DeichStube-Interview

Borowski im DeichStube-Interview über Werders Pokal-Coup zum Double: „Wie man das so auf dem Bolzplatz gelernt hat“

Dicker Schmatzer für den DFB-Pokal: Tim Borowski hatte mit zwei Toren gegen Alemannia Aachen großen Anteil daran, dass Werder Bremen die Trophäe holte.
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Dicker Schmatzer für den DFB-Pokal: Tim Borowski hatte mit zwei Toren gegen Alemannia Aachen großen Anteil daran, dass Werder Bremen die Trophäe holte.

Tim Borowski spricht im DeichStube-Interview über Werder Bremens Double 2004, seine zwei Tore im DFB-Pokalfinale und die kuriosen Feierlichkeiten danach.

Bremen – Genau vor 20 Jahren war es vollbracht, der SV Werder Bremen hatte Geschichte geschrieben: Denn nach der Meisterschaft holten sich die Grün-Weißen auch noch den DFB-Pokal – zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte durfte damit das Double bejubelt werden. Matchwinner beim 3:2-Finalsieg gegen Alemannia Aachen im Berliner Olympiastadion war Doppel-Torschütze Tim Borowski. Diese Bezeichnung mag der 44-Jährige allerdings überhaupt nicht. Warum, das erklärt der Ex-Profi im Interview mit der DeichStube. Zudem verrät er, was ihn in Berlin am meisten beeindruckt hat und warum er auf der Rückfahrt für die Bahn als Kontrolleur im Einsatz gewesen ist.

Kaum einer hat den Pokal bei der Siegerehrung so herzlich geküsst wie Sie. Wonach schmeckt der eigentlich?

Das ist so ein Klassiker wie mit der San-Miguel-Dose im Spanien-Urlaub: In dem Moment ist es super lecker, wenn auch leicht metallisch. Sobald man das aber zuhause im Normalzustand ausprobieren würde, schmeckt das nicht mehr.

Haben Sie diese Bilder von damals noch vor Augen?

Natürlich! Jedes einzelne. Sehen Sie, ich kriege sofort eine Gänsehaut, wenn ich daran denke. Stimmung, Emotionen, Glücksgefühle – das ist sofort alles wieder präsent. Ich weiß noch genau, wie wir in Berlin angekommen sind. Wir waren für die Nächte vor dem Spiel am Wannsee in einem Hotel im Stil einer Jugendherberge untergebracht.

Der Double-Triumph: Die besten Werder-Bilder des Pokalsiegs 2004

Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Werek
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Werek
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Sven Simon
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Sven Simon
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Sven Simon
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Garcia
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Ulmer
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Werek
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Horstmüller
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Alternate
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Horstmüller
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Werek
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Sven Simon
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Garcia
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Ulmer
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Ulmer
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Action Pictures
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Sven Simon
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Bernd König
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal.
Was für ein Triumph! Am 29. Mai 2004 hat der SV Werder Bremen das Double aus Meisterschaft und Pokal perfekt gemacht. Die Grün-Weißen setzten sich im Finale von Berlin mit 3:2 gegen Zweitligist Alemannia Aachen durch und holten so nach der Meisterschale auch noch den DFB-Pokal. © IMAGO / Ulmer

Werder Bremen-Ex-Profi Tim Borowski erinnert sich an Tore im DFB-Pokalfinale 2004 gegen Alemannia Aachen

Hat das Trainer Thomas Schaaf absichtlich gemacht, um die Mannschaft wie einst auf Norderney mit einer etwas einfacheren Unterkunft wach zu machen?

(lacht) Nein, nein. Thomas kannte das Hotel und hat das mit eigenen Erfolgen verbunden. Es war ein sehr guter Ort, um sich vorzubereiten. Das hast du gemerkt: Die Meisterschaft ist Vergangenheit, jetzt geht es wieder um einen Titel. Am Spieltag passte dann wirklich alles: das Wetter, volles Olympiastadion, die Hälfte in Grün-Weiß mit Werder-Fans, dabei auch viele Freunde und die Familie. Ein Traum!

Genauso wie Ihr Tor zum 1:0 nach gut einer halben Stunde mit einem „humorlosen Schuss“ hieß es damals im Liveticker des „kicker“. Hatten Sie keinen Spaß?

Doch, doch. Dazu gibt es auch eine lustige Geschichte. Einige Aachener Profis sind später noch zu unserer Party in einen Berliner Club gekommen. Da hat mir der Torwart Stephan Straub erzählt – so nach seinem vierten, fünften Bier: Mein Schuss sei ganz okay gewesen, aber viel wichtiger sei der erste Kontakt gewesen – und dann auch mein Blick. Ich hätte nach oben rechts geguckt und dann aber eher mittig, halblinks geschossen.

Und war es so?

Ja, wie man das so auf dem Bolzplatz gelernt hat. Ein bisschen Glück gehört natürlich auch dazu.

Werder Bremen-Ex-Star Tim Borowski im Interview über den Pokalsieg: „Gegen einen starken Erstligisten wäre es schwierig geworden“

Insgesamt war es aber kein so gutes Spiel von Ihrer Mannschaft. Woran lag das?

Das große Ziel ist ja die Meisterschaft gewesen. Als wir das erreicht hatten, ist eine Menge von uns abgefallen. Und wir haben sehr viel gefeiert, da muss sich keiner in die Tasche lügen. Aber Thomas Schaaf hatte da eine gute Idee.

Welche?

