„Wir sind stark genug“
Druck? Augustinsson sieht's positiv
Bremen - Werder Bremen hat ihn wieder einmal, wird ihn streng genommen schon seit Jahren nicht mehr richtig los - Druck.
Weil ein Großteil der Konkurrenz im Abstiegskampf seit dem Rückrundenstart fleißig gepunktet hat, Werder aber eben nicht, ist sie plötzlich wieder da und zwar akuter als noch vor ein paar Wochen, diese körperliche, vor allem aber geistige Belastung, von Fußballern vereinfacht gerne Druck genannt.
„Klar ist der Druck groß“, sagte Werders Linksverteidiger Ludwig Augustinsson am Mittwoch, drei Tage nach der 2:4-Niederlage bei Bayern München, während die Bremer zwar gut gespielt, aber eben nichts geholt hatten. „Wenn man nicht gewinnt, die Konkurrenten in der Tabelle aber schon, wird der Druck immer größer“, erklärte Augustinsson - und gab dann einen interessanten Einblick, was seinen eigenen Umgang mit Druck angeht.
Augustinsson kennt Druck aus Kopenhagener Zeiten
„Ich versuche, die positiven Dinge zu finden“, erklärte der 23-Jährige, der bei sich selbst nach dem Bayern-Spiel mit dieser Vorgehensweise ziemlich schnell Erfolg gehabt haben dürfte. Augustinsson legte auf der linken Außenbahn seinen bis dato besten Auftritt im Werder-Trikot hin, schaltete in der Defensive Arjen Robben aus und setzte auch im Spiel nach vorne immer wieder starkte Akzente.
„Es war ein gutes Spiel von mir“, sagte der Schwede, „ich fühle mich schon seit einer Weile sehr wohl und habe mich gut an die Mannschaft gewöhnt“. Die Enttäuschung, dass es in München trotz guter persönlicher und mannschaftlicher Leistung am Ende doch so kam, wie es alle erwartet hatten, stand Augustinsson auch am Mittwoch noch ins Gesicht geschrieben. „Klar ist das sehr bitter“, sagte er - und kam dann wieder auf seinen Umgang mit solchen Situationen zu sprechen.
Auch bei seinem Ex-Verein FC Kopenhagen, der ihn im Sommer nach Bremen transferiert hatte, kannte der Abwehrspieler das große Fußballer-Thema Druck. „Da war es aber etwas anderes. Wir standen unter Druck, weil von uns erwartet wurde, dass wir jedes Spiel gewinnen“, berichtete „Ludde“ von seiner Zeit beim dänischen Meister. Jetzt in Bremen ist der Druck ist existenzieller. Augustinsson sieht aber auch das positiv, oder versucht es zumindest. „Für mich ist es eine gute Erfahrung, dass mitzuerleben“, sagte er - übrigens im festen Glauben daran, dass es am Ende gut ausgeht: „Wir sind stark genug, um den Klassenerhalt zu schaffen.“
Und dann? Was passiert im Sommer nach der Weltmeisterschaft, wenn große Vereine plötzlich Schlange stehen sollten, um den schwedischen Nationalspieler zu verpflichten? Augustinsson sagte daraufhin das, was er schon einmal gesagt hatte und was er sagen muss: „Ich konzentriere mich nur auf Werder.“ Danach blitzte es noch einmal kurz auf, dieses Immer-alles-positiv-sehen, das den Linksfuß auszeichnet: „Vor ein paar Jahren war Gladbach doch auch ganz unten und im Jahr danach plötzlich in der Champions League. Warum sollte das nicht auch Werder passieren?“ Er selbst, betonte Augustinsson, wäre dann jedenfalls liebend gerne dabei.
Ludwig Augustinsson: Seine Karriere in Bildern




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