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Vor 20 Jahren hat der SV Werder Bremen das Double gewonnen. Aber was machen die SVW-Helden heute? Im zweiten Teil blickt die DeichStube auf die Profis, die am Tag der Meisterschalen-Übergabe nicht in der Startelf standen - zum Beispiel (v.l.n.r.) Nelson Valdez, Krisztian Lisztes und Angelos Charisteas.
20 Jahre nach der Übergabe der Meisterschale: Was machen eigentlich die Double-Helden des SV Werder Bremen heute? Die DeichStube hat nachgeforscht und klärt auf.
Bremen - Meisterschaft und Pokalsieg in ein und derselben Saison? Was der SV Werder Bremen vor nunmehr 20 Jahren geschafft hat, wird wohl für immer unvergessen bleiben. Und damit auch die Namen der Spieler, die den großen grün-weißen Partyrausch möglich gemacht haben. Die DeichStube hat einmal nachgeschaut, was die Helden von einst heute so treiben. Hier kommt Teil 2.
Pascal Borel Als Ersatzkeeper blieb der gebürtige Karlsruher die meiste Zeit der Saison Zuschauer, lediglich am 22. Spieltag durfte er den angeschlagenen Stammtorhüter Andreas Reinke eine Halbzeit lang vertreten – und blieb beim 2:0-Heimerfolg gegen Borussia Dortmund ohne Gegentor. Borel blieb noch bis 2005 bei Werder Bremen, beendete schließlich 2013 seine Karriere bei RB Leipzig. Aktuell ist der 45-Jährige Torwarttrainer im Nachwuchsleistungszentrum von Hannover 96.
Krisztian Lisztes Der Pechvogel eines grandiosen Jahres: Lisztes zeigte wie seine Teamkollegen beim SV Werder Bremen reihenweise überragende Leistungen, wieselte mit seinen kleinen Schritten über den Rasen, traf dreimal und legte sieben Tore auf. Am 30. Spieltag zog er sich dann jedoch einen Kreuzbandriss zu und stürzte ins Tal der Tränen – sein auslaufender Vertrag wurde dennoch verlängert. Ein Jahr später trennten sich die Wege trotzdem, bis 2015 kickte der Kreativspieler noch. Heute arbeitet der 47-Jährige als Scout.
Was macht der Double-Kader des SV Werder Bremen heute? Die DeichStube klärt auf
Ümit Davala Als der türkische Nationalspieler von Inter Mailand ausgeliehen wurde, glaubten viele Beobachter nach Davalas Vorstellung an einen Scherz: „Mein Ziel ist die Meisterschaft“, hatte der gebürtige Mannheimer erklärt – und mit seinem Team Taten folgen lassen. In 22 Partien gehörte ihm der Platz auf der rechten Außenbahn, die Fans riefen regelmäßig „Yalla, Yalla, Yalla, Ümit Davala“. Beim Husarenstreich des SV Werder Bremen in München fehlte der WM-Teilnahmer dann allerdings – wie auch in den drei Begegnungen zuvor – wegen einer Rotsperre. Bei Galatasaray Istanbul sammelte er später Erfahrungen als Co-Trainer und ist nun für das türkische Fernsehen als Experte des Traditionsclubs ein gefragter Mann.
Angelos Charisteas Was für ein Jahr für den Griechen! Erst hatte er mit sechs Toren und sechs Vorlagen in 29 Pflichtspielen seinen Anteil am Wunder des SV Werder Bremen, dann köpfte er die Nationalmannschaft seines Heimatlandes im Folgesommer sensationell zum EM-Titel. Nach seiner Bremer Zeit spielte er unter anderem für Ajax Amsterdam, Feyenoord Rotterdam oder Bayer Leverkusen, arbeitete später als Funktionär und ist inzwischen stellvertretender Gouverneur für Freiwilligenarbeit und Jugend in der griechischen Region Zentralmakedonien.
Viktor Skripnik Die glorreichen Zeiten des SVW in den 1990er Jahren waren gerade vorbei, als der „Beckham der Ukraine“ bei den Grün-Weißen einen Vertrag unterschrieb. Und der Defensivspezialist blieb viele Jahre, von 1996 bis 2004 hielt er für Werder Bremen die Knochen hin. Als der Gewinn der Deutschen Meisterschaft allmählich Formen annahm, stand Skripniks Karriereende bereits fest – zur Krönung durfte er beim legendären 6:0-Heimsieg gegen den Hamburger SV noch ein Elfmetertor erzielen. Auch in München stand der beinharte Verteidiger noch eine halbe Stunde auf dem Feld. Mittlerweile arbeitet der 54-Jährige als Trainer, hatte auch bei Werder das Kommando und ist nun in seiner durch den russischen Angriffskrieg gebeutelten Heimat für den FK Metalist 1925 Charkiw verantwortlich.