Er hat noch für die Woche vor dem Pokalspiel einen Laktattest angekündigt. Spätestens da wusste jeder, dass er im Training wieder Gas geben muss. Deswegen ging es körperlich in Berlin eigentlich ganz gut. Trotzdem muss man sagen: Ohne den Aachenern etwas Böses zu wollen, die waren ein harter Gegner, aber gegen einen starken Erstligisten wäre es an diesem Abend sehr, sehr schwierig für uns geworden.

Sie aber waren an dem Abend eiskalt und haben vor Ihrem 3:1 ganz clever den Torwart aussteigen lassen. Woher kam diese Coolness?

Es gibt diese Spiele, die man hinterher nicht erklären kann. Ich war einfach im Flow. In Berlin war das bei mir oft so. Das scheint ein Lieblingsstadion von mir zu sein. Ich habe jede Sekunde in diesem Finale genossen, ich war nicht sonderlich aufgeregt, da passte einfach alles.

Mit Ihren beiden Toren waren Sie der Matchwinner, Fans und Medien haben Sie besonders gefeiert. Wie geht man damit als 24-Jähriger um?

Man genießt es und freut sich natürlich, den Fans, den Freunden, der Familie und dem Verein etwas zurückgeben zu können. Aber ich habe mich nie als der Matchwinner gesehen. Ich spreche auch an dieser Stelle nur stellvertretend für die Mannschaft über diesen besonderen Erfolg. Die Momente waren in diesem Spiel mal auf meiner Seite, in der Saison galt das eher für Spieler wie Ailton, Micoud, Klasnic, Krstajic, Ismael oder Reinke.

Der erste Streich: Tim Borowski erzielt im DFB-Pokalfinale zwischen Werder Bremen und Alemannia Aachen das Tor zum 1:0.

Tim Borowski über Werder Bremens Double-Feier: Mit Hubschaubern ins Sportstudio und als Kontrolleur bei der Bahn

Wie war die Party hinterher?

Toll, aber am meisten hat mich beeindruckt, dass wir nach dem Spiel mit Hubschraubern zum ZDF-Sportstudio irgendwo in Berlin geflogen wurden. Einfach irre! Und im Sportstudio haben wir in den Geburtstag von Fabian Ernst reingefeiert und gesungen. Danach wurde erst im Hotel bei einem Empfang weitergefeiert, anschließend in einem großen Club.

Am nächsten Tag ging es im speziell für Werder bereitgestellten ICE von Berlin nach Bremen und Sie haben den Kontrolleur gespielt – mit Bahnsakko und Namensschild. Was haben Sie mit den vielen Schwarzfahrern gemacht?

Oje, das stimmt. Haben wir nicht sogar noch für eine Currywurst einen Stopp eingelegt?

Ja, in Hannover, weil beim damaligen Aufsichtsratsvorsitzenden Dr. Böhmert der Magen geknurrt hatte.

Das muss man sich mal vorstellen, unglaublich! Wir hatten ja alle praktisch nicht geschlafen – und bei meiner Geschichte mit dem Bahnsakko dürfte noch ein bisschen Restalkohol im Spiel gewesen sein (lacht).

In Bremen war die Stadt wie schon nach der Meisterschaft rappelvoll. Wie ist es da auf dem Rathausbalkon, wenn man auf so eine jubelnde Menschenmasse blickt?

Unbeschreiblich! Wenn ich heute am Rathaus vorbeikomme, dann kann ich das kaum glauben. Auch die Fahrt dorthin mit der Straßenbahn, die keine Fenster hatte, damit wir den Fans ganz nahe sein konnten. Und wenn du dann da oben auf dem Balkon stehst, ist das einfach nur Freude und Stolz pur. So viele strahlende Gesichter zu sehen, war unglaublich schön. Gefühlt hat Bremen in dieser Phase zwei Wochen lang durchgefeiert.

Tim Borowski über den Double-Erfolg von Werder Bremen 2004: „Wie eine große Familie, in der es auch mal gekracht hat“

Warum war gerade diese Mannschaft so erfolgreich?

Weil sie überragend zusammengestellt war. Wir hatten ein Gerüst von erfahrenen und sehr guten Spielern: Reinke im Tor, Ismael und Krstajic in der Innenverteidigung, gegen die keiner gerne spielen wollte, Baumann als Sechser, davor die beiden Achter Ernst und Lisztes.

An denen Sie lange Zeit nicht vorbeigekommen sind.

Richtig, die haben eine überragende Saison gespielt. Ich war die Nummer zwölf. Um das noch zu vervollständigen: Zu Micoud muss ich nichts sagen und vorne waren die beiden Cracks Ailton und Klasnic. Da musste selbst ein Charisteas zurückstecken – und der ist dann im Sommer Europameister geworden. Dazu gab es noch so wichtige Arbeiter wie Stalteri und Schulz sowie viele junge Spieler, die jederzeit einspringen konnten. Es passte aber auch außerhalb des Platzes.

Inwiefern?

Wir haben uns unglaublich oft getroffen. Ich weiß gar nicht, wie oft ich in der Saison mit meiner Frau bei Familie Reinke eingeladen war – fast jede Woche zum Grillen. Und da waren wir nicht allein aus der Mannschaft. Das war wie eine große Familie, in der es auch mal gekracht hat. Das war wichtig.

Wird Werder so ein Double noch mal erleben?

Ich würde es mir wünschen. Aber realistisch betrachtet, halte ich das in den nächsten fünf Jahren für nicht möglich. Weiter kann man im Fußball nicht gucken. Wer weiß, was in Bremen alles so passiert und ob man nicht doch nochmal auf Augenhöhe mit Bayern, Leverkusen und Dortmund kommt. Ich würde es auf keinen Fall ausschließen. (kni)

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