Entscheidung über Job als Technischer Direktor naht
Schaaf: „Natürlich habe ich Lust auf diese Aufgabe“
Bremen - Werder hat sich längst entschieden: Thomas Schaaf soll bei den Bremern sein Comeback feiern – und zwar als Technischer Direktor.
Nun ist Schaaf am Zug. „Natürlich habe ich Lust auf diese Aufgabe“, sagt der 56-Jährige auf Nachfrage der DeichStube. Die Gespräche zwischen ihm und dem Club, dabei speziell Sportchef Frank Baumann, seien bislang auch bestens verlaufen, „aber noch ist nichts definitiv“, betont Schaaf: „Ich muss das für mich noch entscheiden. Das wird aber in den nächsten zwei, drei Wochen passieren. Denn wenn wir im Sommer starten wollen, muss das auch gut vorbereitet werden.“
Schaaf ist eine Werder-Legende. Schon als Jugendlicher spielte er für den Club (ab 1972), wurde dann Profi (1978 bis 1995), später Trainer (1999 bis 2013). Letzteres ist noch immer seine Berufsbezeichnung. Sein letztes Engagement als Chefcoach liegt allerdings schon zwei Jahre zurück (Hannover 96). Davor hatte er ein Jahr lang Eintracht Frankfurt betreut.
Schaaf wird kein Werder-Feuerwehrmann
Schaaf hängt an diesem Job, das gesteht er durchaus ein: „Wenn ich mich jetzt für die neue Aufgabe entscheide, bedeutet das auch, dass ich mich für die nächsten zwei, drei Jahre gedanklich vom Posten eines Trainers verabschieden muss. Das macht man nicht mal so. Denn eigentlich habe ich auch noch große Lust, Trainer zu sein. Aber, egal was passiert, ich würde in dieser Zeit bei Werder nicht wieder als Trainer arbeiten – weder extern noch intern.“ Damit will Schaaf zugleich klarstellen, dass für ihn der Posten als Technischer Direktor nicht die Stelle des Feuerwehrmannes im eigenen Verein beinhaltet. Er werde nicht einspringen, wenn der Trainerstuhl plötzlich frei wäre.
Dafür wollte ihn Baumann auch gar nicht haben. Der Geschäftsführer Sport baut den SV Werder gerade um, will ihn fitter für die neuen Herausforderungen im Fußball machen. Ein großes Thema dabei ist die Talentförderung. Werder will die besten Nachwuchsspieler nach Bremen locken, um sie dort zu Bundesliga-Profis zu machen – und dann von ihnen erst sportlich und später auch finanziell zu profitieren. Aber die Konkurrenz ist riesig. Da muss das Angebot schon passen.
Schaaf „nicht der Guru, der dann alles vorsagt“
Schaaf ist dabei ein wichtiger Baustein. Es geht zum Beispiel um die Umsetzung einer Werder-Spielphilosophie, die Fortbildung von Spielern und Trainern. Im Tagesgeschäft fehlt den Verantwortlichen oftmals schlichtweg die Zeit, um sich ausreichend darum zu kümmern. Das gilt auch für Innovationen. Als technischer Beobachter der Uefa und Referent bei internationalen Trainerkongressen hat Schaaf in den vergangenen Jahren in diesem Bereich viele Erfahrungen gesammelt. Daran soll sich möglichst nichts ändern. „Das ist mir wichtig“, sagt Schaaf. Auch das müsse noch mit Werder besprochen werden. Der 56-Jährige möchte den einen oder anderen Nebenjob gerne behalten. „Davon kann Werder nur profitieren“, betont Schaaf.
Solche Details müssten in den nächsten Wochen noch abschließend besprochen werden. Schaaf macht dabei nicht den Eindruck, dass es unüberwindbare Hürden gibt. Als Technischer Direktor wäre er Baumann unterstellt. Auch das dürfte kein Problem sein, genauso wenig wie die Zusammenarbeit mit Chefcoach Florian Kohfeldt, der über 20 Jahre jünger als Schaaf und ziemlich frisch im Trainergeschäft der Bundesliga ist. „Es macht Spaß und es ist sehr interessant, sich mit Florian auszutauschen“, sagt Schaaf und stellt noch mal garniert mit einem Lachen klar: „Ich würde ganz gewiss nicht der Guru sein, der dann alles vorsagt.“
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