Philipp mit Doppelpack gegen Werder
Keine Gnade mit dem Lieblingsclub: Ex-Bremer Philipp schenkt Werder einen Doppelpack ein
David Philipp war mit zwei Toren maßgeblich am blamablen DFB-Pokal-Aus des SV Werder Bremen beteiligt. Im Anschluss der Partie hat der Doppeltorschütze von Viktoria Köln über die Sensation und seinen Gemütszustand gesprochen. Zudem machte er den Grün-Weißen Mut für den weiteren Saisonverlauf.
Bremen – Die Gefühle fuhren Achterbahn. Und zwar mit Höchstgeschwindigkeit. „So richtig greifen kann man das nicht, weil man voller Adrenalin ist. Ich glaube, dass ich erst in den nächsten Tagen realisieren werde, was wirklich passiert ist.“ David Philipp hatte einen echten Sahnetag erlebt. Er traf schließlich nicht gegen irgendwen, sondern gegen seinen Herzensverein SV Werder Bremen. Sogar doppelt. Und damit hatte der 23-Jährige einen riesigen Anteil daran, dass seinem jetzigen Club Viktoria Köln im DFB-Pokal tatsächlich die große Überraschung gelang.
David Philipp über die Tore gegen Werder Bremen: „Genugtuung ist vielleicht das falsche Wort“
„Wenn man von solch einem Spiel träumt, dann träumt man von solch einem Verlauf“, erklärte der gebürtige Hamburger, der für den Drittligisten zweimal einen Rückstand ausgeglichen hatte, ehe seinem Team in buchstäblich letzter Sekunde der Siegtreffer zum 3:2 gelang. „Dass wir es am Ende tatsächlich gezogen haben, ist unglaublich.“ David Philipp hat in der Jugend jahrelang für Werder Bremen gespielt, schlief in grün-weißer Bettwäsche und malte sich den großen Durchbruch am Osterdeich aus. Doch nach großen Erfolgen als Talent klappte der Umstieg in den Erwachsenenbereich nicht wie gewünscht, in Bremen gab es für den Offensivspieler irgendwann keine Zukunft mehr. Kein Wunder also, dass dieser Nachmittag des 12. August 2023 für ihn mehr als „nur“ einen Pokal-Coup bot. „Genugtuung ist vielleicht das falsche Wort“, sagte Philipp – um dann aber doch genau dieses Gefühl zu beschreiben: „Natürlich nimmt man sich vor solch einem Spiel eine Menge vor und will auch zeigen, dass es vielleicht ein Fehler war, einen ziehen gelassen zu haben. Am Ende bin ich sehr froh über meine Entwicklung.“
David Philipp über Werder Bremen: „Werder hat einen super Kader“
An Werder Bremens Weiterentwicklung gibt es nach der neuerlichen Pokal-Blamage vor allem im eigenen Fanlager ernsthafte Zweifel. Viele Anhänger machen sich mit Blick auf die neue Saison erhebliche Sorgen. David Philipp gehört allerdings nicht dazu. „Nein“, wiegelte er ab, „diese Pokalspiele sind immer eklig. Wir kennen das selbst, wenn wir zu einem Landes- oder Regionalligisten müssen. Da tut man sich schwer, weil man der Favorit ist und unbedingt gewinnen muss.“ Am kommenden Wochenende sind die Bremer dann krasser Außenseiter, sie empfangen zum Start in die neue Bundesliga-Spielzeit im Wohninvest Weserstadion niemand Geringeren als Rekordmeister FC Bayern München samt 100-Millionen-Euro-Einkauf Harry Kane (20.30 Uhr im DeichStube-Liveticker). Da könnten die ungemütlichen Wochen für Grün-Weiß also gerade erst begonnen haben, doch David Philipp gab sich optimistisch: „Werder hat einen super Kader und wird sicherlich eine richtig gute Saison spielen.“ Nach diesem verbalen Mutmacher verabschiedete sich der Stürmer zur Kölner Pokalparty. Wie gefeiert werde? „Ich glaube mit ein bisschen Kölsch“, sagte er lachend. „Vielleicht auch mit ein bisschen mehr.“ (mbü/dco)