscheidung im Polizeikosten-Streit mit dem Land Bremen
Bremen - Noch immer ist das Thema, das auch den SV Werder Bremen betrifft, nicht endgültig zu den Akten gelegt worden, der langjährige Streit mit dem Land Bremen um die Polizeikosten bei Hochrisikospielen beschäftigt weiter die Deutsche Fußball-Liga (DFL).
Dort wird auch weiterhin an der Auffassung festgehalten, dass die Bremer Regelung nicht verfassungskonform ist. Die Sicherheit im öffentlichen Raum sei, so heißt es seitens des Ligaverbandes, eine staatliche Kernaufgabe, die mit Steuergeldern finanziert werde – auch von den 36 Profivereinen, darunter Werder Bremen. Die DFL setzt in diesem Zusammenhang auf ein baldiges Urteil des Bundesverfassungsgerichtes. Co-Geschäftsführer Marc Lenz sagte am Montag während der jüngsten Versammlung der Clubs in Frankfurt am Main: „Die DFL-Position ist klar. Wir gehen davon aus, dass eine Entscheidung in diesem Jahr noch der Fall sein kann.“
In der Vergangenheit hat der Ligaverband in diesem Zusammenhang zwei juristische Niederlagen hinnehmen müssen. Sowohl das Oberverwaltungsgericht Bremen als auch das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig urteilten einst, dass die Beteiligung des Profifußballs an den entstehenden Polizeikosten bei sogenannten Hochrisikospielen grundsätzlich rechtmäßig sei. Die Auseinandersetzung dauert jedoch an, seit inzwischen anderthalb Jahren beschäftigt sich das Bundesverfassungsgericht mit dem Fall, nachdem die DFL in Karlsruhe eine Verfassungsbeschwerde eingereicht hatte. Bremen ist aktuell das einzige der 16 Bundesländer in Deutschland, das Gebühren für die Polizeikosten erhebt (die Rechnungen leitet die DFL an Werder Bremen weiter), andere Länder ziehen allerdings ein ähnliches Vorgehen in Betracht. Falls der Ligaverband auch vor der höchsten gerichtlichen Instanz der Republik den Kürzeren zieht, müssten die Proficlubs künftig mögliche Rechnungen ihrer jeweiligen Bundesländer begleichen. Ein genauer Termin für die Urteilsverkündung steht allerdings noch nicht fest.
DFL-Mitgliederversammlung segnet neuen Grundlagenvertrag mit dem DFB ab
Unterdessen wurde von den Vereinen auf der Mitgliederversammlung wie erwartet der neue Grundlagenvertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) abgesegnet. Zuvor hatte bereits der DFB-Bundestag der am 1. Juli in Kraft getretenen und bis zum Sommer 2029 gültigen Vereinbarung zugestimmt. Der Grundlagenvertrag, der die Finanzströme zwischen der DFL und dem DFB regelt, war bereits Ende Juni beschlossen worden und bedurfte lediglich der formalen Bestätigung durch die jeweiligen Gremien. Um die Inhalte hatten beide Seiten monatelang verhandelt.
Der Beschluss sei „ein wichtiges und gutes Zeichen für das Miteinander“, sagte Lenz. „Es war und muss wieder eine Stärke des deutschen Fußballs werden, dass der Deutsche Fußball-Bund und die DFL positiv miteinander zusammenarbeiten. Statt bislang 26 Millionen Euro zahlt die DFL dem DFB künftig zwischen 34,5 und 39 Millionen Euro pro Saison. Der DFB überweist im Gegensatz statt bislang 20 Millionen nur noch 12,5 Millionen Euro an die DFL, um mit den Nationalspielern der Clubs werben zu dürfen. In EM- oder WM-Jahren der A-Nationalelf der Männer muss der DFB zwei Millionen Euro mehr an die Dachorganisation des deutschen Profifußballs zahlen. (mbü/dpa)