Der Double-Triumph: Die besten Werder-Bilder des Pokalsiegs 2004
Zwischen verpasstem Durchbruch und wichtigen Herausforderern: Das machen die Bankspieler des Werder Bremen-Doubles heute
Pekka Lagerblom Den ganz großen Durchbruch schaffte der heute 41-jährige Finne bei Werder Bremen nie, so stehen zwischen 2003 und 2006 lediglich 21 Pflichtspieleinsätze in seiner Statistik. Die Konkurrenz im Mittelfeld war für den Blondschopf allerdings auch riesengroß. Im Nachgang seiner Karriere wechselte Lagerblom die Seiten, begann ein Sportjournalismus-Studium und ist mittlerweile im Fernsehen seines Heimatlandes als Experte im Einsatz.
Ludovic Magnin Als Werder Bremen an der Isar sein Meisterstück machte, da trug der Schweizer Anzug statt Trikot. Wie so oft in dieser Spielzeit machte dem Abwehrspieler eine Verletzung zu schaffen, mehr als vier Einsätze sprangen deshalb nicht heraus. Inzwischen ist Magnin 45 Jahre alt und coacht in seiner Heimat den FC Lausanne-Sport.
Ivica Banovic Drei Kurzeinsätze in der Liga zu Beginn der Saison, auch im Pokal durfte der Kroate zweimal kurz für den SV Werder Bremen ran. Eine wirklich große Rolle spielte der Mittelfeldakteur aber nicht, unter Trainer Thomas Schaaf rückte Banovic mehr und mehr in den Hintergrund und musste sogar bei den Amateuren ran. Es folgten noch einige weitere Stationen in Deutschland, in Freiburg beendete er schließlich nicht nur seine Karriere, sondern stieg bei den Junioren auch ins Trainergeschäft ein. Aktuell coacht er die U19 von Dinamo Zagreb.
Was der Double-Kader des SV Werder Bremen heute macht - die DeichStube klärt auf
Holger Wehlage Als der Meppener 2001 zu Werder Bremen kam, erschwerte ein Schienbeinbruch den Einstieg, auch später kam er nicht über den Status des Ergänzungsspielers hinaus. Mehr als vier Einsätze sprangen deshalb im Double-Jahr nicht heraus, keiner ging über die komplette Spielzeit. Mittlerweile ist Wehlage 47 Jahre alt, Geschäftsführender Gesellschafter der „Kick Off Soccerarena“ in Braunschweig samt integrierter Fußballschule.
Marco Reich Der Pfälzer galt in jungen Jahren als riesiges Talent, landete über Kaiserslautern und Köln bei Werder Bremen. Nachhaltig durchsetzen konnte er sich dort jedoch nicht, zu Beginn der Saison 2003/2004 hatte er zwei Kurzeinsätze, blieb danach Zuschauer – und wurde im Winter schließlich nach England zu Derby County abgegeben. „Ich könnte es mir einfach machen und es auf die starke Konkurrenz schieben, dass ich so wenig gespielt habe“, sagte Reich einmal dem Weser-Kurier, doch diese Ausrede wollte er nicht gelten lassen. Später machte der Offensivspieler eine Ausbildung zum Altenpflegehelfer und zum Kaufmann im Gesundheitswesen, inzwischen ist er Geschäftsführer einer Pflegeeinrichtung in seiner Heimat Meisenheim.
Markus Daun In der Vorsaison hatte der Stürmer noch 27 Einsätze in der Bundesliga angehäuft, auf dem Weg zum Double des SV Werder Bremen war die interne Konkurrenz dann allerdings zu groß und Daun musste sich mit sechs Auftritten begnügen. Im Nachgang seiner Zeit als Aktiver verschrieb sich Daun der Talentförderung, hatte schon mehrere Trainerämter inne – derzeit ist der 43-Jährige bei Bayer 04 Leverkusen als Individual- und Entwicklungscoach für die U19 tätig. (mbü)