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Bremen - Die Erwartungshaltung an ihn war riesig: Ludwig Augustinsson galt bei Werder als der Heilsbringer für die linke Seite. Doch der Schwede wirkte in seinen ersten Monaten in Bremen irgendwie gehemmt.
Ausgerechnet in München gegen die großen Bayern legte Augustinsson nun seine Zurückhaltung ab, präsentierte eine ganz andere Körpersprache und bot seine beste Saisonleistung. Da gerieten die Verantwortlichen durchaus ins Schwärmen.
„Gerade defensiv-taktisch war das heute absolut top“, lobte Sportchef Frank Baumann den Linksverteidiger: „Ludwig hat sich aber auch immer wieder nach vorne eingeschaltet – das war eine richtig gute Leistung.“ Arjen Robben bekam gegen Augustinsson kaum einen Stich. Der Schwede war immer sofort zur Stelle, agierte sehr aufmerksam, wurde dabei aber auch von Jerome Gondorf gut unterstützt.
Augustinsson gab sich aber nicht nur mit seiner guten Defensivarbeit zufrieden. Der 23-Jährige, der im Sommer für eine Ablöse von vier Millionen Euro vom FC Kopenhagen an die Weser gewechselt war, suchte auch immer wieder den Weg nach vorne. Wie in der siebten Minute, als seine perfekte Flanke auf dem Kopf von Max Kruse landete, danach aber nur am Pfosten. So mutig war Augustinsson in der Vergangenheit viel zu selten aufgetreten.
Augustinsson hat ein Ausrufezeichen gesetzt
Das war natürlich auch seinem Trainer nicht entgangen. Florian Kohfeldt redete viel mit dem jungen Schweden – und durfte sich nun bestätigt fühlen. „Wenn ich heute einen Ludwig Augustinsson sehe, wie der hier spielt, wie viele Duelle der gewinnt, wie mutig er ins Zentrum spielt, dann sehe ich vieles von dem, was wir besprechen“, erzählte Kohfeldt nach dem Bayern-Spiel. Er möchte, dass sich seine Profis mehr trauen, dass sie selbst die Initiative übernehmen.
Genau dafür hatte Augustinsson beim FC Kopenhagen gestanden. Doch die Umstellung in die Bundesliga fiel ihm offenbar schwerer als erwartet. Nun hat Augustinsson ein Ausrufezeichen gesetzt – und Sportchef Baumann kann genüsslich feststellen: „Die Entwicklung ist nicht überraschend für uns.“